1. Sagt mir, o schönste Schäf'rin mein
Language:
German
Authorship
Sagt mir, o schönste Schäf'rin mein,
der Augen edle Zier!
Darf ich bei euch nicht kehren ein
als ein getreuer Hirt?
Ich steh schon lang vor eurer Tür,
o Schäferin eröffnet mir
die Pfort, die Pfort, die Pfort.
"Wer da? wer klopft vor meiner Tür
und will zu mir herein?
Mein Hüttlein ich eröffne nicht,
ich lasse niemand ein,
und wenn er auch der Schönste wär,
so macht er mir mein Herz nicht schwer.
Umsonst! Umsonst! Umsonst!"
Die finstre Nacht hat mich verführt
in'n Wald, mein trautes Kind!
Drum bitt ich, schlagts euch aus dem Sinn
und macht mir auf geschwind;
ich hab mich allzeit aufgeführt,
Wies einem treuen Hirt'n gebührt,
Allzeit, allzeit, allzeit.
"So will ich aus Erbarmen dann
erhören deine Bitt,
die Pforte stehet offen schon,
komm nur in meine Hütt.''
Ach Schatz, wie seh ich euch hier stehn?
Wie tugendsam, wie zart, wie schön
seid ihr, seid ihr, seid ihr!
"Ach wie war ich so unbedacht,
o edler schöner Hirt!
daß ich nicht ehr hab aufgemacht,
du hast mein Herz gerührt.
Komm 'nein, o schönster Schäfer mein,
ich will alzeit dein eigen sein,
ich will, ich will, ich will!
O werter Schäfer, mach dein Hütt
nur alsobald bei mir;
so wahr ich leb, ich mach kein Schritt
jetzund mehr ab von dir.
Mein Herz ist dein, o werter Hirt,
bis es der Liebe machen wird
ein End, ein End, ein End!"
2. Erlaube mir, feins Mädchen
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Erlaube mir, feins Mädchen,
in den Garten zu gehn,
daß ich dort mag schauen,
wie die Rosen so schön.
Erlaube sie zu brechen,
es ist die höchste Zeit;
ihre Schönheit,
ihr Jugend hat mir mein Herz erfreut.
O Mädchen, o Mädchen,
du einsames Kind,
wer hat den Gedanken
ins Herz dir gezinnt,
daß ich soll den Garten,
die Rosen nicht sehn?
Du gefällst meinen Augen,
das muß ich gestehn.
3. Gar lieblich hat sich gesellet
Language:
German
Authorship
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Gar lieblich hat sich gesellet
Mein Herz in kurzer Frist,
Zu einer, die mir gefället,
Gott weiß wohl, wer sie ist;
Sie liebet mich ganz inniglich,
Die Allerliebste mein,
Mit Treuen ich sie mein.
Wohl für des Maien Blüte
Hab ich sie mir erkorn,
Sie erfreut mir mein Gemüte
Mein'n Dienst hab ich ihr g'schworn,
Den will ich halten stetiglich,
Sein ganz ihr untertan,
Dieweil ichs Leben han.
Ich gleich sie einem Engel,
Die Herzallerliebste mein,
Ihr Härlein kraus als ein Sprengel,
Ihr Mündlein rot als Rubein,
Zwei blanke Ärmlein, die sind schmal,
Dazu ein roter Mund,
Der lacht zu aller Stund.
Mit Venus-Pfeiln durchschossen
Das junge Herze mein;
Schöns Lieb, sei unverdrossen,
Setz deinen Willen drein.
Gesegn dich Gott, mein schönes Lieb,
Ich soll und muß von dir,
Du siehst mich wieder schier.
4. Guten Abend
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Er:
Gut'n Abend, gut'n Abend, mein tausiger Schatz,
Ich sag' dir guten Abend;
Komm' du zu mir, ich komme zu dir,
Du sollst mir Antwort geben, mein Engel!
Sie:
Ich kommen zu dir, du kommen zu mir?
Das wär' mir gar keine Ehre;
Du gehst von mir zu andern Jungfrauen,
[Das hab' ich wohl vernommen, mein Engel!]1
Er:
Ach nein, mein Schatz, und glaub' es nur nicht,
Was falsche Zungen reden,
Es geben so viele gottlosige Leut',
Die dir und mir nichts gönnen, mein Engel!
Sie:
Und gibt es so viele gottlosige Leut',
Die dir und mir nichts gönnen,
So solltest du selber bewahren die Treu'
Und machen zu Schanden ihr Reden, mein Engel!
Er:
Leb' wohl, mein Schatz, ich hör' es wohl,
Du hast einen Anderen lieber,
So will ich meiner Wege geh'n,
Gott möge dich wohl behüten, mein Engel!
Sie:
Ach nein, ich hab' kein' Anderen lieb,
Ich glaub' nicht gottlosigen Leuten,
Komm' du zu mir, ich komme zu dir,
Wir bleiben uns beide getreue, mein Engel!
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1 in the WoO version, this is "Das kann ich an dir wohl spüren, mein Engel!" (...that I can well sense, my angel!)
6. Da unten im Tale
Language:
German
Authorship
by
Volkslieder (Folksongs)
, Swabian, from Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen, Berlin, published 1838-40
Available translations (or transliterations, if applicable):
Da unten im Tale
Läuft's Wasser so trüb,
Und i kann dir's net sagen,
I hab' di so lieb.
Sprichst allweil von Liebe,
Sprichst allweil von Treu',
Und a bissele Falschheit
Is auch wohl dabei.
Und wenn i dir's zehnmal sag,
Daß i di lieb und mag,
Und du willst nit verstehn,
Muß i halt weitergehn.
Für die Zeit, wo du gliebt mi hast,
Da dank i dir schön,
Und i wünsch, daß dir's anderswo
Besser mag gehn.
7. Gunhilde
Language:
German
Authorship
Gunhilde lebt gar stille und fromm
In ihrem Klosterbann,
Bis sie ihr Beichtiger verführt,
Bis sie mit ihm entrann.
Er zog mit ihr wohl durch die Welt,
Sie lebten in Saus und Braus;
Der Mönch verübte Spiel und Trug,
Ging endlich auf den Raub.
Gunhilde ach, du armes Weib,
Gunhild, was fängst du an?
Sie steht allein im fremden Land,
Am Galgen hängt ihr Mann.
Sie weinet rot die Äugelein:
O weh, was ich getan!
Ich will nach Haus und Buße tun,
Der Sünden Straf empfahn.
Sie bettelte sich durch das Land,
Almosen sie da nahm,
Bis sie zum Rheine in den Wald,
Wohl vor das Kloster kam.
