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French translation: Le cor merveilleux de l'enfant
1. Der Schildwache Nachtlied
Language:
German
Authorship
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"Ich kann und mag nicht fröhlich sein;
Wenn alle Leute schlafen,
So muß ich wachen,
Muß traurig sein."
"Ach Knabe, du sollst nicht traurig sein,
Will deiner warten,
Im Rosengarten,
Im grünen Klee."
"Zum grünen Klee, da komm ich nicht,
zum Waffengarten
Voll Helleparten
Bin ich gestellt."
"Stehst du im Feld, so helf dir Gott,
An Gottes Segen
Ist alles gelegen,
Wer's glauben tut."
"Wer's glauben tut, ist weit davon,
Er ist ein König,
Er ist ein Kaiser,
Er führt den Krieg."
Halt! Wer da? Rund! Bleib' mir vom Leib!
Wer sang es hier? Wer sang zur Stund'?
Verlorne Feldwacht
Sang es um Mitternacht.
Mitternacht! Feldwacht!
Input by Jakob Kellner
2. Verlorne müh'!
Language:
German
Authorship
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Sie:
Büble, wir wollen außre gehe!
Wollen wir? Unsere Lämmer besehe?
Komm', lieb's Büberle,
komm', ich bitt'!
Er:
Närrisches Dinterle,
ich geh dir holt nit!
Sie:
Willst vielleicht ä bissel nasche?
Hol' dir was aus meiner Tasch'!
Hol', lieb's Büberle,
hol', ich bitt'!
Er:
Närrisches Dinterle,
ich nasch' dir holt nit!
Sie:
Gelt, ich soll mein Herz dir schenke!?
Immer willst an mich gedenke!?
Nimm's! Lieb's Büberle!
Nimm's, ich bitt'!
Er:
Närrisches Dinterle,
ich mag es holt nit!
3. Trost im Unglück
Language:
German
Authorship
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Husar:
Wohlan! Die Zeit ist kommen!
Mein Pferd, das muß gesattelt sein!
Ich hab' mir's vorgenommen,
geritten muß es sein!
Geh' du nur hin!
Ich hab' mein Teil!
Ich lieb' dich nur aus Narretei!
Ohn' dich kann ich wohl leben, ja leben!
Ohn' dich kann ich wohl sein!
So setz' ich mich auf's Pferdchen,
und trink' ein Gläschen kühlen Wein,
und schwör's bei meinem Bärtchen:
dir ewig treu zu sein!
Mädchen:
Du glaubst, du bist der Schönste
wohl auf der ganzen weiten Welt,
und auch der Angenehmste!
Ist aber weit, weit gefehlt!
In meines Vaters Garten
wächst eine Blume drin:
so lang' will ich noch warten,
bis die noch größer ist.
Und geh' du nur hin!
Ich hab' mein Teil!
Ich lieb' dich nur aus Narretei!
Ohn' dich kann ich wohl leben,
ohn' dich kann ich wohl sein!
Beide:
Du denkst, ich werd' dich nehmen!
Das hab' ich lang' noch nicht im Sinn!
Ich muß mich deiner schämen,
wenn ich in Gesellschaft bin!
4. Wer hat dies Liedlein erdacht?
Language:
German
Authorship
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Dort [oben]1 in dem hohen Haus,
Da guckt ein fein's lieb's Mädel heraus,
Es ist nicht dort daheime,
Es ist des Wirts sein Töchterlein,
Es wohnt auf grüner Heide.
[ ... ]
"Mein Herze ist wund,
komm Schätzel mach's gesund!
Dein schwarzbraune Äuglein,
Die haben mich vertwundt!
Dein rosiger Mund
Macht Herzen gesund.
Macht Jugend verständig,
Macht Tote lebendig,
Macht Kranke gesund."
Wer hat denn das schöne Liedlein erdacht?
Es haben's drei Gäns übers Wasser gebracht,
Zwei graue und eine weiße;
Und wer das Liedlein nicht singen kann,
Dem wollen sie es pfeifen.
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1 Mahler: "oben am Berg"
Input by Jakob Kellner
5. Das irdische Leben
Language:
German
Authorship
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[ "Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
"Warte nur, mein liebes Kind,
Morgen wollen wir säen [geschwind."]1
Und als [das Korn]3 gesäet war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar: ]2
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
"Warte nur, mein liebes Kind,
Morgen wollen wir [ernten]5 [geschwind."]1
Und als [das Korn]3 [geerntet]6 war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
"Warte nur, mein liebes Kind,
Morgen wollen wir dreschen [geschwind."]1
Und als [das Korn]3 gedroschen war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."
[ "Warte nur, mein liebes Kind,
Morgen wollen wir mahlen [geschwind."]1
Und als [das Korn]3 gemahlen war,
[Rief]4 das Kind noch immerdar:
"Mutter, ach Mutter! es hungert mich,
Gib mir Brot, sonst sterbe ich."]
