1. Wanderers Nachtlied I
Language:
German
Authorship
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Der du von [dem Himmel]1 bist,
[Alles Leid]2 und Schmerzen [stillest,]3
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit [Erquickung füllest,]4
Ach! ich bin des Treibens müde!
[Was soll all der Schmerz und Lust?]5
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!
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1 Kirchner: "den Himmeln"
2 Rust: "Kummer, Leid"
3 Schubert: "stillst"
4 Schubert: "Entzückung füllst"
5 Rust: "Bangen Schmerzes, wilder Lust,";
Arnim: "Was soll all der Schmerz, die Lust?"
2. Aus Wilhelm Meister
Language:
German
Authorship
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An die Türen will ich schleichen,
Still und sittsam will ich stehn,
Fromme Hand wird Nahrung reichen,
Und ich werde weitergehn.
Jeder wird sich glücklich scheinen,
Wenn mein Bild vor ihm erscheint,
Eine Träne wird er weinen,
Und ich weiß nicht, was er weint.
3. Selbstbetrug
Language:
German
Authorship
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Der Vorhang schwebet hin und her
Bei meiner Nachbarin.
Gewiß sie lauschet überquer,
Ob ich zu Hause bin.
Und ob der eifersücht'ge Groll,
Den ich am Tag gehegt,
Sich, wie er nun auf immer soll,
Im tiefen Herzen legt.
Doch leider hat das schöne Kind
Dergleichen nicht gefühlt.
Ich seh', es ist der Abendwind,
Der mit dem Vorhang spielt.
4. Aus Erwin und Elmire
Language:
German
Authorship
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Sie liebt mich!
Sie liebt mich!1
Welch schreckliches Beben!
Fühl ich mich selber?
Bin ich am Leben?
Sie [liebt]2 mich!
Sie liebt mich!3
Ach, rings so anders!
Bist du's noch, Sonne?
Bist du's noch, Hütte?
Trage die Wonne,
Seliges Herz!
Sie liebt mich!
Sie liebt mich!1
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Note: in some versions of the Goethe poem, "Ha!" appears at the beginning of several lines.
1 Lang: "Sie liebt mich, sie liebt mich, ja sie liebt mich"
2 Lang and Medtner: "liebet"
3 Lang adds here:Ach, kann die Seele dich denn erfassen,
Glück ohne Name kann ich dich lassen!
Einmal erwacht, einmal erwacht! Glück ohne Name!
Sie liebt mich, sie liebt mich, ja! sie liebt mich!
5. Aus "Lila"
Language:
German
Authorship
So tanzet und springet
in Reihen und Kranz,
Die liebliche Jugend,
Ihr ziemet der Tanz.
Am Rocken zu sitzen
Und fleißig zu sein,
Das Tagwerk zu enden,
Es schläfert euch ein.
Drum tanzet und springet,
Erfrischt euch das Blut,
Der traurigen Liebe
Gebt Hoffnung und Mut.
6. Vor Gericht
Language:
German
Authorship
Von wem ich es habe, das sag' ich euch nicht,
Das Kind in meinem Leib. -
Pfui! speit ihr aus: die Hure da! -
Bin doch ein ehrlich Weib.
Mit wem ich mich traute, das sag' ich euch nicht.
Mein Schatz ist lieb und gut,
Trägt er eine goldene Kett' am Hals,
Trägt er einen strohernen Hut.
Soll Spott und Hohn getragen sein,
Trag' ich allein den Hohn.
Ich kenn' ihn wohl, er kennt mich wohl,
Und Gott weiß auch davon.
Herr Pfarrer und Herr Amtmann ihr,
Ich bitte, laßt mich in Ruh!
Es ist mein Kind, es bleibt mein Kind,
Ihr gebt mir ja nichts dazu.
