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The Lied, Art Song, and Choral Texts Archive

Das klagende Lied

Song Cycle by Gustav Mahler (1860 - 1911)

English translation: The doleful song
Italian translation: Canto di lamento e accusa (Ferdinando Albeggiani)
French translation: Le chant de la lamentation


1. Waldmärchen [
 text verified 
]

Language: German
Translation(s): FRE ITA ENG

Authorship

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * FRE French (Guy Laffaille) , "Histoire de la forêt", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani) , "Fiaba del bosco", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
    * ENG English (Ahmed E. Ismail) , "Forest Legend", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

Es war eine stolze Königin,
gar lieblich ohne Maßen;
kein Ritter stand noch ihrem Sinn,
sie wollt' sie alle hassen.
O weh, du wonnigliches Weib!
Wem blühet wohl dein süßer Leib!

Im Wald eine rote Blume stand,
ach, so schön wie die Königin,
Welch Rittersmann die Blume fand,
der konnt' die Frau gewinnen!
O weh, du stolze Königin!
Wann bricht er wohl, dein stolzer Sinn?

Zwei Brüder zogen zum Walde hin,
sie wollten die Blume suchen:
Der Eine hold und von mildem Sinn,
der Andre konnte nur fluchen!
O Ritter, schlimmer Ritter mein,
O ließest du das Fluchen sein!

Als sie nun zogen eine Weil',
da kamen sie zu scheiden:
das war ein Suchen nur in Eil',
im Wald und auf der Heiden.
Ihr Ritter mein, im schnellen Lauf,
wer findet wohl die Blume auf?

Der Junge zieht durch Wald und Heid',
er braucht nicht lang zu gehn:
Bald sieht er von ferne bei der Weid'
die rote Blume stehen.
Die hat er auf den Hut gesteckt,
und dann zur Ruh' sich hingestreckt.

Der Andre zieht im wilden Hang,
umsonst durchsucht er die Heide,
und als der Abend herniedersank,
da kommt er zur grünen Weide!
O weh, wen er dort schlafend fand,
die Blume am Hut, am grünen Band!

Du wonnigliche Nachtigall,
und Rotkehlchen hinter der Hecken,
[wollt ihr mit eurem süßen Schall]1
den armen Ritter erwecken!
Du rote Blume hinterm Hut,
du blinkst und glänzest ja wie Blut!

Ein Auge blickt in wilder Freud',
des Schein hat nicht gelogen:
ein Schwert von Stahl glänzt ihm zur Seit',
das hat er nun gezogen.
Der Alte lacht unterm Weidenbaum,
der Junge lächelt wie im Traum.

Ihr [Blumen]2, was seid ihr vom Tau so schwer?
Mir scheint, das sind gar Tränen!
Ihr Winde, was weht ihr so traurig daher,
was will euer Raunen und Wähnen?

"Im Wald, auf der grünen Heide,
da steht eine alte Weide."

View original text (without footnotes)
1 alternatively, "mir scheint, wollt ihr mit eurem Schall"
2 alternatively, "Blätter"


2. Der Spielmann [
 text verified 
]

Language: German
Translation(s): ENG ITA FRE

Authorship

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * ENG English (Ahmed E. Ismail) , "The minstrel", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani) , "Il menestrello", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
    * FRE French (Guy Laffaille) , "Le ménestrel", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Beim Weidenbaum, im kühlen Tann,
da flattern die Dohlen und Raben,
da liegt ein blonder Rittersmann
unter Blättern und Blüten begraben.
Dort ist's so lind und voll von Duft,
als ging ein Weinen durch die Luft!
O Leide, weh! O Leide!

Ein Spielmann zog einst des Weges daher,
da sah er ein Knöchlein blitzen;
er hob es auf, als wär's ein Rohr,
wollt' sich eine Flöte draus schnitzen.
O Spielmann, lieber Spielmann mein,
das wird ein seltsam Spielen sein!
O Leide, weh! O Leide!

Der Spielmann setzt die Flöte an
und läßt sie laut erklingen:
O Wunder, was nun da begann,
welch seltsam traurig Singen!
Es klingt so traurig und doch so schön,
wer's hört, der möcht' vor Leid vergehn!
O Leide, Leide!

"Ach, Spielmann, lieber Spielmann mein!
Das muß ich dir nun klagen:
Um ein schönfarbig Blümelein
hat mich mein Bruder erschlagen!
Im Walde bleicht mein junger Leib,
mein Bruder freit ein wonnig Weib!"
O Leide, Leide, weh!

Der Spielmann ziehet in die Weit',
läßt' überall erklingen,
Ach weh, ach weh, ihr lieben Leut',
was soll denn euch mein Singen?
Hinauf muß ich zu des Königs Saal,
hinauf zu des Königs holdem Gemahl!
O Leide, weh, o Leide!


3. Hochzeitsstück [
 text verified 
]

Language: German
Translation(s): ITA ENG FRE

Authorship

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani) , "Scena di nozze", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
    * ENG English (Ahmed E. Ismail) , "Wedding piece", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
    * FRE French (Guy Laffaille) , "Pièce pour mariage", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission

Vom hohen Felsen erglänzt das Schloß,
die Zinken erschalln und Drometten,
Dort sitzt der mutigen Ritter Troß,
die Frauen mit goldenen Ketten.
Was will wohl der jubelnde, fröhliche Schall?
Was leuchtet und glänzt im Königssaal?
O Freude, heiah! Freude!
Und weißt du's nicht, warum die Freud'?

Hei! Daß ich dir's sagen kann!
Die Königin hält Hochzeit heut'
mit dem jungen Rittersmann!
Seht hin, die stolze Königin!
Heut' bricht er doch, ihr stolzer Sinn!
O Freude, heiah! Freude!

Was ist der König so stumm und bleich?
Hört nicht des Jubels Töne!
Sieht nicht die Gäste stolz und reich,
sieht nicht der Königin holde Schöne!

Was ist der König so bleich und stumm?
Was geht ihm wohl im Kopf herum?
Ein Spielmann tritt zur Türe herein!
Was mag's wohl mit dem Spielmann sein?
O Leide, weh! O Leide!

"Ach Spielmann, lieber Spielmann mein,
das muß ich dir nun klagen:
Um ein schönfarbig Blümelein
hat mich mein Bruder erschlagen!
Im Walde bleicht mein junger Leib,
mein Bruder freit ein wonnig Weib!"
O Leide, Leide, weh!

Auf springt der König von seinem Thron
und blickt auf die Hochzeitsrund'.
Und er nimmt die Flöte in frevelndem Hohn
und setzt sie selbst an den Mund!
O Schrecken, was nun da erklang!
Hört ihr die Märe, todesbang?

"Ach Bruder, lieber Bruder mein,
du hast mich ja erschlagen!
Nun bläst du auf meinem Totenbein,
des muß ich ewig klagen!
Was hast du mein junges Leben
dem Tode hingegeben?"
O Leide, weh! O Leide!

Am Boden liegt die Königin,
die Pauken verstummen und Zinken.
Mit Schrecken die Ritter und Frauen fliehn,
die alten Mauern sinken!
Die Lichter verloschen im Königssaal!
Was ist wohl mit dem Hochzeitsmahl?
Ach Leide!


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