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Alte Weise

Song Cycle by Hans Erich Pfitzner (1869-1949)


1. Mir glänzen die Augen

Language: German

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Mir glänzen die Augen
Wie der Himmel so klar;
Heran und vorüber,
Du schlanker Husar!

Heran und vorüber
Und wieder zurück!
Vielleicht kann's geschehen,
Du findest dein Glück!

Was weidet dein Rapp mir 
Den Reseda dort ab?
Soll das nun der Dank sein
Für die Lieb, so ich gab?

Was richten deine Sporen
Mein Spinngarn zu Grund?
Was hängt mir am Hage
Deine Jacke so bunt?

Troll [nur dich]1 von hinnen
Auf deinem groben Tier
Und laß meine freudigen
Sternaugen mir!

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1 Sinding: "dich nur"


2. Ich fürcht' nit Gespenster

Language: German

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Ich fürcht nit Gespenster,
Keine Hexen und Feen,
Und lieb's, in ihre tiefen
Glühaugen zu sehn.

Im Wald in dem grünen
Unheimlichen See,
Da wohnet ein Nachtweib,
Das ist weiß wie der Schnee.

Es haßt meiner Schönheit
Unschuldige Zier;
Wenn ich spät noch vorbeigeh,
So zankt es mit mir.

Jüngst, als ich im Mondschein
Am Waldwasser stand,
Fuhr sie auf ohne Schleier,
Ohne alles Gewand.

Es schwammen ihre Glieder
In der taghellen Nacht;
Der Himmel war trunken
Von der höllischen Pracht.

Aber ich hab entblößt
Meine lebendige Brust;
Da hat sie mit Schande
Versinken gemußt!


3. Du milchjunger Knabe

Language: German

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Du milchjunger Knabe,
Wie siehst du mich an?
Was haben deine Augen
Für eine Frage getan!

Alle Ratsherrn in der Stadt
Und alle Weisen der Welt
Bleiben stumm auf die Frage,
Die deine Augen gestellt!

Ein leeres Schneckhäusel,
Schau, liegt dort im Gras:
Da halte dein Ohr dran,
Drin brümmelt dir was!


4. Wandl ich in dem Morgentau

Language: German

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Wandl ich in dem Morgentau
Durch die dufterfüllte Au,
Muß ich schämen mich so sehr
Vor den Blümlein ringsumher!

Täublein auf dem Kirchendach,
Fischlein in dem Mühlenbach
Und das Schlänglein still im Kraut,
Alles fühlt und nennt sich Braut.

Apfelblüt im lichten Schein
Dünkt sich stolz ein Mütterlein;
Freudig stirbt so früh im Jahr
Schon das Papillonenpaar.

Gott, was hab ich denn getan,
Daß ich ohne Lenzgespan,
Ohne einen süßen Kuß
Ungeliebet sterben muß?


5. Singt mein Schatz wie ein Fink

Language: German

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Singt mein Schatz wie ein Fink,
Sing ich Nachtigallensang;
Ist mein Liebster ein Luchs,
O so bin ich eine Schlang!

O ihr Jungfraun im Land,
[Vom Gebirg]1 und über See,
Überlaßt mir den Schönsten,
Sonst tut ihr mir weh!

Er soll sich unterwerfen
Zum Ruhm uns und Preis!
Und er soll sich nicht rühren,
Nicht laut und nicht leis!

O ihr teuren Gespielen,
Überlaßt mir den stolzen Mann!
Er soll sehn, wie die Liebe
Ein feurig Schwert werden kann!

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1 or: Von dem Berg


6. Röschen biß den Apfel an

Language: German

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 Röschen biß den Apfel an,
 Und zu ihrem Schrecken
 Brach und blieb ein Perlenzahn
 In [dem Butzen]1 stecken.

 Und das gute Kind vergaß
 Seine Morgenlieder;
 Tränen ohne Unterlaß
 Perlten nun hernieder.

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1 Sinding: "demselben".


7. Tretet ein, hoher Krieger

Language: German

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Tretet ein, hoher Krieger,
Der sein Herz mir ergab!
Legt den purpurnen Mantel
Und die Goldsporen ab!

Spannt das Roß in den Pflug,
Meinem Vater zum Gruß!
Die Schabrack mit dem Wappen
Gibt nen Teppich meinem Fuß!

Euer Schwertgriff muß lassen
Für mich Gold und Stein,
Und die blitzende Klinge
Wird ein Schüreisen sein.

Und die schneeweiße Feder
Auf dem blutroten Hut
Ist zu 'nem kühlenden Wedel
In der Sommerzeit gut.

Und der Marschalk muß lernen,
Wie man Weizenbrot backt,
Wie man Wurst und Gefüllsel
Um die Weihnachtszeit hackt!

Nun befehlt eure Seele
Dem heiligen Christ!
Euer Leib ist verkauft,
Wo kein Erlösen mehr ist!


8. Wie glänzt der helle Mond so kalt und fern

Language: German

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Wie glänzt der helle Mond so kalt und fern,
Doch ferner schimmert meiner Schönheit Stern!

Wohl rauschet weit von mir des Meeres Strand,
Doch weiterhin liegt meiner Jugend Land!

Ohn Rad und Deichsel gibt's ein Wägelein,
Drin fahr ich bald zum Paradies hinein.

Dort sitzt die Mutter Gottes auf dem Thron,
Auf ihren Knien schläft ihr selger Sohn.

Dort sitzt Gott Vater, der den Heilgen Geist
Aus seiner Hand mit Himmelskörnern speist.

In einem Silberschleier sitz ich dann
Und schaue meine weißen Finger an.

Sankt Petrus aber gönnt sich keine Ruh,
Hockt vor der Tür und flickt die alten Schuh.


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