Sie pochet an das Klostertor,
Das Tor wird aufgetan;
Sie geht wohl vor die Äbtin stehn
Und fängt zu weinen an.
Hier nehmet das verlorne Kind,
O Mutter, das entrann,
Und laßt es harte Buße tun
In schwerem Kirchenbann.
Gunhilde, sprich, was willst du hier?
Laß solche Rede sein,
Hast ja gesessen im Gebet,
In deinem Kämmerlein.
Gunhilde, du mein heilig Kind,
Was klagest du dich an?
Willst du hier Kirchenbuße tun,
Was fang ich Ärmste an?
Sie führten sie ins Kämmerlein,
Ob sies gleich nicht verstand;
Der Engel, der ihr Stell vertrat,
Alsbald vor ihr verschwand.
8. Ach, englische Schäferin
Language:
German
Authorship
Ach, englische Schäferin,
erhöre mein Bitt,
und laß mich einkehren
in deine grün Hütt!
ich hab mich verspätet
mit Jagen im Wald,
die Nacht, die mich quälet,
ist schrecklich und kalt!
"Ach ja mein lieber Jäger,
was machst du denn hier?
Habt ihr auf grün Heide,
im Wald kein Quartier?
Bei mir zu verbleiben,
das kann ja nicht sein,
mein Tür ist verschlossen,
laß niemand herein!"
Ach, englische Schäferin,
holdseligstes Kind,
eur huldreicher Anblick
der hat mich entzündt;
wenn ich mich könnt laben
und lindern die Pein,
den Wald wollt ich lassen
und Schäfer nur sein!
"Ach herzliebster Jäger,
so spät in der Nacht
hat euch noch die Liebe
zu Kreuze gebracht!
Wenn ich euch soll heben,
und lindern die Plag,
eure Schäferin werden,
so kommet bei Tag."
Ach, englische Schäferin,
warum denn so stolz,
es ist euer Bettlein
ja doch nur von Holz!
Tät ich mich drein legen,
so wärs mir ein Spott,
Gottbefohlen, du Schäferin,
ich muß jetzo fort.
"Ach lieber, mein Jäger,
was frag ich nach euch,
ihr seid bei Nacht kommen,
das hat mich erfreut:
ihr könnt eine Andre lieben,
ich wünsch euch viel Glück,
dürft mir nicht mehr kommen
vor meine Schäferhütt!"
9. Es war eine schöne Jüdin
Language:
German
Authorship
Es war eine schöne Jüdin,
ein wunderschönes Weib,
die hatt eine schöne Tochter,
das Haar war ihr geflochten,
zum Tanz war sie bereit.
"Ach, Mutter, liebste Mutter,
mein Herz tut mir so weh:
laß mich eine kleine Weile
spazieren auf grüner Heide,
bis daß mir beßer wird."
Die Mutter wandt den Rücken,
die Tochter sprang in die Gaß,
wo alle Schreiber saßen:
"Ach, liebster, liebster Schreiber,
mir tut mein Herz so weh."
"Wenn du dich lassest taufen,
mein Weibchen sollst du sein."
Eh ich mich lasse taufen,
lieber will ich mich versaufen
ins tiefe, tiefe Meer.
"Gut Nacht mein Vater und Mutter,
wie auch mein stolzer Bruder,
ihr seht mich nimmermehr!
Die Sonne ist untergangen
im tiefen, tiefen Meer."
10. Es ritt ein Ritter
Language:
German
Authorship
Es ritt ein Ritter wohl durch das Ried,
er fing es an ein neues Lied,
gar schöne tät er singen,
daß Berg und Tal erklingen.
Das hört des Königs sein Töchterlein,
in ihres Vaters Lustkämmerlein,
sie flocht ihr Haar in Seiden,
mit dem Ritter wollt sie reiten.
Und da sie in den Wald raus kam'n,
viel heiße Träne sie fallenließ.
Er schaut ihr wohl unter die Augen,
warum weinet ihr, schöne Jungfraue?
Warum sollt ich nicht weinen,
ich bin ja des Königs sein Töchterlein;
hätt ich meinem Vater gefolget,
Frau Kaiserin wär ich worden.
Er nahm sein Rößlein wohl bei dem Zaum
und band es an einen Weidenbaum,
hier steh mein Rößlein und trinke,
mein jungfrische Herze muß sinken.
11. Jungfräulein, soll ich mit euch gehn
Language:
German
Authorship
Jungfräulein, soll ich mit euch gehn
in euren Rosengarten,
da wo die roten Röslein stehn,
die feinen und die zarten,
und auch ein Baum der blühet
und seine Läublein wiegt,
und auch kein kühler Brunnen,
der grad darunter liegt.
"In meinen Garten kannst du nicht
an diesem Morgen früh,
den Gartenschlüssel findst du nicht,
er ist verborgen hie.
Er liegt so wohl verschlossen,
er liegt in guter Hut,
der Knab darf feiner Lehre,
der mir den Gart'n auftut."
In meines Buhlen Garten
da stehn der Blümlein viel,
wollt Gott sollt ich ih'r warten
wohl, das wär mein Fug und Will,
die roten Röslein brechen,
denn es ist an der Zeit,
ich hoff, ich wollt erwerben,
die mir im Herzen leit.
"Gut G'sell, darum mich beten hast,
das kann und mag nicht sein,
du würdest mir zertreten han,
die liebsten Blümlein mein.
So kehre nun von hinnen,
und geh nun wied'rum heim,
du brächst mich doch zu Schanden,
fürwahr, das wär nicht fein."
Dort hoch auf jenem Berge,
da steht ein Mühlenrad,
das mahlet nichts als Liebe,
die Nacht bis an den Tag.
Die Mühle ist zerbrochen,
die Liebe hat ein End,
so segn dich Gott, mein feines Lieb,
jetzt fahr ich ins Elend.
12. Feinsliebchen du sollst
Language:
German
Authorship
Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß gehn,
Du zertrittst dir die zarten Füßlein schön.
Wie sollte ich denn nicht barfuß gehn,
Hab keine Schuhe ja anzuziehn.
Feinsliebchen willst du mein eigen sein,
So kaufe ich dir ein Paar Schühlein fein.
Wie könnte ich euer eigen sein.
Ich bin ein arm Dienstmägdelein.
Und bist du arm, so nehm ich dich doch.
Du hast ja Ehr und Treue noch.
Die Ehr und Treu mir Keiner nahm,
Ich bin wie ich von der Mutter kam.
Und Ehr und Treu ist besser wie Geld.
