The Lied and Art Song Texts Page

Lyrische Symphonie

Song Cycle by Alexander Zemlinsky (1871-1942)


1.

Language: German

Authorship

Based on Based on

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani)

Ich bin friedlos, ich bin durstig nach fernen Dingen.
Meine Seele schweift in Sehnsucht,
Den Saum der dunklen Weite zu berühren.
O großes Jenseits, o ungestürmes Rufen Deiner Flöte.
Ich vergesse, ich vergesse immer,
Daß ich keine Schwingen zum Fliegen habe,
Daß ich an dieses Stück Erde gefesselt bin
Für alle Zeit.

Ich bin voll Verlangen und wachsam,
Ich bin ein Fremder im fremden Land;
Dein Odem kommt zu mir
Und raunt mir unmögliche Hoffnungen zu.
Deine Sprache klingt meinem Herzen vertraut
Wie seine eig'ne.
O Ziel in Fernen, o ungestümes Rufen deiner Flöte.
Ich vergesse immer, ich vergesse,
Daß ich nicht den Weg weiß,
Daß ich das beschwingte Roß nicht habe.

Ich bin ruhlos, ich bin ein Wanderer in meinem Herzen.
Im sonnigen Nebel der zögernden Stunden
Welch gewaltiges Gesicht von dir wird gestaltet
In der Bläue des Himmels.
O fernstes Ende, o ungestümes Rufen deiner Flöte.
Ich vergesse, ich vergesse immer,
Daß die Türen überall verschlossen sind in dem Hause,
Wo ich einsam wohne.1

View text without footnotes
1 Zemlinsky here repeats "O fernstes Ende, o ungestümes Rufen deiner Flöte."


2.

Language: German

Authorship

Based on Based on

See other settings of this text

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * ENG English (Douglas Watt-Carter)
    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani)

[O]1 Mutter, der junge Prinz
Muß an unsrer Türe [vorbeikommen,]2
Wie kann ich diesen Morgen auf meine Arbeit Acht geben?
[O Mutter,]1 zeig mir, wie [soll mein Haar ich]3 flechten;
[Zeig]4 mir, was soll ich für Kleider [anziehen]5?
Warum schaust du mich so verwundert an, Mutter?
Ich weiß wohl, er wird nicht ein einz'ges Mal
Zu meinem Fenster aufblicken.
Ich weiß, im Nu wird er mir aus den Augen sein;
Nur das verhallende Flötenspiel
Wird seufzend zu mir dringen von weitem.
Aber der junge Prinz wird [bei uns]6 vorüberkommen,
Und ich will mein Bestes anziehn
Für diesen Augenblick.

[O]1 Mutter, der junge Prinz
Ist an unsrer Türe [vorbeigekommen,]2
Und die Morgensonne blitzte [auf]1 an seinem Wagen.
Ich strich den Schleier aus meinem Gesicht,
Riß die Rubinenkette von meinem Halse
Und warf sie ihm in den Weg.
Warum schaust du mich so verwundert an, Mutter?
Ich weiß wohl, daß er meine Kette nicht aufhob.
Ich weiß, sie ward unter den Rädern zermalmt
Und ließ eine rote Spur im Staube zurück.
Und niemand weiß, was mein Geschenk war, [und wer es gab.]7
Aber der junge Prinz kam an unsrer Tür vorüber
Und ich [hab' den]8 Schmuck von meiner Brust
[Ihm]9 in den Weg geworfen.

View text without footnotes
1 added by Szymanowski
2 Szymanowski: "vorüberkommen"
3 Szymanowski: "soll ich mein Haar"
4 Szymanowski: "Sag"
5 Szymanowski: "anlegen"
6 Szymanowski: "an unsrer Tür"
7 Szymanowski: "noch wem es galt.
8 Szymanowski: "habe ihm den"
9 omitted by Szymanowski.


3.

Language: German

Authorship

Based on Based on

See other settings of this text

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani)

Du bist die Abendwolke,
Die am Himmel meiner Träume hinzieht.
Ich schmücke dich und kleide dich
Immer mit den Wünschen meiner Seele;
Du bist mein Eigen,
Du, die in meinen endlosen Träumen wohnt.

