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Brettl-Lieder

Song Cycle by Arnold Franz Walter Schoenberg (1874-1951)


1. Der genügsame Liebhaber

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Meine Freundin hat eine schwarze Katze 
Mit weichem knisterndem Sammetfell,
Und ich, ich hab' eine blitzblanke Glatze,
Blitzblank und glatt und silberhell.

Meine Freundin gehört zu den üppigen Frauen,
Sie liegt auf dem Divan das ganze Jahr,
Beschäftigt das Fell ihrer Katze zu krauen,
Mein Gott ihr behagt halt das sammtweiche Haar. 

Und komm' ich am Abend die Freundin besuchen,
So liegt die Mieze im Schoße bei ihr,
Und nascht mit ihr von dem Honigkuchen
Und schauert, wenn ich leise ihr Haar berühr.

Und will ich mal zärtlich tun mit dem Schatze,
Und daß sie mir auch einmal "Eitschi" macht,
Dann stülp' ich die Katze auf meine Glatze,
Dann streichelt die Freundin die Katze und lacht.

Input by Pilar Lirio


2. Einfältiges Lied

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


König ist spazieren gangen,
Bloß wie ein Mensch spazieren gangen,
Ohne Szepter und ohne Kron',
Wie ein gewöhnlicher Menschensohn.

Ist ein starker Wind gekommen,
Ganz gewöhnlicher Wind gekommen,
Ohne Ahnung, wer das wär',
Fällt er über den König her.

Hat ihm den Hut vom Kopf gerissen, 
Hat ihn über's Dach geschmissen, 
Hat ihn nie mehr wiedergesehn!

Seht ihr's!
Da habt ihr's!
Das sag' ich ja!

Treiben gleich Allotria!
Es kann kein König ohne Kron', 
Wie ein gewöhnlicher Menschensohn
Unter die dummen Leute gehn!

Input by Pilar Lirio


3. Der Nachtwandler mit Begleitung von Kleiner Flöte, Trompete, Kleiner Trommel und Klavier

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Trommler, laß dein Kalbfell klingen,
Und, Trompeter, blas darein,
Daß sie aus den Betten springen,
Mordio, Michel, Mordio! schrein.
Tuut und trumm, tuut und trumm,
Zipfelmützen ringsherum.

Und so geh' ich durch die hellen,
Mondeshellen Gassen hin,
Fröhlich zwischen zwei Mamsellen,
Wäscherin und Plätterin:
Links Luischen, rechts Marie,
Und voran die Musici.

Aber sind wir bei dem Hause,
Das ich euch bezeichnet hab',
Macht gefälligst eine Pause,
Und seid schweigsam wie das Grab!
Scht und hm, scht und hm,
Sachte um das Haus herum.

Meine heftige Henriette
Wohnt in diesem kleinen Haus,
Lärmen die wir aus dem Bette,
Kratzt sie uns die Augen aus.
Scht und hm, scht und hm,
Sachte um das Haus herum.

Lustig wieder, Musikanten!
Die Gefahr droht nun nicht mehr;
Trommelt alle alten Tanten
Wieder an die Fenster her!
Tuut und trumm, tuut und trumm,
Zipfelmützen ringsherum.

Ja, so geh' ich durch die hellen,
Mondeshellen Gassen hin,
Fröhlich zwischen zwei Mamsellen,
Wäscherin und Plätterin:
Links Luischen, rechts Marie,
Und voran die Musici.

Input by Roland Kayser


4. Jedem das Seine

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Ebenes Paradefeld
Kasper in der Mitte hält 
Hoch auf seinem Gaul.
König, Herzog um ihn 'rum,
Gegenüber Publicum,
Regimenter bum bum bum.
Das marschiert nicht faul. 

Luft sich voller Sonne trinkt,
Helm und Bayonett das blinkt,
Sprüht und gleisst und glänzt.
Schattiger Tribünensitz,
Bravo! Hurrah! Ulk und Witz.
Operngläser Augenblitz.
Hin und her scharwenzt.

Neben mir wer mag das sein,
Reizend nicht so furchtbar fein,
Doch entzückend schick.
Wird man kritisch angeschaut,
Heimlich ist man doch erbaut,
Und die Hüfte sehr vertraut
kuppelt die Musik.