Ich nehm mir ein Weib, das mir gefällt.
Was zog er aus seiner Tasche fein?
Mein Herz, von Gold ein Ringelein!
13. Wach auf, mein Hort
Language:
German
Authorship
Wach auf, mein Hort,
Vernimm mein Wort,
Merk auf, was ich dir sage:
Mein Herz das wüt't
Nach deiner Güt
Laß mich, Frau nicht verzagen,
Ich setz zu dir
All mein Begier,
Das glaub du mir,
Laß mich der Treu genießen.
Dein stolzen Leib
Du mir verschreib,
Und schleuß mir auf dein Herze,
Schleuß mich darein,
Herzliebste mein,
Wend mir mein großen Schmerzen,
Und den ich trag
Tag unde Nacht
Zu dir allein,
Werd mir freundlich zu Willen.
Ach, junger Knab,
Dein Bitt laß ab,
Du bist mir viel zu wilde
Und wenn ich tät
Nach deiner Bitt,
Ich fürcht,
Es blieb nicht stille.
Ich dank dir fast,
Mein werter Gast,
Der Treue dein,
Die du mir gönnst von Herzen.
Da lagn die Zwei,
Ohn Sorgen frei,
Die lange Nacht in Freuden,
Bis übr sie schien
Der Tag herein,
Noch soll mein Treu nicht leiden,
Noch für und für
Lieg ich an dir,
Das trau du mir,
Laß mich der Lieb genießen.
Der Wächter an
Der Zinnen stand:
Liegt Jemand hier verborgen,
Der mach sich auf
Und zieh davon,
Daß er nicht komm in Sorgen.
Nimm Urlaub von
Dem schönen Weib,
Denn es ist Zeit,
Es scheint der helle Morgen.
Von dann er sich schwang
Hub an und sang
Wie es ihm wär ergangen
Mit einem Weib,
Ihr stolzer Leib
Hätt ihn mit Lieb umfangen.
Hätt ihn verpflicht,
Hub an und dicht't
Ein Tageweis
Von einer schönen Frauen.
14. Maria ging aus wandern
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Maria ging aus wandern,
so fern ins fremde Land,
bis sie Gott den Herren fand.
Sie hat ihn schon gefunden
wohl vor des Herodes Haus,
er sah so betrüblich aus.
Das Kreuz, das musst' er tragen
nach Jerusalem vor die Stadt,
wo er gemartet ward.
Was trug er auf seinem Haupt?
Ein' scharfe Dornenkron';
das Kreuz, das trägt er schon.
Daran soll man bedenken,
ein jeder jung or alt,
dass das Himmelreich
leidet Gewalt!
15. Schwesterlein
Language:
German
Authorship
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Available translations (or transliterations, if applicable):
ENG
English
(Leonard Lehrman)
DUT
Dutch
(Lidy van Noordenburg)
Schwesterlein, Schwesterlein, wann gehn wir nach Haus?
»Morgen wenn die Hahnen krähn,
Wolln wir nach Hause gehn,
Brüderlein, Brüderlein, dann gehn wir nach Haus.«
Schwesterlein, Schwesterlein, wohl ist es Zeit.
»Mein Liebster tanzt mit mir,
Geh ich, tanzt er mit ihr,
Brüderlein, Brüderlein, laß du mich heut.«
Schwesterlein, Schwesterlein, was bist du blaß?
»Das macht der Morgenschein
Auf meinen Wängelein,
Brüderlein, Brüderlein, die vom Taue naß.«
Schwesterlein, Schwesterlein, du wankest so matt?
»Suche die Kammertür,
Suche mein Bettlein mir
Brüderlein, es wird fein unterm Rasen sein.«
16. Wach auf mein Herzensschöne
Language:
German
Authorship
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by Johannes Brahms (1833-1897)
, "Ständchen", WoO. posth. 37 no. 16 (1859-62) [SSAA], from 16 Deutsche Volkslieder, no. 16.
by Johannes Brahms (1833-1897)
, "Wach auf!", WoO. posth. 35 no. 2 (1863/4) [SATB], from Deutsche Volkslieder für gemischten Chor, no. 2.
by Johannes Brahms (1833-1897)
, "Wach auf!", WoO. posth. 35 no. 7 (1863/4?) [SATB], from Deutsche Volkslieder für gemischten Chor, no. 7.
Available translations (or transliterations, if applicable):
Wach auf, mein Herzensschöne,
Zart Allerliebste mein,
Ich hör ein süß Getöne
Von kleinen Waldvöglein,
Die hör ich so lieblich singen,
Ich mein, es woll des Tages Schein
Vom Orient her dringen.
Ich hör die Hahnen krähen,
Und spür den Tag dabei,
Die kühlen Winde wehen,
Die Sternlein leuchten frei.
Singt uns Frau Nachtigalle,
Singt uns ein süße Melodei,
Sie meld't den Tag mit Schalle.
Du hast mein Herz umfangen
In treu inbrünstger Lieb,
Ich bin so oft gegangen
Feinslieb nach deiner Zier,
Ob ich dich möcht ersehen,
So würd erfreut das Herz in mir,
Die Wahrheit muß ich g'stehen.
Selig ist Tag und Stunde,
Darin du bist gebor'n,
Gott grüßt mir dein rot Munde,
Den ich mir hab erkor'n;
Kann mir kein Liebre werden,
Schau daß mein Lieb nicht sei verlor'n,
Du bist mein Trost auf Erden.
17. Ach Gott, wie weh tut Scheiden
Language:
German
Authorship
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Ach Gott, wie weh tut Scheiden,
Hat mir mein Herz verwundt,
So trab ich üb'r die Heiden
Und traur zu aller Stund.
Der Stunden, der sind allsoviel,
Mein Herz trägt heimlich Leiden,
Wiewohl ich oft fröhlich bin.
Hat mir ein Gärtlein bauet,
Von Veil und grünem Klee,
Ist mir zu früh erfroren,
Tut meinem Herzen weh.
Ist mir erfrorn bei Sonnenschein,
Ein Kraut jelängerjelieber,
Ein Blümlein Vergißnichtmein.
Das Blümlein, das ich meine,
Das ist von edler Art,
Ist aller Tugend reine,
Ihr Mündlein, das ist zart,
Ihr Äuglein, die sind hübsch und fein
Wenn ich an sie gedenke,
Wie gern ich bei ihr wollt sein!
Mich dünkt in all mein Sinne
und wenn ich bei ihr bin
sie sei ein Kaiserinne
kein lieber ich nie gewinn.
Hat mir mein junges Herz erfreut
wenn ich an sie gedenke
verschwunden ist all mein Leid.