Deine Füße sind rosigrot
Von der Glut meines sehnsüchtigen Herzens,
Du, die meine Abendlieder erntet,
Deine Lippen sind bittersüß
Vom Geschmack des Weins aus meinen Leiden.
Du bist mein Eigen, mein Eigen.
Du, die in meinen einsamen Träumen wohnt,

Mit dem Schatten meiner Leidenschaft
Hab' ich deine Augen geschwärzt,
Gewohnter Gast in meines Blickes Tiefe.
Ich hab' dich gefangen und dich eingesponnen,
Geliebte, in das Netz meiner Musik.
Du bist mein Eigen, mein Eigen.
Du, die in meinen unsterblichen Träumen wohnt.


4.

Language: German

Authorship

Based on Based on

See other settings of this text

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * ENG English (Douglas Watt-Carter)
    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani)

Sprich zu mir Geliebter,
Sag mir mit Worten, was du sangest.
Die Nacht ist dunkel,
Die Sterne sind im Wolken verloren,
Der Wind seufzt durch die Blätter.
Ich will mein Haar lösen,
Mein blauer Mantel wird dich umschmiegen wie Nacht.
Ich will deinen Kopf an meine Brust schließen,
Und hier, in der süßen Einsamkeit
Laß das Herz reden.
Ich will meine Augen zumachen und lauschen,
Ich will nicht in dein Antlitz schauen.
Wenn deine Worte zu Ende sind,
Wollen wir still und schweigend sitzen,
Nur die Bäume werden im Dunkel flüstern,
Die Nacht wird bleichen, der Tag wird dämmern,
Wir werden einander in die Augen schauen
Und jeder seines Weges ziehn.
Sprich zu mir, Geliebter.


5.

Language: German

Authorship

Based on Based on

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * ENG English (Douglas Watt-Carter)
    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani)

Befrei mich von den Banden deiner Süße, Lieb!
Nicht mehr von diesem Wein der Küsse,
Dieser Nebel von schwerem Weihrauch erstickt mein Herz.
Öffne die Türe, mach Platz für das Morgenlicht.
Ich bin in dich verloren,
Eingefangen in die Umarmungen deiner Zärtlichkeit.
Befrei mich von deinem Zauber
Und gib mir den Mut zurück,
Dir mein befreites Herz darzubieten.


6.

Language: German

Authorship

Based on Based on

See other settings of this text

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

    * ITA Italian (Ferdinando Albeggiani)

Vollende denn das letzte Lied
Und laß uns auseinander gehn,
Vergiß diese Nacht, wenn die Nacht um ist.
Wen müh' ich mich mit meinen Armen zu umfassen?
Träume lassen sich nicht einfangen,
Meine gierigen Hände drücken Leere an mein Herz
Und es zermürbt meine Brust.


7.

Language: German

Authorship

Based on Based on

See other settings of this text

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):


Friede, mein Herz,
Laß die Zeit für das Scheiden süß sein,
Laß es nicht einen Tod sein,
Sondern Vollendung.
Laß Liebe in Erinn'rung schmelzen
Und Schmerz in Lieder.

Laß die letzte Berührung deiner Hände sanft sein,
Wie die Blume der Nacht.
Steh still, steh still, o wundervolles Ende,
Für einen Augenblick
Und sage deine letzten Worte in Schweigen.
Ich neige mich vor dir
Ich halte meine Lampe in die Höhe,
Um dir auf deinen Weg zu leuchten.


Search/Shop for

Sheet music:

 * Search sheetmusicplus.com for Lyrische Symphonie, Art song , Lieder, chansons, or works for solo voice
 * Search musicroom.com for Lyrische Symphonie, vocal/choral music

CDs:

 * Search amazon.com for Lyrische Symphonie, art song, Lieder, or chansons
 * Search amazon.ca for Lyrische Symphonie, art song, Lieder, or chansons

Books:

 * The Art of the Song Recital [amazon.com]
 * The Book of Lieder: The Original Texts of Over 1000 Songs [amazon.com]
 * Search amazon.com for art song, Lieder, or chansons
 * Search amazon.ca for art song, lieder, or chansons