1. Über die Felder
Language:
German
Authorship
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Über [den Himmel]1 Wolken [ziehn]2,
Über die Felder [geht]3 der Wind,
Über die Felder wandert
Meiner Mutter verlorenes Kind.
Über die Straße Blätter wehn,
Über den Bäumen Vögel schrein --
Irgendwo über den Bergen
Muß meine ferne Heimat sein.
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1 Thide: "die Erde"
2 Kurig: "gehn"
3 Kurig: "weht"
2. Herbst
Language:
German
Authorship
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[Ihr Vögel]1 im Gesträuch,
wie flattert euer Gesang
den bräunenden Wald entlang --
Ihr Vögel, sputet euch!
Liebe Vögel im Laub,
Liebe Brüderlein,
Lasset uns singen und fröhlich sein,
Bald sind wir [im]2 Staub.
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1 Kilpinen: "Die Vögel"; Petzold: "Ihr Vöglein"
2 added by Bohner.
3. Mittag im September
Language:
German
Authorship
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Es hält der blaue Tag
für eine Stunde auf der Höhe Rast,
sein licht hält jedes Ding umfasst,
wie man's in Träumen sehen mag:
daß schattenlos die Welt,
in Blau und Gold gewiegt,
in lauter Duft und reifem Frieden liegt.
-- Wenn auf dies Bild ein Schatten fällt! --
Kaum hast du es gedacht,
so ist die goldne Stunde
aus ihrem Zaubertraum erwacht,
und bleicher wird, indes sie stiller lacht,
und kühler wird die Sonne in der Runde.
Input by John Versmoren
4. September
Language:
German
Authorship
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Available translations (or transliterations, if applicable):
Der Garten trauert,
kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
still seinem Ende entgegen.
Golden tropft Blatt um Blatt
nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
in den sterbenden Gartentraum.
Lange noch bei den Rosen
bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
müdgewordnen Augen zu.
Input by John Versmoren
5. Im Nebel
Language:
German
Authorship
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Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den andern,
jeder ist allein.
Voll Freunden war mir die Welt,
als noch mein Leben licht war;
nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.
Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
jeder ist allein.
6. Das Ziel
Language:
German
Authorship
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Immer bin ich ohne Ziel gegangen,
wollte nie zu einer Rast gelangen,
meine Wege schienen ohne Ende.
Endlich sah ich, daß ich nur im Kreise
wanderte, und wurde müd der Reise.
Jener Tag war meines lebens Wende.
Zögernd geh ich nun dem Ziel entgegen,
denn ich weiß: Auf allen meinen Wegen
steht der Tod und bietet mir die Hände.
Input by John Versmoren
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