Sollt mich meins Buhln erwehren
Als oft ein Ander tut,
Sollt führn ein fröhlichs Leben,
Dazu ein'n leichten Mut?
Das kann und mag doch nicht gesein,
Gesegn dich Gott im Herzen,
Es muß geschieden sein.
Note: Uhland apparently wrote a poem that begins with the same first line.
18. So wünsch ich ihr ein gute Nacht
Language:
German
Authorship
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So wünsch ich ihr ein gute Nacht,
bei der ich war alleine;
ein freundlich Wort sie zu mir sprach,
da wir uns sollten scheiden.
Ich scheid mit Leid,
Gott weiß die Zeit,
wiederkommen bringt uns Freud.
Zu Nächten da ich bei ihr war,
ihr Angesicht wollt röten,
sie sah den Knaben freundlich an,
sprach: Gott tu dich behüten.
Mein Schimpf, mein Schmerz,
bricht mir mein Herz,
das werd ich jetzund innen.
Das Maidlein an der Zinnen stand,
hub kläglich an zu weinen:
gedenk daran du Reitersknab,
laß mich nicht läng'r alleine;
kehr wieder bald,
mein Aufenthalt,
lös mich von schweren Träumen.
Der Knab wohl üb'r die Heiden reit't
und wend't sein Rößlein rumme:
daran gedenk, du schöne Maid,
und kehr dein Red nit umme;
beschert Gott Glück,
gehts wieder zurück,
du bleibst mein'm Herzen eine Kron.
19. Nur ein Gesicht auf Erden lebt
Language:
German
Authorship
Nur ein Gesicht auf Erden lebt,
so mich vergnügen kann,
nur eines unt'r der Sonne schwebt,
so ich nicht meiden kann.
Mein Herz im Leib vor Freud aufspringt,
wenn ich nur denk daran,
aber der Seel groß Schmerz bringt,
wenn ichs nicht sehen kann.
Ob ich schon oft muß leiden viel
von bösen Zungen hart,
auf keine Weis doch meiden will,
Schönste, dein Gegenwart.
Wann ich dich lieb, o schönstes Kind,
was geht es Andre an.
Ein jeder jetzund Lieben find't,
das niemand wehren kann.
Ach lieber Schatz, erlaube mir,
zu küssen deinen Mund,
dieweil dein liebes Angesicht,
mich also hart verwund't.
Mein Herz, Gesicht, mein'n ganzen Leib
auf ewig dir verschreib,
der Himmel selbst mir Zeuge sei,
daß ich dein Diener bleib.
20. Schönster Schatz, mein Engel
Language:
German
Authorship
Schönster Schatz, mein Engel,
ich lieb dich ganz allein,
ich hoff du sollst mein werden,
sollst noch mein eigen sein.
Gib du mir Wein zu trinken,
so tu ich dir Bescheid,
tust du mir heimlich winke,
so ist mein Herz erfreut.
All Freud ist mir benommen,
vor lauter Traurigkeit;
ich hab mein Schatz gesehen
in einem weißen Kleid.
Ich hab ihn drin gesehen,
den ich nicht mehr sehn kann,
das tut mein Herze kränken,
das brennt wie Feuer und Flamm!
21. Es ging ein Maidlein zarte
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Es ging ein Maidlein zarte
Früh in der Morgenstund
In einen Blumengarten,
Frisch, fröhlich und gesund;
Der Blümlein es viel brechen wollt,
Daraus ein'n Kranz zu machen
Von Silber und von Gold.
Da kam herzugeschlichen
Ein gar erschrecklich Mann,
Die Farb war ihm verblichen,
Kein Kleider hatt er an.
Er hat kein Fleisch, kein Blut, kein Haar,
Es war an ihm verdorret,
Sein Fleisch und Flechsen gar.
O Tod, laß mich beim Leben,
Nimm all mein Hausgesind!
Mein Vater wird dirs geben,
Wenn er mich lebend findt;
Ich bin sein einzig Töchterlein,
Er würde mich nicht geben
Um tausend Gulden fein.
Er nahm sie in der Mitten,
Da sie am schwächsten war,
Es half an ihm kein Bitten,
Er warf sie in das Gras,
Und rührte an ihr junges Herz,
Da liegt das Maidlein zarte
Voll bittrer Angst und Schmerz.
22. Wo gehst du hin, du Stolze?
Language:
German
Authorship
Wo gehst du hin, du Stolze? was hab ich dir getan,
daß du an mir vorbeigehst, und siehst mich gar nicht an?
Seh ich dich kommen, grüß ich dich,
du gehst vorbei und dankst mir nicht;
es wird die Stunde kommen, wo du noch denkst an mich!
Die Rosen, die im Walde erblühn in frischer Pracht,
bald sind sie abgefallen, verblühet über Nacht.
Fällt eine Rose in den Staub, so blüht die andre auf am Strauch,
und ist es nicht die eine, die andere mir lacht.
23. Der Reiter
Language:
German
Authorship
Der Reiter spreitet seinen Mantel aus,
Wohl in das grüne Gras:
Da leg dich, du wackres Braunmägdelein,
Mach dir dein Haupt nicht naß,
Wohl in dem grünen Gras!
Was soll ich bei dir sitzen,
Ich hab gar gringes Gut!
Hab zwei schwarzbraune Augen,
Ist all mein Hab und Gut,
Ist all mein Hab und Gut.
Mein Liebster ist hereingestiegen
Wohl durchs Kammerfensterlein,
Ich hatt ihn nicht gerufen,
Konnt ihn nicht halten ein,
Konnt ihn nicht halten ein.
24. Mir ist ein schöns brauns Maidelein
Language:
German
Authorship
Mir ist ein schöns brauns Maidelein
gefallen in den Sinn,
wollt Gott, ich sollt heut bei ihr sein,
mein Trauern führ dahin.
Kein Tag noch Nacht hab ich kein Ruh,
das schafft ihr schön Gestalt.
Ich weiß nicht, wie ihm fürbaß tu,
mein Feinslieb macht mich alt.
Dem Mägdlein ich gern dienen will,
wenn ichs mit Fugen kunnt;
darum hab ich der Neider viel,
daß mir nit wird vergunnt.
Ich hoff, sie solls erfahren bald,
wie ichs so treulich mein.
Auf Erd ich mir nichts wünschen wollt,
denn zu sein bei ihr allein.
Dem Maidlein ich mein Treu versprich,
zu Ehrn und anders nicht;
Alls was doch fromm und ehrlich ist,
danach ich stets mich richt.