"Warte nur, mein liebes Kind,
Morgen wollen wir backen [geschwind."]1
Und als das Brot gebacken war,
Lag das Kind auf der Totenbahr.
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1 not set by Schreker
2 not set by Mahler
3 Schreker: "es nun"
4 Schreker: "Sprach"
5 Schreker: "schneiden"
6 Schreker: "geschnitten"
Input by Jakob Kellner
6. Des Antonius von Padua Fischpredigt
Language:
German
Authorship
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Antonius zur Predigt
Die Kirche findt ledig.
Er geht zu den Flüssen
und predigt den Fischen;
Sie schlagen mit den Schwänzen,
Im Sonnenschein glänzen.
Die Karpfen mit Rogen
Sind [allhier gezogen]1,
Haben d'Mäuler aufrissen,
Sich Zuhörens beflissen;
Kein Predigt niemalen
Den Karpfen so g'fallen.
Spitzgoschete Hechte,
Die immerzu fechten,
Sind eilend herschwommen,
Zu hören den Frommen;
[ Kein Predigt niemalen
Den Hechten so g'fallen.]2
Auch jene Phantasten,
Die immerzu fasten;
Die Stockfisch ich meine,
Zur Predigt erscheinen;
Kein Predigt niemalen
Den Stockfisch so g'fallen.
Gut Aale und Hausen,
Die vornehme schmausen,
Die selbst sich bequemen,
Die Predigt vernehmen:
[Kein Predigt niemalen
den Aalen so g'fallen.]2
Auch Krebse, Schildkroten,
Sonst langsame Boten,
Steigen eilig vom Grund,
Zu hören diesen Mund:
Kein Predigt niemalen
den Krebsen so g'fallen.
Fisch große, Fisch kleine,
Vornehm und gemeine,
Erheben die Köpfe
Wie verständge Geschöpfe:
Auf Gottes Begehren
Die Predigt anhören.
Die Predigt geendet,
Ein jeder sich wendet,
Die Hechte bleiben Diebe,
Die Aale viel lieben.
Die Predigt hat g'fallen.
Sie bleiben wie alle.
Die Krebs gehn zurücke,
Die Stockfisch bleiben dicke,
Die Karpfen viel fressen,
die Predigt vergessen.
Die Predigt hat g'fallen.
Sie bleiben wie alle.
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1 another version: "all' hierher zogen"
2 not set by Mahler
Input by Jakob Kellner
7. Rheinlegendchen
Language:
German
Authorship
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Bald gras ich am Neckar, bald gras ich am Rhein;
Bald hab' ich ein Schätzel, bald bin ich allein!
Was hilft mir das Grasen, wenn d' Sichel nicht schneid't!
Was hilft mir ein Schätzel, wenn's bei mir nicht bleibt.
So soll ich denn grasen am Neckar, am Rhein,
So werf ich mein goldenes Ringlein hinein.
Es fließet im Neckar und fließet im Rhein,
Soll schwimmen hinunter ins Meer tief hinein.
Und schwimmt es, das Ringlein, so frißt es ein Fisch!
Das Fischlein tät kommen auf's König sein Tisch!
Der König tät fragen, wem's Ringlein sollt sein?
Da tät mein Schatz sagen: das Ringlein g'hört mein.
Mein Schätzlein tät springen bergauf und bergein,
Tät mir wiedrum bringen das Goldringlein mein!
Kannst grasen am Neckar, kannst grasen am Rhein,
Wirf du mir nur immer dein Ringlein hinein!
Input by Jakob Kellner
8. Lied des Verfolgten im Turm
Language:
German
Authorship
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Der Gefangene:
Die Gedanken sind frei,
Wer kann sie erraten?
Sie rauschen vorbei
Wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
Kein Jäger sie schießen;
Es bleibet dabei,
Die Gedanken sind frei.
Das Mädchen:
Im Sommer ist gut lustig sein
Auf hohen wilden Heiden,
Dort findet man grün Plätzelein,
Mein herzverliebtes Schätzelein,
Von dir mag ich nit scheiden.
Der Gefangene:
Und sperrt man mich ein
Im finstern Kerker,
Dies alles sind nur
Vergebliche Werke;
Denn meine Gedanken
Zerreißen die Schranken
Und Mauern entzwei,
Die Gedanken sind frei.
Das Mädchen:
Im Sommer ist gut lustig sein
Auf hohen wilden Bergen;
Man ist da ewig ganz allein,
Man hört da gar kein Kindergeschrei,
Die Luft mag einem da werden.
Der Gefangene:
So sei es, wie es will,
Und wenn es sich schicket,
Nur alles in der Still;
[Und was mich erquicket,]1
Mein Wunsch und Begehren
Niemand kann's [mir]2 wehren;
Es bleibet dabei,
Die Gedanken sind frei.
Das Mädchen:
Mein Schatz, du singst so fröhlich hier
Wie's Vögelein in dem Grase;
Ich steh so traurig bei Kerkertür,
Wär ich doch tot, wär ich bei dir,
Ach, muß ich denn immer klagen?
