1. Hörst du nicht die Bäume rauschen
Language:
German
Authorship
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Hörst du nicht die Bäume rauschen
Draußen durch die stille Rund?
Lockts dich nicht, hinabzulauschen
Von dem Söller in den Grund,
Wo die vielen Bäche gehen
Wunderbar im Mondenschein
Wo die stillen Schlösser sehen
In den Fluß vom hohen Stein?
Kennst du noch die irren Lieder
Aus der alten, schönen Zeit?
Sie erwachen alle wieder
Nachts in Waldeseinsamkeit,
Wenn die Bäume träumend lauschen
Und der Flieder duftet schwül
Und im Fluß die Nixen rauschen -
Komm herab, hier ist's so kühl.
Input by Jakob Kellner
2. Schöne Fremde
Language:
German
Authorship
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Es rauschen die Wipfel und schauern,
Als machten zu dieser Stund
Um die halbversunkenen Mauern
Die alten Götter die Rund.
Hier hinter den Myrtenbäumen
In heimlich dämmernder Pracht,
Was sprichst du wirr wie in Träumen
Zu mir, phantastische Nacht?
Es funkeln auf mich alle Sterne
Mit glühendem Liebesblick,
Es redet trunken die Ferne
Wie vom künftigem, großem Glück.
3. Im Herbste
Language:
German
Authorship
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Seid gegrüßt mit Frühlingswonne,
blauer Himmel, goldne Sonne!
Drüben auch aus Gartenhallen
hör' ich frohe Saiten schallen.
Ahnest du, o Seele wieder
sanfte, süße Frühlingslieder?
Sieh umher die falben Bäume!
Ach, es waren holde Träume!
4. Morgengruß
Language:
German
Authorship
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Schnell fliehen die Schatten der Nacht,
hellblühen die Matten in Pracht,
hoch rauschet der Wald in dem Glanze,
still lauschet ihm heimlich die Pflanze
im blütenverklärenden Tauen,
wie selig, den Morgen zu schauen.
Was fehlt noch dem goldenen Raum?
Komm, Liebchen, erfülle den Traum,
mein Lied tönt in wonnigem Rauschen,
o komm, wie die Blume zu lauschen,
es will dich mein liebendes Sehnen
betauen mit seligen Tränen.
Input by Martin Jahn
5. Abendlich schon rauscht der Wald
Language:
German
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Abendlich schon rauscht der Wald
Aus den tiefsten Gründen,
Droben wird der Herr nun bald
[An die Sternlein zünden.]1
Wie so stille in den Schlünden,
Abendlich nur rauscht der Wald.
Alles geht zu seiner Ruh.
Wald und Welt versausen,
Schauernd hört der Wandrer zu,
Sehnt sich [recht]2 nach Hause.
Hier in Waldes [stiller]3 Klause,
Herz, geh [endlich auch]4 zur Ruh.
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1 Franz: "Bald die Stern' anzünden"
2 Franz: "wohl"
3 Pfitzner: "grüner"
4 Franz: "endlich du auch"
Input by Jakob Kellner
6. Im Wald
Language:
German
Authorship
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Im Wald, im hellen Sonnenschein,
wenn alle Knospen springen,
dann mag ich gerne mittendrein
eins singen.
Wie mir zu Mut in leid und Lust,
im Wachen und im Träumen,
das stimm ich an aus voller Brust
den Bäumen.
Und sie verstehen mich gar fein,
die Blätter lauschen
und fall'n am rechten Orte ein,
mit Rauschen.
Und weiter wandelt Schall und Hall,
in Wipfeln, Fels und Büschen.
Hell schmettert auch Frau Nachtigall
dazwischen.
Da fühlt die Brust am eignen Klang,
sie darf sich was erkühnen,
o frische Lust, Gesang, Gesang
im Grünen.
Input by Martin Jahn
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