Kaspar nimm was dir gebührt
und die Truppe recht geführt,
schütze dich und uns.
Aber jetzt geliebter Schatz,
schleunig vom Paradeplatz.
Hinterm Wall ein Pfätzchen hat's
fern von Kinz und Kunz.

Und da strecken wir uns hin,
ich und meine Nachbarin,
weit her tönt's Trara.
Welche Lust Saldat zu sein,
welche lust es nicht zu sein,
wenn still fein alein zu zwein wir
et cetera.

Input by Pilar Lirio and Guy Laffaille


5. Mahnung

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Mädel sei kein eitles Ding,
Fang dir keinen Schmetterling,
Such dir einen rechten Mann,
Der dich tüchtig küssen kann
Und mit seiner Hände Kraft,
Dir ein warmes Nestchen schafft.

Mädel, Mädel, sei nicht dumm,
Lauf nicht wie im Traum herum,
Augen auf! ob Einer kommt,
Der dir recht zum Manne taugt.
Kommt er, dann nicht lang bedacht!
Klapp! die Falle zugemacht.

Liebes Mädel sei gescheit,
Nütze deine Rosenzeit!
Passe auf und denke dran,
Daß du, wenn du ohne Plan
Ziellos durch das Leben schwirrst,
Eine alte Jungfer wirst.

Liebes Mädel sei gescheit,
Nütze deine Rosenzeit.
Passe auf und denke dran!
Denk daran.

Input by Pilar Lirio


6. Gigerlette

Language: German

Authorship

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Available translations (or transliterations, if applicable):


Fräulein Gigerlette
Lud mich ein zum Tee.
Ihre Toilette
War gestimmt auf Schnee;
Ganz wie Pierrette
War sie angetan.
Selbst ein Mönch, ich wette,
Sähe Gigerlette
Wohlgefällig an.

War ein rotes Zimmer,
Drin sie mich empfing,
Gelber Kerzenschimmer
In dem Raume hing.
Und sie war wie immer
Leben und Esprit.
Nie vergess ich's, nimmer:
Weinrot war das Zimmer,
Blütenweiss war sie.

Und im Trab mit Vieren
Fuhren wir zu zweit
In das Land spazieren,
Das heisst Heiterkeit.
Daß wir nicht verlieren
Zügel, Ziel und Lauf,
Saß bei dem Kutschieren
Mit den heissen Vieren
Amor hinten auf.

Input by Pilar Lirio


7. Galathea

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Ach, wie brenn' ich vor Verlangen,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Wangen,
weil sie so entzückend sind.

Wonne die mir widerfahre,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Haare,
weil sie so verlockend sind.

Nimmer wehr mir, bis ich ende,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Hände,
weil sie so verlockend sind.

Ach, du ahnst nicht, wie ich glühe,
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Knie,
weil sie so verlockend sind.

Und was tät ich nicht, du süße
Galathea, schönes Kind,
Dir zu küssen deine Füße,
weil sie so verlockend sind.

Aber deinen Mund enthülle,
Mädchen, meinen Küssen nie,
Denn in seiner Reize Fülle
küsst ihn nur die Phantasie.

Input by Pilar Lirio


8. Langsamer Walzer

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


 Seit ich so viele Weiber sah,
 Schlägt mir mein Herz so warm,
 Es summt und brummt mir hier und da, 
 Als wie ein Bienenschwarm.
 Und ist ihr Feuer meinem gleich,
 Ihr Auge schön und klar, 
 So schlaget wie der Hammerstreich 
 Mein Herzchen immerdar.
 Bum, bum, bum.

 Ich wünschte tausend Weiber mir,
 wenn's recht den Göttern wär;
 da tanzt ich wie ein Murmeltier
 in's Kreuz und in die Quer.
 Das wär ein Leben auf der Welt,
 da wollt' ich lustig seyn,
 ich hüpfte wie ein Haas durch's Feld,
 und's Herz schlüg immerdrein.
 Bum, bum, bum.

 Wer Weiber nicht zu schätzen weiss;
 ist weder kalt noch warm,
 und liegt als wie ein Brocken Eis 
 in eines Mädchens Arm.
 Da bin ich schon ein andrer Mann,
 ich spring' um sie herum;
 mein Herz klopf froh an ihrem an
 und machet : bum, bum bum.

Input by Pilar Lirio


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