Sollt denn mein Treu verloren sein,
kränkt mir mein Sinn und G'müt;
ich hoff sie solls erfahren schier,
mein Sach soll werden gut.
Damit will ich dem Maidelein
gesungen haben frei,
zu guter Nacht ein Liedelein,
alls Gut wünsch ich dabei,
damit daß sie gedenkt an mich,
wenn ich nit bei ihr bin.
So b'üt dich Gott im Himmelreich,
ade, ich fahr dahin!
25. Mein Mädel hat einen Rosenmund
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Mein Mädel hat einen Rosenmund,
Und wer ihn küßt, der wird gesund;
O du! o du! o du!
O du schwarzbraunes Mägdelein,
Du la la la la!
Du läßt mir keine Ruh!
Dein Augen sind wie die Nacht so schwarz,
Wenn nur zwei Sternlein funkeln drin;
O du! o du! o du!
O du schwarzbraunes Mägdelein,
Du la la la la!
Du läßt mir keine Ruh!
Du Mädel bist wie der Himmel gut,
Wenn er über uns blau sich wölben tut;
O du! o du! o du!
O du schwarzbraunes Mägdelein,
Du la la la la!
Du läßt mir keine Ruh!
26. Ach könnt ich diesen Abend
Language:
German
Authorship
Er:
Ach könnt ich diesen Abend
noch einmal freien geh'n!
Mein jung' Herz muß zerbrechen,
kann ich nicht mit ihr sprechen,
vor ihrem Schlaffenster steh'n.
Ach schläfst du oder wachest du?
sag', du mein schön' Herzlieb!
Liegst du so schwer in Träumen,
gedenk' an den Getreuen,
der vor dein'm Schlaffenster steht.
Sie:
Ich schlafe nicht, ich wache,
ich schlafe wenn ich will.
Du stehst wohl vor der Türe,
es will dir nicht gebühren,
denn du bist der Rechte nicht.
Er:
Jetzt kann ich auch wohl wandern,
jetzt kann ich auch wohl geh'n,
muß wandern üb'r die Straßen,
mein' Lieb' hat mich verlassen:
sag' schön' Herzlieb, was hab' ich dir getan?
27. Ich stand auf hohem Berge
Language:
German
Authorship
Ich stand auf hohem Berge,
schaut' hin und schaut' her,
und da sah ich ein schönes Mädchen,
und da sah ich ein schönes Mädchen,
zwei, drei wohl bei ihr steh'n.
Der Erste war ein Maurer,
der Zweite ein Zimmermann,
und der Dritte, das war ein Husare,
und der Dritte, das war ein Husare,
den wollt' das Mädchen han.
Er führt das schöne Mädchen
in's Wirsthaus hinein,
und das Mädchen hat schöne Kleider,
und das Mädchen hat schöne Kleider,
versoffen müssen sie sein.
Versoffen sind die Kleider,
kein Geld ist mehr da.
Ei so muß das schöne Mädchen,
ei so muß das schöne Mädchen
bei der Nacht nach Hause geh'n.
Ach Mutter, liebe Mutter,
das war ja mein' Freud'.
Denn die Bergischen Husaren,
denn die Bergischen Husaren
sind kreuzbrave Leut'!
Geh'n Abend spät schlafen,
stehn Morgens früh auf,
und da trinken sie ihren Kaffee,
und da trinken sie ihren Kaffee,
Glas Branntwein darauf.
28. Es reit ein Herr und auch sein Knecht
Language:
German
Authorship
Es reit ein Herr und auch sein Knecht
wohl üb'r eine Heide, die war schlecht, ja schlecht,
und alles was sie red'ten da,
war alls von einer wunderschönen Frauen, ja Frauen.
Ach Schildknecht, lieber Schildknecht mein,
was redst von meiner Frauen, ja Frauen,
und fürchst nicht meinen brauenen Schild!
Zu Stücken will ich dich hauen vor meinen Augen.
"Eur'n braunen Schild den fürcht ich klein,
der lieb Gott wird mich wohl b'hüten, ja b'hüten."
Da schlug der Knecht sein'n Herrn zu tot,
das g'schah um Fräuleins Güte, ja Güte.
Nun will ich heimgehn landwärts ein,
zu einer wunderschönen Frauen, ja Frauen;
ach Fräulein gebt mirs Botenbrot!
Eu'r Herre der ist tot auf breiter Heide, ja Heide.
"Und ist mein edler Herre tot,
darum will ich nicht weinen, ja weinen;
den schönsten Buhlen den ich hab,
der sitzt bei mir daheime, mutteralleine."
"Nun sattel mir mein graues Roß!
Ich will von hinnen reiten, ja reiten."
Und da sie auf die Heide kam,
die Liljen täten sich neigen auf breiter Heide.
Auf band sie ihm sein blanken Helm
und sah ihm unter sein Augen, ja Augen:
"Nun muß es Christ geklaget sein,
wie bist so sehr zerhauen unter dein Augen."
"Nun will ich in ein Kloster ziehn,
will'n lieben Gott für dich bitten, ja bitten,
daß er dich ins Himmelreich will lan,
das g'schah um meinetwillen, schweig stille!"
29. Es war ein Markgraf überm Rhein
Language:
German
Authorship
Es war ein Markgraf überm Rhein,
der hatt drei schöne Töchterlein.
Zwei Töchter früh heiraten weg,
die dritt hat ihn ins Grab gelegt;
dann ging sie sing'n vor Schwesters Tür:
ach braucht ihr keine Dienstmagd hier?
,,Ei Mädchen, du bist viel zu fein,
du gehst gern mit den Herrelein.``
Ach nein, ach nein, das tu ich nicht,
ich will erfüllen meine Pflicht.
Sie dingt das Mägdlein auf ein Jahr,
das Mägdlein dient ihr sieben Jahr.
Und als die seiben Jahr warn um,
da ward das Mägdlein schwach und krank.
,,Ach Mägdlein, wenn du krank sollst sein,
so sag, wer sind die Eltern dein?``
Mein Vater war Markgraf am Rhein,
ich bin sein jüngstes Töchterlein.``
,,Ach nein, ach nein, das glaub ich nicht,
daß du mein jüngste Schwester bist.``
Und wenn du mir nicht glauben willst,
so geh an meine Kiste her,
daran tut es geschrieben stehn,
da kannst dus mit dein'n Augen sehn.
Und als sie an die Kiste kam,
da rannen ihr die Tränen ab;
,,Ach, bringt mir Weck, ach bringt mir Wein,
das ist mein jüngstes Schwesterlein!``
Ich will kein Weck, ich will kein Wein,
will nur ein kleines Särgelein!