Der Gefangene:
Und weil du so klagst,
Der Lieb ich entsage,
Und ist es gewagt,
So kann mich nicht plagen!
So kann ich im Herzen
Stets lachen, bald scherzen;
Es bleibet dabei,
Die Gedanken sind frei.
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1 Mahler: "nur all's in der Still'"
2 not set by Mahler.
Input by Jakob Kellner
9. Wo die schönen Trompeten blasen
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Wer ist denn draußen und wer klopfet an,
Der mich so leise, so leise wecken kann?
Das ist der Herzallerliebste dein,
Steh auf und laß mich zu dir ein!
Was soll ich hier nun länger stehn?
Ich seh die Morgenröt aufgehn,
Die Morgenröt, zwei helle Stern,
Bei meinem Schatz, da wär ich gern,
bei meiner Herzallerliebsten.
Das Mädchen stand auf und ließ ihn ein;
Sie heißt ihn auch wilkommen sein.
Willkommen, lieber Knabe mein,
So lang hast du gestanden!
Sie reicht ihm auch die schneeweiße Hand.
Von ferne sang die Nachtigall
Das Mädchen fing zu weinen an.
Ach weine nicht, du Liebste mein,
Aufs Jahr sollst du mein eigen sein.
Mein Eigen sollst du werden gewiß,
Wie's keine sonst auf Erden ist.
O Lieb auf grüner Erden.
Ich zieh in Krieg auf grüner Heid,
Die grüne Heide, die ist so weit.
Allwo dort die schönen Trompeten blasen,
Da ist mein Haus, von grünem Rasen.
Input by Jakob Kellner
10. Lob des hohen Verstands
Language:
German
Authorship
Set in a modified version by
Available translations (or transliterations, if applicable):
Einstmals in einem tiefen Tal
Kukuk und Nachtigall
Täten ein Wett' anschlagen:
Zu singen um das Meisterstück,
Gewinn' es Kunst, gewinn' es Glück:
Dank soll er davon tragen.
Der Kukuk sprach: "So dir's gefällt,
Hab' ich den Richter wählt",
Unt tät gleich den Esel ernennen.
"Denn weil er hat zwei Ohren groß,
So kann er hören desto bos
Und, was recht ist, kennen!"
Sie flogen vor den Richter bald.
Wie dem die Sache ward erzählt,
Schuf er, sie sollten singen.
Die Nachtigall sang lieblich aus!
Der Esel sprach: "Du machst mir's kraus!
Du machst mir's kraus! I-ja! I-ja!
Ich kann's in Kopf nicht bringen!"
Der Kukuk drauf fing an geschwind
Sein Sang durch Terz und Quart und Quint.
Dem Esel g'fiels, er sprach nur
"Wart! Wart! Wart! Dein Urteil will ich sprechen,
Wohl sungen hast du, Nachtigall!
Aber Kukuk, singst gut Choral!
Und hältst den Takt fein innen!
Das sprech' ich nach mein' hoh'n Verstand!
Und kost' es gleich ein ganzes Land,
So laß ich's dich gewinnen!"
11. Urlicht
Language:
German
Authorship
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O Röschen rot,
Der Mensch liegt in größter Not,
Der Mensch liegt in größter Pein,
Je lieber möcht' ich im Himmel sein.
Da kam ich auf einem breiten Weg,
Da kam ein Engelein und wollt' mich abweisen.
Ach nein, ich ließ mich nicht abweisen!
Ich bin von Gott und will wieder zu Gott,
Der liebe Gott wird mir ein Lichtchen geben,
Wird leuchten mir bis [in]1 das ewig selig' Leben!
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1 in some versions, "an"
Input by John Versmoren
12. Es sungen drei Engel
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Knabenchor:
Bimm bamm, bimm, bamm, . . .
Frauenchor:
Es sungen drei Engel einen süßen Gesang,
Mit Freuden es selig in den Himmel klang.
Sie jauchzten fröhlich auch dabei,
Daß Petrus sei von Sünden frei.
Und als der Herr Jesus zu Tische saß,
Mit seinen zwölf Jügern das Abendmahl aß,
Da sprach der Herr Jesus: "Was stehst du den hier?
Wenn ich dich anseh', so weinest du mir."
Alt:
"Und sollt' ich nicht weinen, du gütiger Gott" . . .
Frauenchor
Du sollst ja nicht weinen!
Alt:
"Ich habe übertreten die Zehn Gebot;
Ich gehe und weine ja bitterlich,
Ach komm und erbarme dich über mich."
Frauenchor:
Has du denn übertreten die Zehen Gebot,
So fall auf die Knie und bete zu Gott!
Liebe nur Gott in alle Zeit,
So wirst du erlangen die himmlische Freud!
Die himmlische Freud, die Selige Stadt;
Die himmlische Freud, die kein Ende mehr hat.
Die himmlische Freude war Petro bereit'
Durch Jesum und allen zur Seligkeit.
Input by John Versmoren
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