Gurrelieder
Language:
German
I.
Waldemar:
Nun dämpft die Dämm'rung
jeden Ton von Meer und Land,
Die fliegenden Wolken
lagerten sich wohlig
am Himmelsrand.
Lautloser Friede schloß dem Forst
die luftigen Pforten zu,
und des Meeres klare Wogen
wiegten sich selber zur Ruh.
Im Westen wirft die Sonne
von sich die Purpurtracht
und träumt im Flutenbette
des nächsten Tages Pracht.
Nun regt sich nicht
das kleinste Laub
in des Waldes prangendem Haus;
nun tönt auch nicht
der leiseste Klang:
Ruh' aus, mein Sinn, ruh' aus!
Und jede Macht ist versunken
in der eignen Träume Schoß,
und es treibt mich zu mir
selbst zurück,
stillfriedlich, sorgenlos.
Tove:
Oh, wenn des Mondes Strahlen
leise gleiten,
und Friede sich und Ruh
durchs All verbreiten,
nicht Wasser dünkt mich dann
des Meeres Raum,
und jener Wald scheint nicht
Gebüsch und Baum.
Das sind nicht Wolken,
die den Himmel schmücken,
und Tal und Hügel
nicht der Erde Rücken,
und Form und Farbenspiel,
nur eitle Schäume,
und alles Abglanz nur
der Gottesträume.
Waldemar:
Roß! Mein Roß!
Was schleichst du so träg!
Nein, ich seh's, es flieht der Weg
hurtig unter der Hufe Tritten.
Aber noch schneller mußt du eilen,
bist noch in des Waldes Mitten,
und ich wähnte, ohn' Verweilen
sprengt' ich gleich in Gurre ein.
Nun weicht der Wald,
schon seh' ich dort die Burg,
die Tove mir umschließt,
Indes im Rücken uns der Forst
zu finstrem Wall zusammenfließt;
aber noch weiter jage du zu!
Sieh! Des Waldes Schatten dehnen
über Flur sich weit und Moor!
Eh' sie Gurres Grund erreichen,
muß ich stehn vor Toves Tor.
Eh' der Laut, der jetzo klinget,
ruht, um nimmermehr zu tönen,
muß dein flinker Hufschlag, Renner,
über Gurres Brücke dröhnen;
eh' das welke Blatt -
dort schwebt es -,
mag herab zum Bache fallen,
muß in Gurres Hof dein Wiehern
fröhlich widerhallen!
Der Schatten dehnt sich,
der Ton verklingt,
nun falle, Blatt, magst untergehn:
Volmer hat Tove gesehn!
Tove:
Sterne jubeln, das Meer,
es leuchtet, preßt an die Küste
sein pochendes Herz,
Blätter, sie murmeln,
es zittert ihr Tauschmuck,
Seewind umfängt mich
in mutigem Scherz,
Wetterhahn singt,
und die Turmzinnern nicken,
Burschen stolzieren
mit flammenden Blicken,
wogende Brust voll üppigen Lebens
fesseln die blühenden
Dirnen vergebens,
Rosen, sie mühn sich,
zu spähn in die Ferne,
Fackeln, sie lodern
und leuchten so gerne,
Wald erschließt
seinen Bann zur Stell',
horch, in der Stadt nun
Hundegebel!
Und die steigenden Wogen
der Treppe tragen zum Hafen
den fürstlichen Held,
bis er auf alleroberster Staffel
mir in die offenen Arme fällt.
Waldemar:
So tanzen die Engel
vor Gottes Thron nicht,
wie die Welt nun tanzt vor mir.
So lieblich klingt
ihrer Harfen Ton nicht,
wie Waldemars Seele dir.
Aber stolzer auch saß
neben Gott nicht Christ
nach dem harten Erlösungsstreite,
als Waldemar stolz nun
und königlich ist
an Toveliles Seite.
Nicht sehnlicher möchten
die Seelen gewinnen
den Weg zu der Seligen Bund,
als ich deinen Kuß,
da ich Gurres Zinnen
sah leuchten vom Öresund.
Und ich tausch' auch nicht
ihren Mauerwall
und den Schatz,
den treu sie bewahren,
für Himmelreichs Glanz
und betäubenden Schall
und alle der heiligen Schaaren!
Tove:
Nun sag ich dir zum ersten Mal:
"König Volmer, ich liebe dich!"
Nun küss' ich dich zum erstenmal,
und schlinge den Arm um dich.
