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Über die Felder... : Sechs Gesänge nach Gedichten von Hermann Hesse

Song Cycle by Herbert Schweikert (1927-)


1. Über die Felder

Language: German

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Über [den Himmel]1 Wolken [ziehn]2,
Über die Felder [geht]3 der Wind,
Über die Felder wandert
Meiner Mutter verlorenes Kind.

Über die Straße Blätter wehn,
Über den Bäumen Vögel schrein --
Irgendwo über den Bergen
Muß meine ferne Heimat sein.

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1 Thide: "die Erde"
2 Kurig: "gehn"
3 Kurig: "weht"


2. Herbst

Language: German

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[Ihr Vögel]1 im Gesträuch,
wie flattert euer Gesang
den bräunenden Wald entlang --
Ihr Vögel, sputet euch!

Liebe Vögel im Laub,
Liebe Brüderlein,
Lasset uns singen und fröhlich sein,
Bald sind wir [im]2 Staub.

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1 Kilpinen: "Die Vögel"; Petzold: "Ihr Vöglein"
2 added by Bohner.


3. Mittag im September

Language: German

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Es hält der blaue Tag 
für eine Stunde auf der Höhe Rast,
sein licht hält jedes Ding umfasst,
wie man's in Träumen sehen mag:
daß schattenlos die Welt,
in Blau und Gold gewiegt, 
in lauter Duft und reifem Frieden liegt. 

-- Wenn auf dies Bild ein Schatten fällt! --

Kaum hast du es gedacht,
so ist die goldne Stunde 
aus ihrem Zaubertraum erwacht, 
und bleicher wird, indes sie stiller lacht, 
und kühler wird die Sonne in der Runde.

Input by John Versmoren


4. September

Language: German

Authorship

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Available translations (or transliterations, if applicable):


Der Garten trauert,
kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
still seinem Ende entgegen. 

Golden tropft Blatt um Blatt
nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
in den sterbenden Gartentraum. 

Lange noch bei den Rosen
bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen
müdgewordnen Augen zu.

Input by John Versmoren


5. Im Nebel

Language: German

Authorship

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Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den andern,
jeder ist allein.

Voll Freunden war mir die Welt,
als noch mein Leben licht war;
nun, da der Nebel fällt,
ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
jeder ist allein.


6. Das Ziel

Language: German

Authorship

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Immer bin ich ohne Ziel gegangen,
wollte nie zu einer Rast gelangen,
meine Wege schienen ohne Ende. 

Endlich sah ich, daß ich nur im Kreise
wanderte, und wurde müd der Reise. 
Jener Tag war meines lebens Wende. 

Zögernd geh ich nun dem Ziel entgegen,
denn ich weiß: Auf allen meinen Wegen
steht der Tod und bietet mir die Hände.

Input by John Versmoren


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