The Lied and Art Song Texts Page

Aus Wilhelm Meisters Lehrjahren

Song Cycle by Zdenko Antonín Václav Fibich (1850-1900)


1. Lied der Mignon (Heiß mich nicht reden)

Language: German

Authorship

See other settings of this text

Available translations (or transliterations, if applicable):


Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen,
Denn mein Geheimnis ist mir Pflicht,
Ich möchte dir mein ganzes Innre zeigen,
Allein das Schicksal will es nicht.

Zur rechten Zeit vertreibt der Sonne Lauf
Die finstre Nacht, und sie muß sich erhellen,
Der harte Fels schließt seinen Busen auf,
Mißgönnt der Erde nicht die tiefverborgnen Quellen.

Ein jeder sucht im Arm des Freundes Ruh,
Dort kann die Brust in Klagen sich ergießen,
Allein ein Schwur drückt mir die Lippen zu,
Und nur ein Gott vermag sie aufzuschließen.

Input by Thierry Morice


2. Lied der Mignon (Nur wer die Sehnsucht kennt)

Language: German

Authorship

See other settings of this text

Available translations (or transliterations, if applicable):


Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude,
Seh ich [ans]1 Firmament
Nach [jener]2 Seite.

Ach! der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite.
Es schwindelt mir, es brennt
Mein Eingeweide.
Nur wer die Sehnsucht kennt
Weiß, was ich leide!

View text without footnotes
1 Schubert: "am"
2 Lang: "jeder"

Input by Lawrence Snyder


3. Lied des Harfners (An die Türen will ich schleichen)

Language: German

Authorship

See other settings of this text

Available translations (or transliterations, if applicable):


An die Türen will ich schleichen,
Still und sittsam will ich stehn,
Fromme Hand wird Nahrung reichen,
Und ich werde weitergehn.

Jeder wird sich glücklich scheinen,
Wenn mein Bild vor ihm erscheint,
Eine Träne wird er weinen,
Und ich weiß nicht, was er weint.


4. Lied des Harfners (Wer nie sein Brot mit Tränen aß)

Language: German

Authorship

See other settings of this text

Available translations (or transliterations, if applicable):


Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte.

Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr laßt den Armen schuldig werden,
Dann überlaßt ihr ihn der Pein:
Denn [alle]1 Schuld rächt sich auf Erden.

View text without footnotes
1 or "jede"


5. Philinens Lied

Language: German

Authorship

See other settings of this text

Available translations (or transliterations, if applicable):


Singet nicht in Trauertönen
Von der Einsamkeit der Nacht.
Nein, sie ist, o holde Schönen,
Zur Geselligkeit gemacht.

Wie das Weib dem Mann gegeben
Als die schönste Hälfte war,
Ist die Nacht das halbe Leben
Und die schönste Hälfte zwar.

Könnt ihr euch des Tages freuen,
Der nur Freuden unterbricht?
Er ist gut, sich zu zerstreuen;
Zu was anderm taugt er nicht.

Aber wenn in nächt'ger Stunde
Süsser Lampe Dämmrung fließt,
Und vom Mund zum nahen Munde
Scherz und Liebe sich ergießt;

Wenn der rasche, lose Knabe,
Der sonst wild und feurig eilt,
Oft bei einer kleinen Gabe
Unter leichten Spielen weilt;

Wenn die Nachtigall Verliebten
Liebevoll ein Liedchen singt,
Das Gefangnen und Betrübten
Nur wie Ach und Wehe klingt;

Mit wie leichtem Herzensregen
Horchet ihr der Glocke nicht,
Die mit zwölf bedächtgen Schlägen
Ruh und Sicherheit verspricht.

Darum an dem langen Tage,
Merke dir es, liebe Brust;
Jeder Tag hat seine Plage,
Und die Nacht hat ihre Lust.

Input by Ted Perry


6. Lied des Mignon (So laßt mich scheinen)

Language: German

Authorship

See other settings of this text

Available translations (or transliterations, if applicable):


So laßt mich scheinen, bis ich werde,
Zieht mir das weiße Kleid nicht aus!
Ich eile von der schönen Erde
Hinab in jenes [feste]1 Haus.

