1. Es war gerade an dem Tag
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German
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Es war gerade an dem Tag,
als ich für Dich mich nicht bereithalten hatte;
da tratst Du ein wie einer von der Straße,
ganz ohne Willkomm' in mein Herz, mein König.
Und drücktest, ohne daß ich es bemerkte,
Der Ewigkeiten Siegel auf viele flüchtige
Augenblicke meines Lebens.
Und heute, als mein Aug' durch Zufall wieder
Auf Sie fällt, ich Deine Zeichen sehe,
Da muß ich sie verstreut, im Staube liegend finden.
Zusammen mit Erinnerung an Freuden
Und an Leiden meines kleinen Alltags - ganz vergessen.
Du wandtest Dich nicht voll Verachtung
Von meinem Spiel im Staub, dem kindischen
Und diese Schritte, die ich da im Kinderzimmer hörte,
Sind die gleichen,
die von Stern zu Stern ihr Echo tönen.
2. Der Tag ist schon dahin
Language:
German
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Der Tag ist schon dahin
und Schatten lagert auf der Erde.
Es ist Zeit für mich, zum Fluß zu gehen,
Meinen Krug zu füllen.
Die traurige Musik des Wassers bewegt die Abendluft.
Ach, sie ruft ins Dunkle mich hinaus.
Auf dem einsamen Pfad geht keiner mehr,
Ein Wind kommt auf, der kleinen Kräuselwellen
Auf dem Flusse werden mehr und mehr.
Ob ich wieder zurück nach Hause komme?
Ich weiß es nicht.
Wem ich durch Zufall wohl begegnen werde?
Ich weiß es nicht. Dort, am Ruderplatz, im kleinen Boote
spielt der groß Unbekannte auf seiner Laute.
3. Zeit ist endlos, Herr
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German
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Zeit ist endlos, Herr, in Deinen Händen.
Keinen gibt's, der Deine Stunden zählt.
Tage, Nächte fliehen vorbei
Und die Jahrtausende erblüh'n und welken hin
Gleich Blumen. Doch Du kannst warten.
Deine Jahrhunderte geh'n hin, eins nach dem andern
Und eine kleine Wiesenblume ist das Werk, das sie vollendet haben.
Wir aber dürfen keine Zeit verlieren,
Wir haben keine Zeit,
Und deshalb müssen wir uns um unsern Vorteil raufen.
Wir sind zu arm, als daß wir uns verspäten dürften.
Und daher kommt es, daß meine Zeit vorübergeht;
Ich geb' sie
jedem zänkischen Mann, der sie erheischt:
Indessen ist zuletzt Dein Altar
Leer von allen Opfergaben.
Doch wenn der Tag zu Ende ist, dann haste ich vor Furcht,
Es könnte Dein Tempeltor geschlossen sein -
Und finde, es ist noch immer Zeit.
4. Das ist nun so
Language:
German
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Das ist nun so, daß Deine Freude ganz mich ausfüllt.
Das ist nun so, daß Du zu mir herabgekommen bist.
O Du, Herr aller Himmel, wo würde Deine Liebe weilen,
Wenn ich nicht wäre?
Du hast mich als Deinen Partner angenommen,
Mit Dir an allem Reichtum teilzuhaben.
In meinem Herzen spielt Dein unendliches Entzücken,
Und immer wird in meinem Leben Dein Wille Form.
Und dafür hast Du, König aller Könige,
Dich selbst geschmückt mit Schönheit,
Um mein Herz zu fangen.
Und so verliert sich Deine Liebe selbst
In der Geliebten Liebe.
Und so bist Du geoffenbart,
Wenn zwei vollkommen sich vereinen.
5. Wolken
Language:
German
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Wolken häufen sich auf Wolken, und es dunkelt.
Ach, Liebster, warum läßt Du mich so ganz allein
Da draußen vor der Türe warten?
Ich schaffe mit der Menge im Trubel der Mittagszeit,
Doch in dieses dunklen Tages Einsamkeit
Bist Du es nur, worauf ich hoffe.
Wenn Du mir nicht Dein Antlitz zeigst,
Wenn Du mich völlig unbeachtet läßt,
Dann weiß ich nicht,
wie ich die langen Regenstunden überstehe.
Gebannt starr' ich auf ferne schwarze Wolken,
Und klagend schweift mein Herz
Im ruhelosen Wind dahin.
6. Er kommt
Language:
German
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Hast du nicht Seinen leisen Schritt gehört?
Er kommt, er kommt und immer: er kommt!
Jeden Augenblick und jede Zeit.
Jeden Tag, jede Nacht:
Er kommt, er kommt und immer: er kommt!
Manch ein Lied hab` ich gesungen.
Auf manchen Herzenston gestimmt.
Aus allen hat nur eins geklungen:
Er kommt, er kommt und immer: er kommt!
In den duftenden Tagen besonnten Aprils.
Den Waldpfad entlang:
Er kommt, er kommt und immer: er kommt!
Auf rollenden Wagen gewittriger Nacht
Im rauschenden Juliregen:
Er kommt, er kommt und immer: er kommt!
Wenn Kummer um Kummer mein Herz bedrückt,
Sind's Seine Schritte, die ich fühle,
Und Seiner Füße gold'ne Spur
Läßt meine Freude glänzen.
7. Letztes Lied
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German
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Laß alle Melodien der Freude
in meinem letzten Liede sich vereinen -
Freude, die die Erde überflutet,
Im schwelgerischen Überschwang der Gräser.
Freude, die die Zwillingsbrüder,
Tod und Leben, tanzen läßt durch alle Welt -
Freude, die im Sturm heranfegt,
Mit Gelächter alles Leben aus dem Schlafe rüttelt -
Freude, die voll Tränen ruhig
auf der offnen, roten Lotosblume
Des Schmerzes sitzt und jener Freude, die alles, was sie hat,
dem Staube hinwirft und keine Worte kennt.
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