Und sprichst du,
ich hättes schon früher gesagt
und je meinen Kuß dir geschenkt,
so sprech' ich: "Der König ist ein Narr,
der flüchtigen Tandes gedenkt."
Und sagst du: "Wohl bin ich solch ein Narr,"
so sprech ich: "Der König hat recht;"
doch sagst du: "Nein, ich bin es nicht,"
so sprech ich: "Der König ist schlecht."
Denn all meine Rosen küßt' ich zu Tod,
dieweil ich deiner gedacht.
Waldemar:
Es ist Mitternachtszeit,
und unsel'ge Geschlechter
stehn auf aus vergess'nen, eingesunknen Gräbern,
und sie blicken mit Sehnsucht
nach den Kerzen der Burg
und der Hütte Licht.
Und der Wind schüttelt spottend
nieder auf sie Harfenschlag
und Becherklang und Liebeslieder.
Und sie schwinden und seufzen:
"Unsre Zeit ist um."
Mein Haupt wiegt sich
auf lebenden Wogen,
meine Hand vernimmt
eines Herzens Schlag,
lebenschwellend
strömt auf mich nieder
glühender Küsse Purpurregen,
und meine Lippe jubelt:
"Jetzt ist's meine Zeit!"
Aber die Zeit flieht,
Und umgehn werd' ich
zur Mitternachtsstunde
dereinst als tot,
werd' eng um mich
das Leichenlaken ziehn
wider die kalten Winde
und weiter mich schleichen
im späten Mondlicht
und schmerzgebunden
mit schwerem Grabkreuz
deinen lieben Namen
in die Erde ritzen
und sinken und seufzen:
"Uns're Zeit ist um!"
Tove:
Du sendest mir einen Liebesblick
und senkst das Auge,
doch das Blick preßt
deine Hand in meine,
und der Druck erstirbt;
aber als liebeweckenden Kuß
legst du meinen Händedruck mir
auf die Lippen
und du kannst noch seufzen
um des Todes Willen,
wenn ein Blick auflodern kann
wie ein flammender Kuß?
Die leuchtenden Sterne
am Himmel droben
bleichen wohl, wenn's graut,
doch lodern sie neu jede
Mitternachtzeit
in ewiger Pracht.
So kurz ist der Tod,
wie ruhiger Schlummer
von Dämm'rung zu Dämmrung.
Und wenn du erwachst,
bei dir auf dem lager
in neuer Schönheit
siehst du strahlen
die junge Braut.
So laß uns die goldene
Schale leeren
ihm, dem mächtig verschönenden Tod.
Denn wir gehn zu Grab
wie ein Lächeln,
ersterbend im seligen Kuß.
Waldemar:
Du wunderliche Tove!
So reich durch dich nun bin ich,
daß nicht einmal mehr
ein Wunsch mir eigen;
so leicht meine Brust,
mein Denken so klar,
ein wacher Frieden
über meiner Seele.
Es ist so still in mir,
so seltsam stille.
Auf der Lippe weilt
brückeschlagend das Wort,
doch sinkt es wieder zur Ruh'.
Denn mir ist's, als schlüg'
in meiner Brust
deines Herzens Schlag,
und als höbe mein Atemschlag,
Tove, deinen Busen.
Und uns're Gedanken seh ich
entstehn und zusammengleiten
wie Wolken, die sich begegnen,
und vereint wiegen sie sich
in wechselnden Formen.
Und meine Seele ist still,
ich seh in dein Aug und schweige,
du wunderliche Tove.
Stimme der Waldtaube:
Tauben von Gurre! Sorge quält mich,
vom Weg über die Insel her!
Kommet! Lauschet!
Tot ist Tove! Nacht auf ihrem Auge,
das der Tag des Königs war!
Still ist ihr Herz,
doch des Königs Herz schlägt wild,
tot und doch wild!
Seltsam gleichend einem Boot
auf der Woge,
wenn der, zu dess' Empfang
die Planken huldigend
sich gekrümmt,
des Schiffes Steurer tot liegt,
verstrickt in der Tiefe Tang.
Keiner bringt ihnen Botschaft,
unwegsam der Weg.
Wie zwei Ströme
waren ihre Gedanken,
Ströme gleitend Seit' an Seite.
Wo strömen nun Toves Gedanken?
Die des Königs winden sich
seltsam dahin,
suchen nach denen Toves,
finden sie nicht.
Weit flog ich, Klage sucht' ich,
fand gar viel!