7. Meeresstille
Language:
German
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(Emily Ezust)
FRE
French
(Karel Vereycken)
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Dutch
[singable]
(Lau Kanen)
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Russian
(Aleksey Nikolayevich Pleshcheyev)
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(Ferdinando Albeggiani)
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(Antoine Pelletier)
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(Daniel Platt)
ENG
English
[singable]
(John Bernhoff)
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French
[singable]
(John Bernhoff)
Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche rings umher.
Keine Luft von Keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuren Weite
Reget keine Welle sich.
Input by Richard Morris
8. Glückliche Fahrt
Language:
German
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Die Nebel zerreißen,
Der Himmel ist helle,
Und Aeolus löset
Das ängstliche Band.
Es säuseln die Winde,
Es rührt sich der Schiffer.
Geschwinde! Geschwinde!
Es teilt sich die Welle,
Es naht sich die Ferne,
Schon seh' ich das Land!
9. Nähe des Geliebten
Language:
German
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ENG
English
(Emily Ezust)
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Spanish
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DUT
Dutch
[singable]
(Lau Kanen)
ITA
Italian
(Amelia Maria Imbarrato)
ENG
English
[singable]
(Shula Keller)
ENG
English
(Edgar Alfred Bowring)
FRE
French
(Pierre Mathé)
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen [Hain da]1 geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne.
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!
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1 in some versions: "Haine"
10. Der ungetreue Knabe
Language:
German
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Es war ein [Knabe]1 frech genung,
War erst aus Frankreich kommen,
Der hatt' ein armes Maidel jung
Gar oft in Arm genommen;
Und liebgekos't und liebgeherzt;
Als Bräutigam herum gescherzt;
Und endlich sie verlassen.
Das [braune]2 Maidel das erfuhr,
Vergingen ihr die Sinnen,
Sie lacht' und weint' und bet't' und schwur:
So fuhr die Seel' von hinnen.
Die Stund da sie verschieden war,
Wird bang dem Buben, graus't sein Haar:
Es treibt ihn fort zu Pferde.
Er gab die Sporen kreuz und quer
Und ritt auf alle Seiten,
Herüber, nüber, hin und her,
Kann keine Ruh erreiten;
Reit't sieben Tag' und sieben Nacht:
Es blitzt und donnert, stürmt und kracht,
Die Fluten reißen über.
Und reit't im Blitz und Wetterschein
Gemäuerwerk entgegen;
Bind't's Pferd hauß' an und kriecht hinein,
Und duckt sich vor dem Regen;
Und wie er tappt, und wie er fühlt,
Sich unter ihm die Erd' erwühlt,
Er stürzt wohl hundert Klafter.
Und als er sich ermannt vom Schlag,
Sieht er drei Lichtlein schleichen.
Er rafft sich auf und krabbelt nach;
Die Lichtlein ferne weichen;
Irr' führen ihn, die Quer' und Läng',
Trepp' auf, Trepp' ab, durch enge Gäng',
Verfallne wüste Keller.
Auf einmal sitzt er hoch im Saal,
Sieht sitzen hundert Gäste,
Hohläugig grinsen allzumal
Und winken ihm zum Feste;
Er sieht sein Schätzel unten an
Mit weißen Tüchern angetan,
Die wend't sich [-]3!
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1 Seckendorf: "Buhle"
2 Seckendorf: "arme"
3 Seckendorf: "Pedro"
11. Gleich und gleich
Language:
German
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Ein Blumenglöckchen vom Boden hervor
War früh gesprosset in lieblichem Flor;
Da kam ein Bienchen und naschte fein:
Die müssen wohl beide für einander sein.
12. Geistesgruß
Language:
German
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Hoch auf dem alten Turme steht
Des Helden edler Geist,
Der, wie das Schiff vorübergeht,
Es wohl zu [fahren]1 heißt.
"Sieh, diese Sehne war so stark,
Dies Herz so fest und wild,
Die Knochen voll von Rittermark,
Der Becher angefüllt;
"Mein halbes Leben stürmt' ich fort,
Verdehnt' die Hälft' in Ruh,
Und du, du Menschenschifflein dort,
Fahr' immer, immer zu!"
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1 Reichardt: "führen"
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