1. Elisabeth
Language:
German
Authorship
Ich kann nicht mehr zufrieden sein
. . . . . . . . . .
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2. Glück
Language:
German
Authorship
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Solang du nach dem Glücke jagst,
Bist du nicht reif zum glücklich sein
Und währe alles Liebste dein.
Solange du nach Verlorenem klagst
Und Ziele hast und rastlos bist,
Weißt du noch nicht, was Friede ist.
Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
Nicht Ziele mehr, noch Begehren kennst,
Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,
Dann reicht dir des Geschehens Flut
Nicht mehr ans Herz - und deine Seele ruht.
3. Frühlingstag
Language:
German
Authorship
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Wind im Gesträuch und Vogelpfiff
Und hoch im höchsten süßen Blau
Ein stilles, stolzes Wolkenschiff . . .
Ich träume von einer blonden Frau,
Ich träume von meiner Jugendzeit,
Der hohe Himmel blau und weit
Ist meiner Sehnsucht Wiege,
Darin ich stillgesinnt
Und selig warm
Mit leisem Summen liege
So wie in seiner Mutter Arm
Ein Kind.
Input by Sharon Krebs
4. Über die Felder
Language:
German
Authorship
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Über [den Himmel]1 Wolken [ziehn]2,
Über die Felder [geht]3 der Wind,
Über die Felder wandert
Meiner Mutter verlorenes Kind.
Über die Straße Blätter wehn,
Über den Bäumen Vögel schrein --
Irgendwo über den Bergen
Muß meine ferne Heimat sein.
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1 Thide: "die Erde"
2 Kurig: "gehn"
3 Kurig: "weht"
5. Windiger Tag im Juni
Language:
German
Authorship
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Der See starrt wie Glas,
am steilen Hügelhang
weht silbern das dünne Gras.
Jammernd und todesbang
schreit ein Kibitz in der Luft,
taumelt in zuckenden Bogen.
Vom anderen Ufer herübergeflogen
kommt Sensengeläut
und sehnlicher Wiesenduft.
6. Julikinder
Language:
German
Authorship
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Wir Kinder im Juli geboren
[ ... ]
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7. Jugendflucht
Language:
German
Authorship
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Available translations (or transliterations, if applicable):
ITA
Italian
(Ferdinando Albeggiani)
Der müde Sommer senkt das Haupt
Und schaut sein falbes Bild im See.
Ich wandle müde und bestaubt
Im Schatten der Allee.
Durch Pappeln geht ein zager Wind,
Der Himmel hinter mir ist rot,
Und vor mir Abendängste sind
- Und Dämmerung - und Tod.
Ich wandle müde und bestaubt,
Und hinter mir bleibt zögernd stehn
Die Jugend, neigt das schöne Haupt
Und will nicht fürder mit mir gehn.
8. Mittag im September
Language:
German
Authorship
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Es hält der blaue Tag
für eine Stunde auf der Höhe Rast,
sein licht hält jedes Ding umfasst,
wie man's in Träumen sehen mag:
daß schattenlos die Welt,
in Blau und Gold gewiegt,
in lauter Duft und reifem Frieden liegt.
-- Wenn auf dies Bild ein Schatten fällt! --
Kaum hast du es gedacht,
so ist die goldne Stunde
aus ihrem Zaubertraum erwacht,
und bleicher wird, indes sie stiller lacht,
und kühler wird die Sonne in der Runde.
Input by John Versmoren
9. Im Nebel
Language:
German
Authorship
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Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den andern,
jeder ist allein.
Voll Freunden war mir die Welt,
als noch mein Leben licht war;
nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
jeder ist allein.
10. Herbst
Language:
German
Authorship
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[Ihr Vögel]1 im Gesträuch,
wie flattert euer Gesang
den bräunenden Wald entlang --
Ihr Vögel, sputet euch!
Liebe Vögel im Laub,
Liebe Brüderlein,
Lasset uns singen und fröhlich sein,
Bald sind wir [im]2 Staub.
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1 Kilpinen: "Die Vögel"; Petzold: "Ihr Vöglein"
2 added by Bohner.
?. Ohne Liebe
Language:
German
Authorship
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Wie über eines tiefen Brunnens Rand,
So fallen Tage mir und Nächte nun
leer, ohne Lust noch Leid noch Lied noch Tun
Gleich welker Sommerrosen aus der Hand.
Ich achte nicht, wie mir die Zeit vergeht,
Ich sehe nur, wie meiner Liebe Stern
Weitab gewendet schattenhaft und fern
Am bleichen Himmel meines Lebens steht.
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