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Gesänge aus einem gesellschaftlichen Liederspiele "Die schöne Müllerin"

Song Cycle by Ludwig Berger (1777-1839)


1. Des Müllers Wanderlied

Language: German

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    * ENG English (Emily Ezust)
    * SPA Spanish (Pilar Lirio) (Uta Weber)
    * DUT Dutch [singable] (Lau Kanen)
    * ITA Italian (Amelia Maria Imbarrato)
    * FRE French (Guy Laffaille)

Ich hört' ein Bächlein rauschen
Wohl aus dem Felsenquell,
Hinab zum Tale rauschen
So frisch und wunderhell.

Ich weiß nicht, wie mir wurde,
Nicht, wer den Rat mir gab,
Ich mußte [gleich]1 hinunter
Mit meinem Wanderstab.

Hinunter und immer weiter
Und immer dem Bache nach,
Und immer frischer rauschte
Und immer heller der Bach.

Ist das denn meine Straße?
O Bächlein, sprich, wohin?
Du hast mit deinem Rauschen
Mir ganz berauscht den Sinn.

Was sag ich denn [von]2 Rauschen?
Das kann kein Rauschen sein:
Es singen wohl die Nixen
[Dort]3 unten ihren Reihn.

Laß singen, Gesell, laß rauschen
Und wandre fröhlich nach!
Es gehn ja Mühlenräder
In jedem klaren Bach.

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1 Schubert: "auch"
2 Schubert: "vom"
3 Schubert: "Tief"


2. Müllers Blumen

Language: German

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    * ENG English (Emily Ezust)
    * SPA Spanish (Pilar Lirio) (Uta Weber)
    * DUT Dutch [singable] (Lau Kanen)
    * ITA Italian (Amelia Maria Imbarrato)
    * FRE French (Guy Laffaille)

Am Bach viel kleine Blumen stehn,
Aus hellen blauen Augen sehn;
Der Bach, der ist des Müllers Freund,
Und hellblau Liebchens Auge scheint,
Drum sind es meine Blumen.

Dicht unter ihrem Fensterlein,
[Da pflanz' ich meine Blumen ein]1,
Da ruft ihr zu, wenn alles schweigt,
Wenn sich ihr Haupt zum Schlummer neigt,
Ihr wißt ja, was ich meine.

Und wenn sie tät die Äuglein zu
Und schläft in süßer, süßer Ruh,
Dann lispelt als ein Traumgesicht
Ihr zu: Vergiß, vergiß mein nicht!
Das ist es, was ich meine.

Und schließt sie früh die Laden auf,
Dann schaut mit Liebesblick hinauf:
Der Tau in euren Äugelein,
Das sollen meine Tränen sein,
Die will ich auf euch weinen.

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1 Schubert: "Da will ich pflanzen die Blumen ein"


3. Nachtlied

Language: German

Authorship


Bist du schlafen gangen,
Hast genug gewacht?
Hält dich Traum umfangen?
Liebe, gute Nacht!

Hält der Traum umfangen
Dämmernd, still und sacht,
Deine Rosenwangen?
Süße, gute Nacht!

Lächeln deine Wangen
Mit der Rosen Pracht?
Wie die Sternlein prangen!
Holde, gute Nacht!

Wenn der Sternlein Prangen
Mir durch Tränen lacht,
Weicht von mir das Bangen.
Schwester, gute Nacht!

Weicht von mir das Bangen,
Hab ich ausgeklagt.
Bist du schlafen gangen?
Liebe, gute Nacht!


4. Am Bach

Language: German

Authorship


Ich sitz' in meinen Blumen,
Seh still der Welle nach.
Sie rinnt sie rauscht so schnelle,
Nimm hin mein leises Ach !
Du Welle, liebe Welle
In Liebchens Mühlenbach!

Ich sitz' in meinen Blumen,
Seh nach dem Häüschen hin;
Dort pflanzt' ich Blumen viele,
Dort wohnt mein Lieb ja drinn.
Wald schau ich nach der Mühle,
Wohl schau ich immer hin.

Und meine schönsten Blumen,
Die trag ich zu hin,
Daß sie mit Duft und Schimmer
Die Holde stets umblühn.
Ich will mit Blumen immer
Ihr liebes Haus umziehn.

Ich möchte ganz sie bergen
In Blumen suß und schön,
Warum, ihr lieben Blumen
Will ich euch leis' gestehn:
Daß alle Junker und Jäger
Und Müller sie nicht sehn.


5. Am Maienfeste

Subtitle: Der Jäger an die Müllerin

Language: German

Authorship


Gärtnerbursche hat gepflanzet
Grüne Kräuter mannigfalt;
Müllerbursche hält umschanzet
Dich mit grünen Maienwald.
Doch am grünen Maienfeste
Bring vom Grünen ich das Beste!
 
Sieh' wie an des Hauses Schwelle
Hier die schlanke Tanne lauscht
Und vor deiner trauten Zelle
Liebensmelodien rauscht;
Blume schweigt im Staube lebend,
Tanne singt sich stolz erhebend.
 
Und der hohen Tanne Liebchen
Gleicht der grüne Waidgesell.
Tritt heraus aus deinem Stübchen
Dann die Zweige senkt sie schnell,
Mit der Arme grünen Ringen
Dich weiss Röslein zu umschlingen.