Den Sarg sah ich
auf Königs Schultern,
Henning stürzt' ihn;
finster war die Nacht,
eine einzige Fackel
brannte am Weg;
die Königin hielt sie,
hoch auf dem Söller,
rachebegierigen Sinns.
Tränen,
die sie nicht weinen wollte,
funkelten im Auge.
Weit flog ich, Klage sucht' ich,
fand gar viel!
Den König sah ich,
mit dem Sarge fuhr er,
im Bauernwams.
Sein Streitroß,
das oft zum Sieg ihn getragen,
zog den Sarg.
Wild starrte des Königs Auge,
suchte nach einem Blick,
seltsam lauschte des Königs Herz
nach einem Wort.
Henning sprach zum König,
aber noch immer suchte er
Wort und Blick.
Der König öffnet Toves Sarg,
starrt und lauscht
mit bebenden Lippen,
Tove ist stumm!
Weit flog ich, Klage sucht' ich,
fand gar viel!
Wollt' ein Mönch am Seile ziehn,
Abendsegen läuten;
doch er sah den Wagenlenker
und vernahm die Trauerbotschaft:
Sonne sank, indes die Glocke
Grabgeläute tönte.
Weit flog ich, Klage sucht' ich
und den Tod!
Helwigs Falke war's, der grausam
Gurres Taube zerriß.
II.
Waldemar:
Herrgott, weißt du, was du tatest,
als klein Tove mir verstarb?
Triebst mich aus der letzten Freistatt,
die ich meinem Glück erwarb!
Herr, du solltest wohl erröten:
Bettlers einz'ges Lamm zu töten!
Herrgott, ich bin auch ein Herrscher,
und es ist mein Herrscherglauben:
Meinem Untertanen darf ich nie
die letzte Leuchte rauben.
Falsche Wege schlägst du ein:
Das heißt wohl Tyrann,
nicht Herrscher sein!
Herrgott, deine Engelscharen
singen stets nur deinen Preis,
doch dir wäre mehr vonnöten
einer, der zu tadeln weiß.
Und wer mag solches wagen?
Laß mich, Herr, die Kappe
deines Hofnarrn tragen!
III. Die wilde Jagd
Waldemar:
Erwacht, König Waldemars
Mannen wert!
Schnallt an die Lende
das rostige Schwert,
holt aus der Kirche
verstaubte Schilde,
gräulich bemalt mit wüstem Gebilde.
Weckt eurer Rosse modernde Leichen,
schmückt sie mit Gold,
und spornt ihre Weichen:
Nach Gurrestadt seid ihr entboten,
heute ist Ausfahrt der Toten!
Bauer:
Deckel des Sarges
klappert und klappt,
Schwer kommt's her
durch die Nacht getrabt.
Rasen nieder vom Hügel rollt,
über den Grüften
klingt's hell wie Gold!
Klirren und Rasseln
durch's Rüsthaus geht,
Werfen und Rücken mit altem Gerät,
Steinegepolter am Kirchhofrain,
Sperber sausen
vom Turm und schrein,
auf und zu fliegt's Kirchentor!
Waldemars Mannen:
Holla!
Bauer:
Da fährt's vorbei!
Rasch die Decke übers Ohr!
Ich schlage drei heilige
Kreuze geschwind
für Leut' und Haus,
für Roß und Rind;
dreimal nenn ich Christi Namen,
so bleibt bewahrt der Felder Samen.
Die Glieder noch bekreuz ich klug,
wo der Herr seine heiligen
Wunden trug,
so bin ich geschützt
vor der nächtlichen Mahr,
vor Elfenschuß und Trolls Gefahr.
Zuletzt vor die Tür
noch Stahl und Stein,
so kann mir nichts Böses
zur Tür herein.
Waldemars Mannen:
Gegrüßt, o König, an Gurre-Seestrand!
Nun jagen wir über das Inselland!
Holla!
Vom stranglosen Bogen Pfeile zu senden,
mit hohlen Augen und Knochenhänden,
zu treffen des Hirsches Schattengebild,
daß Wiesentau aus der Wunde quillt.
Holla! Der Walstatt Raben Geleit uns gaben,
über Buchenkronen die Rosse traben,
Holla!
So jagen wir nach gemeiner Sag'
eine jede Nacht bis zum jüngsten Tag.
Holla! Hussa Hund! Hussa Pferd!
Nur kurze Zeit das Jagen währt!
Hier ist das Schloß, wie einst vor Zeiten!
Holla!
Lokes Hafer gebt den Mähren,
wir wollen vom alten Ruhme zehren.