30. All' mein Gedanken
Language:
German
Authorship
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All' mein Gedanken, die ich hab,
die sind bei dir,
du auserwählter ein'ger Trost,
bleib' stets bei mir.
Du, du, du sollst an mich gedenken,
hätt' ich aller Wunsch Gewalt,
von dir wollt' ich nicht wenken.
Du auserwählter ein'ger Trost,
gedenk' daran,
Leib und Gut das sollst du ganz
zu eigen han.
Dein, dein, dein will ich bleiben,
du gibst mir Freud' und hohen Mut
und kannst mir Leid vertreiben.
Die allerliebst und minniglich,
die ist so zart.
Ihres gleich in allem Reich
find't man hart.
Bei dir, dir, dir ist kein Verlangen,
da ich von ihr scheiden sollt',
da hätt' sie mich umfangen.
Die werte Rein', die ward sehr wein'n,
da das geschah,
du bist mein und ich bin dein,
sie traurig sprach.
Wann, wann, wann ich soll von dir weichen,
ich nie erkannt' noch nimmermehr
erkenn' ich dein geleichen.
31. Dort in den Weiden steht ein Haus
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Dort in den Weiden steht ein Haus,
da schaut die Magd zum Fenster 'naus!
Sie schaut stromauf, sie schaut stromab:
ist noch nicht da mein Herzensknab'?
Der schönste Bursch am ganzen Rhein,
den nenn' ich mein, den nenn' ich mein!
Des Morgens fährt er auf dem Fluß,
und singt herüber seinen Gruß,
des Abends, wenn's Glühwürmchen fliegt,
sein Nachen an das Ufer wiegt,
da kann ich mit dem Burschen mein
[beisammen]1 sein, [beisammen]1 sein!
Die Nachtigall im Fliederstrauch,
was sie da singt, versteh' ich auch;
sie saget: übers Jahr ist Fest,
hab' ich, mein Lieber, auch ein Nest,
wo ich dann mit dem Burschen mein
die Froh'st' am Rhein, die Froh'st' am Rhein!
View text without footnotes
Note: Neither text nor melody is authentically from the lower Rhine. From Zuccalmaglio's collection Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen, Berlin, 1838-40, titled "Niederrheinisches Volkslied". Probably by Zuccalmaglio.
1 or "zusammen"
32. So will ich frisch und fröhlich sein
Language:
German
Authorship
So will ich frisch und fröhlich sein,
ich hoff' mir soll's gelingen
zu Dienst der Allerliebsten mein
will ich jetzt fröhlich singen;
mein Herz das ist in Freuden ganz,
wenn ich sie an tu' blicken,
sie leuchtet als der Sonne Glanz,
möcht' mit ihr tanzen einen Tanz,
mein Herz mit ihr'm verstricken.
Jetzt und zu dieser Maienzeit
tut sich herzlich erfreuen
manch Blümlein auf der Heiden breit,
Trauern will ich auch scheuen
und freu'n der Allerliebsten mein,
der ich mich hab' ergeben,
in ihrem Dienst fast emsig sein,
ich hoff' sie wird noch eigen mein,
im Tod und auch im Leben.
33. Och Mod'r, ich well en Ding han
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Och Mod'r, ich well en Ding han!
"Wat för en Ding, ming Hetzenskind?"
En Ding, en Ding.
"Wells de dann e Pöppchen han?"
Nä, Moder, nä!
Ehr sitt kein gode Moder,
Ehr könnt dat Ding nit rode!
Wat dat Kind för'n Ding well han,
Dingderlingdingding!
Och Mod'r, ich well en Ding han!
"Wat för en Ding, ming Hetzenskind?"
En Ding, en Ding.
"Wells de dann e Ringelchen han?"
Nä, Moder, nä!
Ehr sitt kein gode Moder,
Ehr könnt dat Ding nit rode!
Wat dat Kind för'n Ding well han,
Dingderlingdingding!
Och Mod'r, ich well en Ding han!
"Wat för en Ding, ming Hetzenskind?"
En Ding, en Ding.
"Wells de dann a Kleidchen han?"
Nä, Moder, nä!
Ehr sitt kein gode Moder,
Ehr könnt dat Ding nit rode!
Wat dat Kind för'n Ding well han,
Dingderlingdingding!
Och Mod'r, ich well en Ding han!
"Wat för en Ding, ming Hetzenskind?"
En Ding, en Ding.
"Wells de dann eine Mann han?"
Jo, Moder, jo!
Ehr sitt en gode Moder,
Ehr künnt dat Ding wohl rode,
Wat dat Kind för'n Ding well han,
Dingderlingdingding!
34. Wie komm' ich denn zur Tür herein
Language:
German
Authorship
Er:
Wie komm' ich denn zur Tür herein,
sag' du, mein Liebchen, sag'?
Sie:
Nimm den Ring und zieh' die Klink,
dann meint die Mutt'r es wär' der Wind,
komm' du, mein Liebchen komm'!
Er:
Wie komm' ich denn vorbei dem Hund?
sag' du, mein Liebchen, sag'?
Sie:
Gib dem Hund ein gutes Wort,
dann geht er wied'r an seinen Ort,
komm' du, mein Liebchen komm'!
Er:
Wie komm' ich denn vorbei dem Feu'r,
sag' du, mein Liebchen, sag'?
Sie:
Schütt ein bißchen Wasser drein,
dann meint die Mutt'r es regnet 'rein,
komm' du, mein Liebchen komm'!
Er:
Wie komm' ich denn die Trepp' hinauf,
sag' du, mein Liebchen, sag'?
Sie:
Nimm die Schuh' nur in die Hand
und schleich' dich leis' entlang der Wand,
komm' du, mein Liebchen komm'!
35. Soll sich der Mond nicht heller scheinen
Language:
German
Authorship
by
Volkslieder (Folksongs)
, from Karl Simrock's collection Die deutschen Volkslieder, Frankfurt am Main, published 1851
Available translations (or transliterations, if applicable):
"Soll sich der Mond nicht heller scheinen,
Soll sich die Sonn' nicht früh aufgahn,
So will ich diese Nacht gehn freien,
Wie ich zuvor auch hab' getan."
Als er wohl auf die Gasse trat,
Da fing er an ein Lied und sang,
Er sang aus schöner, aus heller Stimme,
Daß sein fein's Lieb zum Bett aussprang.
"Steh still, steh still, mein feines Lieb,
Steh still, steh still und rühr dich nicht,
Sonst weckst du Vater, sonst weckst du Mutter,
Das ist uns beiden nicht wohlgetan."
