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Gedichte von Gottfried Keller

Song Cycle by Hans Sommer (1837-1922) [pseudonym]


1. Mir glänzen die Augen

Language: German

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Mir glänzen die Augen
Wie der Himmel so klar;
Heran und vorüber,
Du schlanker Husar!

Heran und vorüber
Und wieder zurück!
Vielleicht kann's geschehen,
Du findest dein Glück!

Was weidet dein Rapp mir 
Den Reseda dort ab?
Soll das nun der Dank sein
Für die Lieb, so ich gab?

Was richten deine Sporen
Mein Spinngarn zu Grund?
Was hängt mir am Hage
Deine Jacke so bunt?

Troll [nur dich]1 von hinnen
Auf deinem groben Tier
Und laß meine freudigen
Sternaugen mir!

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1 Sinding: "dich nur"


2. Wandl ich in dem Morgentau

Language: German

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Wandl ich in dem Morgentau
Durch die dufterfüllte Au,
Muß ich schämen mich so sehr
Vor den Blümlein ringsumher!

Täublein auf dem Kirchendach,
Fischlein in dem Mühlenbach
Und das Schlänglein still im Kraut,
Alles fühlt und nennt sich Braut.

Apfelblüt im lichten Schein
Dünkt sich stolz ein Mütterlein;
Freudig stirbt so früh im Jahr
Schon das Papillonenpaar.

Gott, was hab ich denn getan,
Daß ich ohne Lenzgespan,
Ohne einen süßen Kuß
Ungeliebet sterben muß?


3. Das Köhlerweib ist trunken

Language: German

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Das Köhlerweib ist trunken
Und singt im Wald;
Hört, wie die Stimme gellend
Im Grünen hallt!

Sie war die schönste Blume,
Berühmt im Land;
Es warben Reich' und Arme
Um ihre Hand.

Sie trat in Gürtelketten
So stolz einher;
Den Bräutigam zu wählen,
Fiel ihr zu schwer.

Da hat sie überlistet
Der rote Wein -
Wie müssen alle Dinge
Vergänglich sein!

Das Köhlerweib ist trunken
Und singt im Wald;
Wie durch die Dämmrung gellend
Ihr Lied erschallt!


4. Singt mein Schatz wie ein Fink

Language: German

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Singt mein Schatz wie ein Fink,
Sing ich Nachtigallensang;
Ist mein Liebster ein Luchs,
O so bin ich eine Schlang!

O ihr Jungfraun im Land,
[Vom Gebirg]1 und über See,
Überlaßt mir den Schönsten,
Sonst tut ihr mir weh!

Er soll sich unterwerfen
Zum Ruhm uns und Preis!
Und er soll sich nicht rühren,
Nicht laut und nicht leis!

O ihr teuren Gespielen,
Überlaßt mir den stolzen Mann!
Er soll sehn, wie die Liebe
Ein feurig Schwert werden kann!

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1 or: Von dem Berg


5. Die Lor' sitzt im Garten

Language: German

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Die Lor' sitzt im Garten,
Kehrt den Rücken zumal
Und verbirgt mir der Augen
Himmlischen Strahl.
Ihr goldbrauner Haarwuchs
Weht über den Zaun;
Den Rotmund, das Weisskinn
Doch lässt sie nicht schaun.
Sie lässet erklingen
Ihrer Stimme Getön;
O du boshafte Hexe,
Wie klingt es so schön!

Input by Harry Joelson


6. Du milchjunger Knabe

Language: German

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Du milchjunger Knabe,
Wie siehst du mich an?
Was haben deine Augen
Für eine Frage getan!

Alle Ratsherrn in der Stadt
Und alle Weisen der Welt
Bleiben stumm auf die Frage,
Die deine Augen gestellt!

Ein leeres Schneckhäusel,
Schau, liegt dort im Gras:
Da halte dein Ohr dran,
Drin brümmelt dir was!


7. Die Begegnung

Language: German

Authorship


Schon war die letzte Schwalbe fort
Und wohl seit manchen Tagen auch
Die letzte Rose abgedorrt,
Nach altem Erdenbrauch.

Es flimmerte der Buchenhain
Wie Rauschgold rot im Abendlicht;
Herbstsonne gibt gar sondern Schein,
Der in die Herzen sticht.

Ich traf sie da im Walde an,
Nach der allein mein Herz begehrt,
Mit Tuch und Hut weiß umgetan,
Vom güldnen Schein verklärt.

Sie war allein; doch grüßt ich sie
Verschüchtert kaum im Weitergehn,
Weil ich so feierlich sie nie,
So still und schön, gesehn.

Es blickt aus ihrem Angesicht
Ein vornehm Etwas neu hervor,
Und ihrer Augen Veilchenlicht
Glomm hinter einem Flor.

Ein fremder Hirt, ein blasser, ging
Im Schatten dieser Huldgestalt;
Im Gurt ein silbern Sichlein hing,
Das klang: ich schneide bald!

Es scheint mir ein Rival erwacht!
Sprach ich und schaut ins Abendrot,
Bis es erlosch und bis die Nacht
Die dunkle Hand mir bot.


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