Waldemar:
Mit Toves Stimme flüstert der Wald,
mit Toves Augen schaut der See,
mit Toves Lächeln leuchten die Sterne,
die Wolke schwillt wie des Busens Schnee.
Es jagen die Sinne, sie zu fassen,
Gedanken kämpfennach ihrem Bilde.
Aber Tove ist hier und Tove ist da,
Tove ist fern und Tove ist nah.
Tove, bist du's, mit Zaubermacht
gefesselt an Sees- und Waldespracht?
Das tote Herz, es schwillt und dehnt sich,
Tove, Tove,
Waldemar sehnt sich nach dir!
Klaus-Narr:
"Ein seltsamer Vogel ist so'n Aal,
im Wasser lebt er meist,
Kommt doch bei Mondschein
dann und wann
ans Uferland gereist."
Das sang ich oft
meines Herren Gästen,
nun aber paßt's auf mich selber
am besten.
Ich halte jetzt kein Haus
und lebe äußerst schlicht
und lud auch niemand ein
und praßt' und lärmte nicht,
und dennoch zehrt an mir
manch unverschämter Wicht,
drum kann ich auch nichts bieten,
ob ich will oder nicht,
doch - dem schenk ich
meine nächtliche Ruh,
der mir den Grund kann weisen,
warum ich jede Mitternacht
den Tümpel muß umkreisen.
Daß Palle Glob und Erik Paa
es auch tun, das versteh ich so:
Sie gehörten nie zu den Frommen;
jetzt würfeln sie,
wiewohl zu Pferd,
um den kühlsten Ort,
weit weg vom Herd,
wenn sie zur Hölle kommen.
Und der König,
der von Sinnen stets,
sobald die Eulen klagen,
und stets nach einem Mädchen ruft,
das tot seit Jahr und Tagen,
auch dieser hat's verdient
und muß von Rechtes wegen jagen.
Denn er war immer höchst brutal,
und Vorsicht galt es allermal
und off'nes Auge für Gefahr,
da er ja selber Hofnarr war
bei jener großen Herrschaft
überm Monde.
Ich, der glaubte, daß im Grabe
man vollkomm'ne Ruhe habe,
daß der Geist beim Staube bleibe,
friedlich dort sein Wesen treibe,
still sich sammle für das große Hoffest,
wo, wir Bruder Knut sagt,
ertönen die Posaunen,
wo wir Guten wohlgemut
Sünder speisen wie Kapaunen -
ach, daß ich im Ritte rase,
gegen den Schwanz gedreht die Nase,
sterbensmüd im wilden Lauf,
wär's zu spät nicht,
ich hinge mich auf.
Doch o wie süß
soll's schmecken zuletzt,
werd ich dann doch in den Himmel versetzt!
Zwar ist mein Sündenregister groß,
allein vom meisten schwatz ich mich los!
Wer gab der nackten Wahrheit Kleider?
Wer war dafür geprügelt leider?
Ja, wenn es noch Gerechtigkeit gibt,
Dann muß ich eingehn im Himmels Gnaden...
Na, und dann mag Gott sich selber gnaden.
Waldemar:
Du strenger Richter droben,
du lachst meiner Schmerzen,
doch dereinst,
beim Auferstehn des Gebeins
nimm es dir wohl zu Herzen;
ich und Tove, wir sind eins.
So zerreiss' auch unsre Seelen nie,
zur Hölle mich, zum Himmel sie,
denn sonst gewinn' ich Macht,
zertrümmre deiner Engel Wacht
und sprenge mit meiner wilden Jagd
ins Himmelreich ein.
Waldemars Mannen:
Der Hahn erhebt den Kopf zur Kraht,
hat den Tag schon im Schnabel,
und von unsern Schwertern trieft
rostgerötet der Morgentau.
Die Zeit ist um!
Mit offnem Mund ruft das Grab,
und die Erde saugt
das lichtscheue Rätsel ein.
Versinket! Versinket!
Das Leben kommt
mit Macht und Glanz,
mit Taten und pochenden Herzen,
und wir sind des Todes,
des Schmerzes und des Todes,
Ins Grab! Ins Grab!
Zur träumeschwangern Ruh'
Oh, könnten in Frieden
wir schlafen!
Des Sommerwindes wilde Jagd
Sprecher:
Herr Gänsefuß, Frau Gänsekraut,
nun duckt euch nur geschwind,
denn des sommerlichen Windes wilde Jagd beginnt.