"Was frag' ich nach Vater, was frag' ich nach Mutter,
Vor deinem Schlaffenster muß ich stehn,
Ich will mein schönes Lieb anschauen,
Um das ich muß so ferne gehn."
Da standen die zwei wohl beieinander
Mit ihren zarten Mündelein,
Der Wächter blies wohl in sein Hörnelein,
Ade, es muß geschieden sein.
Scheiden, Scheiden über Scheiden,
Scheiden tut meinem jungen Herzen weh,
Daß ich mein schön Herzlieb muß meiden,
Das vergeß' ich nimmermehr.
36. Es wohnet ein Fiedler
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Es wohnet ein Fiedler zu Frankfurt am Main,
der kehret von lustiger Zeche heim;
und er trat auf den Markt, was schaut er dort?
Der schönen Frauen schmausten gar viel' an dem Ort.
"Du bucklichter Fiedler, nun fiedle uns auf,
wir wollen dir zahlen des Lohnes vollauf!
Einen feinen Tanz, behende gegeigt,
Walpurgis Nacht wir heuer gefeir't!"
Der Geiger strich einen fröhlichen Tanz,
die Frauen tanzten den Rosenkranz,
und die erste sprach: "mein lieber Sohn,
du geigtest so frisch, hab' nun deinen Lohn!"
Sie griff ihm behend' unter's Wams sofort,
und nahm ihm den Höcker vom Rücken fort:
"so gehe nun hin, mein schlanker Gesell,
dich nimmt nun jedwede Jungfrau zur Stell'."
37. Du mein einzig Licht
Language:
German
Authorship
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Du mein einzig Licht,
die Lilj' und Ros' hat nicht,
was an Farb' und Schein
dir möcht' ähnlich sein
nur daß dein stolzer Mut
der Schönheit Unrecht tut.
Meine Heimat du,
von welcher Lust und Ruh',
ist der Himmel gar,
wie die Erde bar;
nur daß dein strenges Wort
mich weht vom süßen Port.
38. Des Abends kann ich nicht schlafen geh'n
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Des Abends kann ich nicht schlafen gehn,
Zu meiner Herzliebsten muß ich gehn,
Zu meiner Herzliebsten muß ich gehn,
Und sollt' ich an der Tür bleiben stehn,
Ganz heimelig!
»Wer ist denn da? Wer klopfet an,
Der mich so leis aufwecken kann?«
Das ist der Herzallerliebste dein,
Steh auf, mein Schatz, und laß mich ein,
Ganz heimelig!
Wenn alle Sterne Schreiber gut,
Und alle Wolken Papier dazu,
So sollten sie schreiben der Lieben mein,
Sie brächten die Lieb' in den Brief nicht ein,
Ganz heimelig!
Ach, hätt' ich Federn wie ein Hahn
Und könnt' ich schwimmen wie ein Schwan,
So wollt' ich schwimmen wohl über den Rhein,
Hin zu der Herzallerliebsten mein,
Ganz heimelig!
39. Schöner Augen schöne Strahlen
Language:
German
Authorship
Er:
Schöner Augen schöne Strahlen,
schöner roter Wangen Prahlen;
schöne Marmorklippen
liebt mein Gesicht.
Unter diesen Schönen allen
hat mir eine nur gefallen;
aber ihretwegen
Fesseln anzulegen,
das tu' ich nicht.
Sie:
Fahre hin, du falsche Seelen,
ich will mich nicht um dich quälen,
willst du mich nicht lieben,
sondern nur betrüben,
bleib wo du bist.
Er:
Jetzt hab' ich mir vorgenommen
nimmermehr zu dir zu kommen,
denn du bist von Flandern,
liebst Ein'n um den Andern,
darum hass' ich dich.
40. Ich weiß mir'n Maidlein
Language:
German
Authorship
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Ich weiß [mir'n Mädchen]1 hübsch und fein,
hüt du dich!
Es kann wohl falsch und freundlich sein,
hüt du dich!
Vertrau ihr nicht, sie narret dich!
Sie hat zwei Äuglein, die sind braun,
hüt du dich!
Sie werd'n dich überzwerch anschaun,
hüt du dich!
Vertrau ihr nicht, sie narret dich!
Sie hat ein licht goldfarbenes Haar,
hüt du dich!
Und was sie red't, das ist nicht wahr,
hüt du dich!
Vertrau ihr nicht, sie narret dich!
[Sie hat zwei Brüstlein, die sind weiß,
Hüt du dich!
Sie leg s' hervor nach ihrem Fleiß
hüt du dich!
Vetrau ihr nicht, sie narret dich!]2
Sie gibt dir'n Kränzlein fein gemacht,
hüt du dich!
Für einen Narr'n wirst du geacht,
hüt du dich!
Vetrau ihr nicht, sie narret dich!
View text without footnotes
1 Hassler: "ein Meidlein"
2 omitted by Brahms.
41. Es steht ein' Lind'
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Es steht ein' Lind' in jenem Tal,
ach Gott, was tut sie da?
Sie will mir helfen trauren, trauren,
daß ich mein' Lieb' verloren hab',
daß ich mein' Lieb' verloren hab'.
Es sitzt ein Vöglein auf dem Zaun,
ach Gott, was tut es da?
Es will mir helfen klagen, klagen,
daß ich mein' Lieb' verloren hab',
daß ich mein' Lieb' verloren hab'.
Es quillt ein Brünnlein auf dem Plan,
ach Gott, was tut es da?
Es will mir helfen weinen, weinen,
daß ich mein' Lieb' verloren hab',
daß ich mein' Lieb' verloren hab'.
42. In stiller Nacht
Language:
German
Authorship
Based on
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Available translations (or transliterations, if applicable):
In stiller Nacht, zur ersten Wacht,
ein Stimm' begunnt zu klagen,
der nächt'ge Wind hat süß und lind
zu mir den Klang getragen.
Von herben Leid und Traurigkeit
ist mir das Herz zerflossen,
die Blümelein, mit Tränen rein
hab' ich sie all' begossen.
Der schöne Mond will untergahn,
für Leid nicht mehr mag scheinen,
die Sterne lan ihr Glitzen stahn,
mit mir sie wollen weinen.
Kein Vogelsang noch Freudenklang
man höret in den Lüften,
die wilden Tier' trauern auch mit mir
in Steinen und in Klüften.
43. Es stunden drei Rosen
Language:
German
Authorship
Available translations (or transliterations, if applicable):
Es stunden drei Rosen auf einem Zweig,
Schön ist der Sommer;
Drauf sang eine Nachtigall anmutreich;
Schön ist der Sommer!
