1. Der Mai tritt ein mit Freuden
Language:
German
Authorship
Der Mai tritt ein mit Freuden,
Hinfährt der Winter kalt;
Die Blümlein auf der Heiden
Blühen gar mannigfalt.
Ein edles Röslein zarte
Von roten Farben schön
Blüht in meins Herzens Garten;
Für all Blümlein ichs krön.
Für Silber und rot Golde
Für Perlen, Edelstein
Bin ich dem Röslein holde,
Nichts Liebers mag mir sein.
Ach Röslein, sei mein Wegewart,
Freundlichen ich dich bitt;
Mein Holderstock zu aller Fahrt,
Dazu Vergiß mein nicht!
2. Es gingen zwei Gespielen gut
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Es gingen zwei Gespielen gut
Wohl übr ein Au, war grüne;
Die eine führt ein frischen Mut,
Die andre trauret sehre.
»Gespiele, liebste Gspiele mein,
Was traurest du so sehre?«
»Wir zwei, wir han ein Knaben lieb;
Draus könn'n wir uns nit teilen.
Und han wir zwei ein Knaben lieb,
Hilf Gott, was soll draus werden?
So nimm du meines Vaters Gut,
Dazu mein Bruder zu eigen!
Der Knab untr einer Linden stund,
Er höret der Red ein Ende.
»Hilf, reicher Christ im Himmel hoch,
Zu welcher soll ich mich wenden?
Ich will die Reiche fahren lan,
Will bhalten die Säuberliche.
Wir zwei, wir sind noch jung und stark,
Groß Gut wolln wir erwerben.«
Gab ihr von Gold ein Ringelein
An ihr schneeweißen Hände:
»Sieh da, du feins brauns Mägdelein,
Von dir will ich nit wenden.«
3. Mein Herz ist mir gemenget
Language:
German
Authorship
Mein Herz ist mir gemenget,
Aus Lieb und Leid gemischt,
Untreu mich hart bedränget,
Daß mir mein Freud erlischt.
Ich weiß nicht,
Ob hin oder her,
Wie ichs auch kehr,
So tut mich Trauren quälen.
Je längr je mehr bin ich verirrt
Und kann es nicht abwenden;
Ich weiß nicht, was sie also stört,
Ihr Freundschaft gar zu enden.
Das zeigte ihr Gebaren klar,
So schwer mirs war;
Sie will mir untreu werden.
Gar zornig kehrt sie mir den Rück,
Ihr Freundschaft muß ich meiden.
Wär ich so stark als d'Prager Bruck,
Ich könnt es nicht erleiden.
Ihr Untreu gibt mir wenig Freud;
Ach käm die Zeit,
Daß ich kann solches rächen!
4. Mein Herz in steten Treuen
Language:
German
Authorship
Mein Herz in steten Treuen,
Voll Hoffnung auf sie was,
Da sie mein Freud tut neuen
Heut und je längr je baß.
Ihr Lieb hat mich umfangen,
Wohin ich mich auch kehrt;
Nach ihr steht mein Verlangen;
All Sorge wär vergangen,
Hätt sie mir Gunst gewährt.
So bin ich sehr verführet
Durch ihre klugen Wort,
Mein Herz ohn Zweifel spüret,
Daß sie die Wahrheit spart.
Zu mir ohn mein Verschulden,
Zwar ich es nie gedacht;
Es kommt von fremden Schulden,
Sollt ich Ungnade dulden,
Ich hätts in kleiner Acht.
Wie sie mir tat versprechen
Mit ihrem roten Mund,
Wollt sie ihr Lieb nit schwächen;
Das tat sie wieder kund.
Darnach steht mein Beginnen
Und auch mein steter Mut;
Ich hoff, mir solls gelingen,
Die Zeit wohl hinzubringen,
Bis sie mein'n Willen tut.
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