Die Mücken fliegen ängstlich
aus dem schilfdurchwachs'nen Hain,
In den See grub der Wind seine Silberspuren ein.
Viel schlimmer kommt es, als ihr euch nur je gedacht;
Hu! wie's schaurig in den Buchblättern lacht!
Das ist Sankt Johanniswurm mit der Feuerzunge rot,
und der schwere Wiesennebel, ein Schatten bleich und tot!
Welch Wogen und Schwingen!
Welch Ringen und Singen!
In die Ähren schlägt der Wind in leidigem Sinne.
Daß das Kornfeld tönend bebt.
Mit den langen Beinen fiedelt die Spinne,
und es reißt, was sie mühsam gewebt.
Tönend rieselt der Tau zu Tal,
Sterne schießen und schwinden zumal;
flüchtend durchraschelt der Falter die Hecken,
springen die Frösche nach feuchten Verstecken.
Still! Was mag der Wind nur wollen?
Wenn das welke Laub er wendet,
sucht er, was zu früh geendet;
Frühlings, blauweiße Blütensäume,
der Erde flüchtige Sommerträume -
längst sind sie Staub!
Aber hinauf, über die Bäume
schwingt er sich nun in lichtere Räume,
denn dort oben, wie Traum so fein
meint er, müßten die Blüten sein!
Und mit seltsam Tönen
in ihres Laubes Kronen
grüßt er wieder
die schlanken Schönen.
Sieh! nun ist auch das vorbei.
Auf luftigem Steige wirbelter frei
zum blanken Spiegel des Sees,
und dort in der Wellen unendlichem Tanz,
in bleicher Sterne Widerglanz
wiegt er sich friedlich ein.
Wie stille wards zur Stell!
Ach, war das licht und hell!
O schwing dich aus dem Blumenkelch, Marienkäferlein,
und bitte deine schöne Frau um Leben und Sconnenschein.
Schon tanzen die Wogen am Klippenecke,
schon schleicht im Grase die bunte Schnecke,
nun regt sich Waldes Vogelschar,
Tau schüttelt die Blume vom lockigen Haar
und späht nach der Sonne aus.
Erwacht, erwacht, ihr Blumen zur Wonne.
Gemischter Chor:
Seht die Sonne farbenfroh am Himmelssaum
östlich grüßt ihr Morgentraum.
Lächelnd kommt sie aufgestiegen
Aus der Fluten der Nacht,
läßt von lichter Stirne fliegen
Strahlenlockenpracht.
Translation(s):
ENG
ITA
Authorship
Based on
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text),
listed by composer (not necessarily exhaustive)
Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):
ENG
English
(Linda Godry)
, "Songs of Gurre", copyright © 2004, (re)printed on this website with kind permission
ITA
Italian
(Ferdinando Albeggiani)
, "Gurrelieder", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
Text added to the website: 2003-11-09.
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Songs of Gurre
Language:
English
I.
Waldemar:
Now the dusk softens
ev'ry sound from sea and land,
the sailing clouds
cozily settling down
at heaven's end.
Soundless peace closed down
the forest's airy gates,
and the sea's clear waves
rocked themselves to rest.
In the west the sun casts off
her crimsom dress
and dreams in her bed of waves
of next day's splendour.
Now not the tiniest leaf
stirs in the forest's
magnificent house;
now not the merest
sound is ringing:
be at rest, mind, be at rest!
And ev'ry power is ensconced
in its own dream's arms,
and it drives me back
to myself,
peacefully quiet, without a care.
Tove:
Oh, if the moon's beams
softly glide,
and peace and quiet
spread in space,
not water seems to me
the sea's width,
and that forest seems to be
neither bush nor tree.
It's not the clouds,
that adorn the sky,
and valley and hills not
the earth back,
and changing forms and colours,
just idle imaginings,
and all of this just
pale reflections of a god's imagination.
Waldemar:
Charger! My charger!
What makes you tread so wearily!
No, I see the distance melting
Swiftly under your nimble hooves.
But faster yet you have to hurry
still into the denseness of the forest,
while I meant, without delay
soon to charge into Gurre.
Now the forest retreats,
already I see the castle high,
enclosing my Tove,
while the forest behind us
closes to an ominous rampart;
Look! The forest's shadows spread
wide over field and fen!
Afor they reach Gurre's land,
I have to stand at Toves gate.