Input by Ferdinando Albeggiani


6. Tirili eia der Mai ist da

Language: German

Authorship


Tirili tirili eia der Mai ist da !
Wiesenblümchen müßt nicht so stolz sein !
Blickt nicht, nicht nickt so viel in die Quellen und Bächlein hinein.

Tirili tirili eia Boten sind da !
Fliegen vor dein blick Fensterlein hin;
Grüße, Küsse verkünden die Vöglein aus lustigem Grün.

Tirili tirili eia Waidmann ist nah !
Hat uns zu dir herüber geschickt.
Rose, Lose, sahn wirs nicht wie du jüngst noch ihm zugenickt.

Tirili tirili eia Müler weg da !
Höhnst uns den Maien willst nicht grün sein,
Harrt dein auch kein liebes Feinsliebchen am Fensterlein.

Tirili tirili eia der Mai ist da !
Rose wie steht dir das Grün so fein
Rose, Lose, mußt immer bei uns im Grünen sein.


7. Der Müller

Language: German

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Ich möchte ziehn in die Welt hinaus,
Hinaus in die weite Welt;
Wenn's nur so grün, so grün nicht wär,
Da draußen in Wald und Feld!

Ich möchte die grünen Blätter all
Pflücken von jedem Zweig,
Ich möchte die grünen Gräser all
Weinen ganz totenbleich.

Ach Grün, du böse Farbe du,
Was siehst mich immer an
So stolz, so keck, so schadenfroh,
Mich armen weißen Mann?

Ich möchte liegen vor ihrer Tür
[In]1 Sturm und Regen und Schnee.
Und singen ganz leise bei Tag und Nacht
Das eine Wörtchen: Ade!

Horch, wenn im Wald ein Jagdhorn [ruft]2,
Da klingt ihr Fensterlein!
Und schaut sie auch nach mir nicht aus,
Darf ich doch schauen hinein.

O binde von der Stirn dir ab
Das grüne, grüne Band;
Ade, ade! Und reiche mir
Zum Abschied deine Hand!

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1 Schubert: "Im"
2 Schubert: "schallt"


8. Rose, die Müllerin

Language: German

Authorship


Wies Vöglein möcht'ich ziehen,
In grüne Wälder fliehen
Ich hab'das Grün so gern!
Will grün verhangen mein Fensterlein,
Den Boden mit grünem Kalmus streun,
Ich hab'das Grün so gern!
 
Horch! Hörst den Waidmann pfeifen!
O könnt'ich mit ihm schweifen
Ich hab'das Jagen so gern!
Hinaus mit dem rufenden Hörnerklang
Durch Sonnen durch flochtenen Fichtengang
Ich hab'das Jagen so gern!
 
Wies Knösplein will ich leben
Mit Grün mich dicht umweben
Ich hab'das Grün so gern!
Nein blick mich nicht so fragend an,
Sieh'nicht so bleich du Müllersmann.
Ich hab'das Grün so gern!

Input by Ferdinando Albeggiani


9. Müllers trockne Blumen

Language: German

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    * SPA Spanish (Pilar Lirio) (Uta Weber)
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    * ITA Italian (Amelia Maria Imbarrato)
    * FRE French (Guy Laffaille)

Ihr Blümlein alle,
Die sie mir gab,
Euch soll man legen
Mit mir ins Grab.

Wie seht ihr alle
Mich an so weh,
Als ob ihr wüßtet,
Wie mir gescheh?

Ihr Blümlein alle,
Wie welk, wie blaß?
Ihr Blümlein alle,
Wovon so naß?

Ach, Tränen machen
Nicht maiengrün,
Machen tote Liebe
Nicht wieder blühn.

Und Lenz wird kommen,
Und Winter wird gehn,
Und Blümlein werden
Im Grase stehn.

Und Blümlein liegen
In meinem Grab,
Die Blümlein alle,
Die sie mir gab.

Und wenn sie wandelt
Am Hügel vorbei
Und denkt im Herzen:
Der meint' es treu!

Dann, Blümlein alle,
Heraus, heraus!
Der Mai ist kommen,
Der Winter ist aus.


10. Des Baches Lied

Language: German

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    * SPA Spanish (Pilar Lirio) (Uta Weber)
    * DUT Dutch [singable] (Lau Kanen)
    * ITA Italian (Amelia Maria Imbarrato)
    * FRE French (Guy Laffaille)

Gute Ruh, gute Ruh!
Tu die Augen zu!
Wandrer, du müder, du bist zu Haus.
Die Treu' ist hier,
Sollst liegen bei mir,
Bis das Meer will trinken die Bächlein aus.

Will betten dich kühl
Auf weichem Pfühl
In dem blauen kristallenen Kämmerlein.
Heran, heran,
Was wiegen kann,
Woget und wieget den Knaben mir ein!

Wenn ein Jagdhorn schallt
Aus dem grünen Wald,
Will ich sausen und brausen wohl um dich her.
Blickt nicht herein,
Blaue Blümelein!
Ihr macht meinem Schläfer die Träume so schwer.

Hinweg, hinweg
Von dem Mühlensteg,
Hinweg, hinweg,
Böses [Mägdlein]1!
Daß ihn dein Schatten nicht weckt!
Wirf mir herein
Dein Tüchlein fein,
Daß ich die Augen ihm halte bedeckt!

Gute Nacht, gute Nacht!
Bis alles wacht,
Schlaf aus deine Freude, schlaf aus dein Leid!
Der Vollmond steigt,
Der Nebel weicht,
Und der Himmel da oben, wie ist er so weit!

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1 Schubert: "Mägdelein"


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