Dort ruh' ich eine kleine Stille,
Dann öffnet sich der frische Blick;
Ich laße dann die reine Hülle,
Den Gürtel und den Kranz zurück.

Und jene himmlischen Gestalten
Sie fragen nicht nach Mann und Weib,
Und keine Kleider, keine Falten
Umgeben den verklärten Leib.

Zwar lebt' ich ohne Sorg' und Mühe,
Doch fühlt' ich tiefen  Schmerz genung.
Vor Kummer altert' ich zu frühe;
Macht mich auf ewig wieder jung!

View text without footnotes
1 or "dunkle" (dark)

Input by Richard Morris


7. Des Harfners Ballade

Language: German

Authorship

See other settings of this text

Available translations (or transliterations, if applicable):


"Was hör' ich draußen vor dem Tor,
Was auf der Brücke schallen?
Laß den Gesang vor unserm Ohr
Im Saale widerhallen!"
Der König sprach's, der Page lief,
Der Page kam, der König rief:
"Laßt mir herein den Alten!"

"Gegrüßet seid mir, edle Herrn,
Gegrüßt ihr schönen Damen!
Welch' reicher Himmel! Stern bei Stern!
Wer kennet ihre Namen?
Im Saal voll Pracht und Herrlichkeit
Schließt, Augen, euch, hier ist nicht Zeit,
Sich staunend zu ergötzen."

Der Sänger drückt' die Augen ein
Und schlug in vollen Tönen:
Die Ritter schauten mutig drein,
Und in den Schoß die Schönen.
Der König, dem [das Lied]1 gefiel,
Ließ, ihn zu [lohnen]2 für sein Spiel,
Eine goldne Kette holen.

"Die goldne Kette gib mir nicht,
Die Kette gib den Rittern,
Vor deren kühnem Angesicht
Der Feinde Lanzen splittern.
Gib sie dem Kanzler, den du hast,
Und laß ihn noch die goldne Last
Zu andern Lasten tragen.

"Ich singe, wie der Vogel singt,
Der in den Zweigen wohnet;
Das Lied, das aus der Kehle dringt,
Ist Lohn, der reichlich lohnet.
Doch darf ich bitten, bitt' ich eins:
Laß mir den besten Becher Weins
In purem Golde reichen."

Er setzt' ihn an, er trank ihn aus:
"O Trank voll süßer Labe!
O, wohl dem hochbeglückten Haus,
Wo das ist kleine Gabe!
Ergeht's euch wohl, so denkt an mich
Und danket Gott so warm, als ich
Für diesen Trunk euch danke."

View text without footnotes
1 Zelter: "es wohl"
2 Zelter: "ehren"


8. Des Harfners Lied (Wer sich der Einsamkeit ergibt)

Language: German

Authorship

See other settings of this text

Available translations (or transliterations, if applicable):


Wer sich der Einsamkeit ergibt,
Ach! der ist bald allein;
Ein jeder lebt, ein jeder liebt
Und läßt ihn seiner Pein.
Ja! Laßt mich meiner Qual!
Und kann ich nur einmal
Recht einsam sein,
Dann bin ich nicht allein.

Es schleicht ein Liebender lauschend sacht,
Ob seine Freundin allein?
So überschleicht bei Tag und Nacht
Mich Einsamen die Pein,
Mich Einsamen die Qual.
Ach, werd ich erst einmal
Einsam in Grabe sein,
Da läßt sie mich allein!


Search/Shop for

Sheet music:

 * Search sheetmusicplus.com for Aus Wilhelm Meisters Lehrjahren, Art song , Lieder, chansons, or works for solo voice
 * Search musicroom.com for Aus Wilhelm Meisters Lehrjahren, vocal/choral music

CDs:

 * Search amazon.com for Aus Wilhelm Meisters Lehrjahren, art song, Lieder, or chansons
 * Search amazon.ca for Aus Wilhelm Meisters Lehrjahren, art song, Lieder, or chansons

Books:

 * The Art of the Song Recital [amazon.com]
 * The Book of Lieder: The Original Texts of Over 1000 Songs [amazon.com]
 * Search amazon.com for art song, Lieder, or chansons
 * Search amazon.ca for art song, lieder, or chansons