Afor what soundeth now,
dies down, to never sound again,
your nimble feet, my swift,
Must pound on Gurre's bridge,
afor, the falling leaf -
there afloat- ,
may reach the stream,
in Gurre's courtyard your neigh
will merrily resound!
The shadows spread,
The sound dies down,
Now fall, leaf, you may fade away:
Volmer has seen Tove!
Tove:
Stars jubilate, the sea
it glows, presses to the coast
its throbing heart,
leaves, they whisper,
their dewey jewels trembling,
the sea breeze embraces me
in brazen folly.
The weathercock sings,
and the battlements high bow,
lads strut proudly
with fiery gazes,
swollen with pride, full of life
to enthrall the blossoming
maidens in vain,
roses, they crane their neck,
to gaze afar,
torches, they burn
and daringly glow,
the forest, it takes
its spell away;
hark, in the town now
dogs are barking!
And the rising fleet
of stairs to the haven
lead up the noble hero,
until, on the highest tread
he falls into my open arms.
Waldemar:
Thus dance the angels not
in front the throne of God,
as now dances the world for me.
Lover sings not
the harp's song,
than Waldemar's soul to you.
But prouder not
sat Christ beside his father
his fight for salvation over,
than Waldemar proud now
and royal is
at Tovelile's side.
The blessed couldn't
more fervently
crave to find the heavenly ground,
than I your kiss,
as I saw shining
Gurre's battlements from Oeresund.
And I would never give the treasure
by battlements
faithfully guarded
in exchange for
heaven's splendour
and entrancing sound
and all the heavenly hosts!
Tove:
Now for the first time I tell you:
"King Volmer, I love you!"
Now for the first time I kiss you,
And fling my arm around you.
And speakst thou,
that I thus had earlier said
and given my kiss to you,
so I say: "The king is a fool,
who cherishes idle trinkets."
And speakst thou:" Ay, I am a fool,"
so I say: "No, the king is right;"
but you answer: "No, I'm not,"
so I say: "The king is wicked."
Because while thinking of you
all my roses I kissed to death.
Waldemar:
It's midnight,
and unredeemed dynasties' souls
rise from forgotten, caved-in graves,
and imploringly gaze
toward the light of the castle
or shack.
And the wind mockingly
Wafts them with harp music
and tankards pounding and lovesongs.
And they dwindle and sigh:
"Our time's run out."
On heaving waves
my head sways,
my hand feels
the beat of my heart,
overfull with the zest of life,
and over me stream
a purple rain of glowing kisses,
and my lips rejoice:
"Now my time has come!"
But time rushes by,
and I too
will rise at midnight
some day as if dead,
the winding sheet
will pull up
against the cold wind blowing
and drag on
in the fading moon's light
painstricken
with the grave's heavy cross,
scratch your beloved name
into the earth's face
and sink to the ground and moan:
"Our time is over!"
Tove:
You sent me a loving gaze
and lower your eyes,
but joy urges
your hand into mine,
the urge dies away;
but you give it back
with a kiss on my lips
and why do you still sigh
as if bemoaning a loved one,
while just one gaze
can flare up
to a flaming kiss?
The sparkling stars
up in the sky
fade away at dusk,
but sparkle anew
each midnight's time
in eternal splendour.
So short is death
like peaceful sleep
from dawn to dusk.
And when you awake
from your slumber
in refreshed beauty you see
the radiant young bride.
So let us finish
the golden goblet
to the honour of Him,
the powerful beauty bringing death.
Because with a smile we go
to our graves,
fading away in a blissful kiss.
Waldemar:
How strange you are Tove!
So rich I am now through you,
that no wish
is left unfulfilled;
So light is my heart,
so easy is my mind,
a watchful peace
in my soul.
It's so peaceful in me,
so strangely contented.
The urge to converse
rises to my lips,
but goes to sleep again.
I feel like your heart
is beating in my breast,
as if my breath, Tove,
could rise your breast.
And our thoughts I see
emerging and mingling
like clouds coming together,
and united they sway
in ever changing images.
And my soul is at peace,
I look into your eyes
and have no wish to talk;
how strange you are, Tove.
Voice of the turtle dove:
Doves of Gurre! Full of sorrow I am,
while on my way across the island!
Come! Listen!
Dead is Tove! Night in her eyes,
Which were the kings daylight!
Silent is her heart,
but the King's heart is wildly beating,
Dead and wild as yet!
Oddly like a boat
on heaving waves,
if the one, to whose welcome
the planks have bent
in tribute,
the ship's helmsman is dead,
entangled in the weeds of the deep.