Und unter dem blühenden Rosenbaum,
Schön ist der Sommer;
Da lag eine Feine in tiefem Traum;
Schön ist der Sommer!
Der Ritter kam wohl durch den Wald,
Schön ist der Sommer;
Mein Rößlein, was machst du so plötzlich Halt?
Schön ist der Sommer!
Was schimmert Rotes durchs grüne Gras?
Schön ist der Sommer;
Als ob es Rosen in ihrer Pracht?
Schön ist der Sommer!
Was blinket daneben wie lichtes Gold?
Schön ist der Sommer;
Es sind wohl Locken krausgekrollt;
Schön ist der Sommer!
Die Feine liegt da ohn' Gewand -
Schön ist der Sommer;
Wie sie der Himmel erschaffen hat.
Schön ist der Sommer!
44. Dem Himmel will ich klagen
Language:
German
Authorship
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Dem Himmel will ich klagen
Mein Leiden und mein Zagen,
Mein Liebblaublümelein!
Das mir das Herz abbricht,
Das mich zu Grabe bringt!
Es muß geschieden sein!
Den Lieben muß ich meiden,
Und den ich nicht kann leiden,
Mein Liebblaublümelein!
Muß ich zu Lieb umfahn,
O Gott, was hab' ich getan!
Es muß geschieden sein!
Wie ich es auch will machen,
Doch alle mich verachten,
Mein Liebblaublümelein!
Wie lieb ich's allen bot,
Sie drohen mir den Tod,
Es muß geschieden sein!
Gilts denn um Liebe sterben,
So will ich gern verderben,
Mein Liebblaublümelein!
Mein Herz, zu guter Nacht,
An dein Herzlieb gedacht.
Es muß geschieden sein!
45. Es saß ein schneeweiß Vögelein
Language:
German
Authorship
Es saß ein schneeweiß Vögelein
Auf einem Dornenbäumelein,
In der Lenzeszeit!
Auf einem Dornenbäumelein,
Auf grün' Heid'!
"Sag, willst du wohl mein Bote sein?"
Jawohl, dein Bote will ich sein,
In der Lenzeszeit!
Jawohl, dein Bote will ich sein,
Auf grün' Heid'!
Es nahm den Brief in seinen Mund,
Flog fort, hin durch des Waldes Grund,
In der Lenzeszeit!
Flog fort, hin durch des Waldes Grund,
Auf grün' Heid'!
Zu Liebchens Türe hin es flog,
"Schläfst, wachst du oder bis du fort?"
In der Lenzeszeit!
"Schläfst, wachst du oder bis du fort?"
Auf grün' Heid'!
"Ich schlafe nicht, ich wache nicht,
Ich bin getraut seit Jahreszeit"
In der Lenzeszeit!
"Ich bin getraut seit Jahreszeit"
Auf grün' Heid'!
"Bist du getraut seit Jahreszeit,
Mich dünkt es eine Ewigkeit"
In der Lenzeszeit!
"Ich bin getraut seit Jahreszeit"
Auf grün' Heid'!
46. Es war einmal ein Zimmergesell
Language:
German
Authorship
Es war einmal ein Zimmergesell,
War gar ein jung frisch Blut,
Er baut dem jungen Markgraf ein Haus;
Zweifle nicht, mein Schatz, mein Kind,
Er baut dem jungen Markgraf ein Haus
Sechshundert Laden hinaus.
Und als das Haus gebauet war,
Legt er sich nieder und schlief,
Da kam des jungen Markgrafen Weib,
Zum zweiten und dritten und rief:
"Steh auf, steh auf, du Zimmergesell,
Denn es ist an der Stund',
Hast du so wohl gebauet das Haus,
So küß mir meinen Mund!"
Wenn dir der Wein zu sauer ist,
So trink du Malvasier,
Und wenn mein Mund dir süßer ist,
So komme wieder zu mir!"
47. Es ging sich unsre Fraue
Language:
German
Authorship
Es ging sich unsre Fraue
Des Morgens in dem Taue,
Der Herr erbarm' sich unser!
Da begegnet ihr ein Junge,
Sein Bart war ihm einsprungen!
In seiner großen Güte!
"Wollst mir doch um dein Leben
Ein Almosen geben,
Gib mir das gülden Ringelein
Von deinem schönen Fingerlein."
Den Ring hat sie gegeben
Ihm um ihr junges Leben.
Der Junge zog in Krieg und Streit,
Gewann sich Ehr' und gute Beut'.
Er zog zur lust'gen Zeche
Mit seinen Brüdern freche.
Er schlug den Bruder überm Spiel,
Ging unter die Räuber wüste.
Ging unter die bösen Räuber
Und raubt zum Zeitvertreibe.
Dann ward er eingefangen
Und an den Galgen gehangen.
Der Räuber pocht ans Himmelstor.
"Wer pochet an, wer steht davor?
Ich hör' mein Ringlein an der Tür."
"Ein armer Sünder steht dafür!"
"Du trugst den Ring am Finger,
Er schützte dich Sünder immer,
Er schließet dir die Himmelstür,
Sonst müßt du bleiben gar dafür."
48. Nachtigall, sag
Language:
German
Authorship
Nachtigall, sag, was für Grüß',
Was ist dein Gesang so süß?
So schaurig, so schaurig!
Bald tut wohl mir dein Gesang,
Und wird's mir im Herzen bang!
So schaurig, so schaurig!
Nachtigall, so wundersam,
Sprich in Jesu Christi Nam':
Wie solch Singen möglich ist?
Und verkünde, wer du bist!
Der du bist, das war ich einst,
Meine Sünd' ist nicht die kleinst',
Wart bis auf den jüngsten Tag
Auf mein Urteil mit der Klag'!
Rauschend fliegt der Vogel fort,
Warnt bald hier und warnt bald dort;
Wer vernommen den Gesang,
Der wird nicht mehr leben lang.
49. Verstohlen geht der Mond auf
Language:
German
Authorship
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Available translations (or transliterations, if applicable):
Verstohlen geht der Mond auf,
Blau, blau Blümelein!
Durch Silberwölkchen führt sein Lauf;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!
Er steigt die blaue Luft hindurch,
Blau, blau Blümelein!
Bis daß er scheint auf Löwenburg;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!
O schaue Mond durchs Fensterlein,
Blau, blau Blümelein!
Schön Trude lockt mit deinem Schein;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!
Und siehst du mich und siehst du sie,
Blau, blau Blümelein!
Zwei treu're Herzen sahst du nie;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!
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