Nobody brings them news,
impassable the path.
Like two streams
have been their thoughts,
flowing side by side.
Where do Tove's thoughts flow now?
The King's are oddly winding,
searching
for those of Tove,
and can't find them.
Far did I fly, laments to search,
and found aplenty!
The coffin I saw
on the King's shoulders,
Henning supported him;
dark was the night,
a single torch burned
beside the path;
the Queen held it,
high on the donjon,
full of vengeful musings.
Tears
she denied herself,
but glistened in her eye.
Far I flew, laments to search,
and found aplenty!
The King I saw,
with the coffin he drove,
in a peasant's dress.
His charger,
that often had carried him to victory,
was pulling the coffin.
Wild was the King's eye,
searching for that gaze,
irritated listened the King's heart,
for that word.
Henning talks to the King,
but still he is searching
word and gaze.
The King opens Tove's coffin,
Stares and listens
with quivering lips,
Tove is silent!
Far I flew, laments to search,
and found aplenty!
A monk went to pull the bell rope
for the evening's blessings [prayers];
but then he saw the coachman
and heard the bad news:
The sun sank, while the bell
rang out the death knell.
Far I flew, laments to search
and death!
Helwig's falcon it was, who
cruelly tore apart Gurre's dove.
II.
Waldemar:
Lord God, do you know what you were doing,
when my little Tove died?
You drove me from the last safe hold
I had won for my happiness!
Lord, you should be ashamed
to kill a beggar's only lamb!
Lord God, I am a King myself,
and as that, it is my firm belief
that I must never
rob a subservient's last light.
You are doing wrong:
Thus being a tyrant
not a ruler!
Lord God, your heavenly hosts
endlessly sing your praise,
but you badly need somebody
to tell you where you are wrong.
And who, pray, will be so daring?
Let me, Lord, wear your
court jester's cap!
III. The wild chase
Waldemar:
Rise, King Waldemar's
valued [worthy] men!
Brace yourself
With the rusty sword,
fetch from the church
the dusty shield,
frightfully painted with horrible images.
Lift your horses' decaying corpses,
adorn them with gold,
and use your spurs on them:
To the town of Gurre your meant to go,
Today is the rising of the dead!
Farmer:
The coffin's lid
Rattles and bangs.
Heavily pounding, it
trots through the night.
Races down from the hill,
rolls over the ravines
tinkling gaily like gold!
Jingling and jangling
through the armour-house they go,
throwing and pushing with ancient devices,
rumbling of stones along the cemetry,
sparrowhawks diving
down from the spire and mew,
open and closed bang the churche's gate!
Waldemar's men:
Hola!
Farmer:
There it goes!
Quickly draw a blanket over our ears!
Thrice I make the Holy
Cross, swiftly
for the sake of humans and house,
for horse and cows;
three times I use Christ's name,
to protect the seed on the fields.
My body I wisely use the cross on,
where the Lord hence was marked
with wounds,
so I am protected
against the nightly threat,
against the arrows of elves and the danger of trolls.
Finally I barricade the door
with steel and stones
so nothing bad can
enter through the door.
Waldemar's men:
Hail, oh King, at Gurres beach!
Now we chase across the island!
Holla!
To send arrows from stringless bows,
with hollow eyes and bony hands,
to hit the stag's shadowy image,
so that meadow dew seeps from the wound.
Holla! The gallow's ravens followed us,
Over beech-tops trot the horses,
Holla!
So we hunt as commonly told
every night until the jugement day.
Hola! Houssa hound! Houssa mount!
Just a short time the hunting takes!
Here the castle is, like in ancient times!
Holla!
Loki's oats to the nags pour,
let's go thrive on old glory.
Waldemar:
With Tove's voice whispers the forest,
with Tove's eyes watches the lake,
with Tove's smile sparkle the stars,
the cloud swells like the bosom's snow.
The senses hasten, to catch up with her,
Thoughts fight for her image.
But Tove is here and Tove is there,
Tove's afar and Tove is near.
Tove, is it you, by witchcraft
bound to the lakes and forests glory?
The dead heart, it swells and widens,
Tove, Tove
Waldemar yearns for you!
Klaus-Jester:
"A rare bird an eel is,
mostly living in the water,
yet every now and then
in the moonlight he comes
to seek the shore."
Thus I often sang
to my Lord's guests,
but now the shoe fits
mine own feet.
I don't have an open house myself
and very simply do I live
no one inviting
and no high life, no carousing,
and yet on my expenses
many an impudent blighter lives,
so I can't offer anything,
whether I want it or not,
but - I will give
my night's rest,
to one who can tell me,
why every night
I circle the pond.
That Palle Glob and Erik Paa
do the same, I gather:
They never belonged to the virtuous;
now they gamble,
though on horseback,
for the coolest place,
far away from the hearth,
should they go to hell.
And the King,
always out of his mind,
as soons as the owls howl,
and still calling for his maiden,
who is dead for a year and a day,
he too deserves
to join the hunt.
Because he has always been brutal,
and caution was indeed advisable
and an open eye to danger,
him beeing the court-jester himself
to the mighty Lord
above the moon.
I, who believed, in the grave
you finally are at rest,
that the mind stays with the dust
in peaceful disposition,
quietly recollecting for the grand court ball,
where as brother Knut tells,
resound the trumpets,
where the righteous cheerfully
dine on sinners as on capons -
och, that I sit a-hunting,
my nose to my horse's tail,
dog-tired in a wild rush,
were it not too late already,
I'd hang myself.
But oh, how sweet
they say it will taste,
when at last I reach heaven!
True, the litany of my sins is long,
but most of the guilt I wriggle myself out of!
Who cloaked the naked truth?
Who unfortunately got the thrashing?
Yes, if there still is justice,
then I am meant to see heaven's grace ...
Oh, and then God will need mercy.
Waldemar:
Judge, so strictly reigning above,
You laugh at my pain [sorrow],
but once upon a time,
at resurrection-time,
take it to your heart
that I and Tove, we are one.
So don't you ever tear apart our souls,
mine to hell, hers to heaven,
for with that you'd give me power
to destroy your angels' force
and gallop with my wild hunt
into heaven's gates.
Waldemar's Men:
The cock lifts his head and crows,
carries the day in his beck,
and from our swords drip
rusty-toned the morning-dew.
Time is up now!
Our graves gape at us,
and the earth sucks in
what fears the light.
Vanish! Vanish!
Life comes up
with power and glory,
with action and throbbing heart,
and we're destined to die,
to pain and death,
To the grave! To the grave!
To dream-heavy peace.
Oh, if only we could rest
in peace!
The summerwind's wild chase
Speaker:
Sir Goosefoot, Lady Pimpernel,
Now quickly duck,
because the summer wind's wild chase is coming.
Hesitant the midges fly,
from the reed-lined grove,
the wind engraved the water's silvery disc.
It's worse to come, than you ever imagined;
Ho! Eerie sounds waft over from the beeches!
It's St. Johns dragon with his red fiery tongue,
and the black meadow dew, a shadow bleak and dead!
What a surge and swaying!
What a hustle and ringing!
Into the ears of the corn slashes the foul-mooded wind,
so the cornfield whispers and trembles.
With its long legs the spin fiddles,
and torn away is, what she busily wove.
Tinkling the dew comes down from the hills,
Stars shoot and vanish at the blink of an eye;
Fleetingly the moth rustles through the hedge-rows,
the frogs jump to watery shelter.
Quiet! What may be the wind's wish?
If the withered leaf it turns,
it searches for those gone too early:
spring's blue-white blossomy seams,
the earth's fleeting summer-dreams -
they are long gone to dust!
But up to the tree-tops
It goes to loftier spaces,
Because up there, as intricate as dreams
it thinks the blossoms to be!
And with wondrous sounds
in their leafy crowns
it again greets
the slender beauties.
Look! Now that's over too.
Over lofty steeps it twirls on free
to the lake's blinking mirror,
and there in the wave's neverending dance,
in the star's pale reflection
it peacefully rocks to sleep.
How quickly the quiet came!
Ah, how light and bright it was!
Oh, rise from the blossom tiny lady-bird,
And ask your beautiful wife to make a lively dance in the sunshine.
Already the waves dance at the cliff's edge,
already the snail glides through the grass,
now the birds of the wood rise,
dew shakes off the blossom from its wavy hair
and looks out for the sun.
Rise, rise, you flowers to bliss!
Mixed choir:
Look! the colourful sun at heaven's seams
greets her morning-dream from the east.
Smiling she rises
from the night's waves,
letting beam from her bright brow
glorious curls.
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Authorship
Translation from German to English copyright © 2004 by Linda Godry, morava03 (AT) gmx.de, (re)printed on this website with kind permission. Please contact the copyright-holder(s) when requesting permission to reprint and be sure to give proper credit.
Based on
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Text added to the website: 2004-11-22.
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