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16 Deutsche Volkslieder [incomplete]

Song Cycle by Johannes Brahms (1833-1897)


1. Schwesterlein

Language: German

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    * ENG English (Leonard Lehrman)
    * DUT Dutch (Lidy van Noordenburg)

Schwesterlein, Schwesterlein, wann gehn wir nach Haus?
»Morgen wenn die Hahnen krähn,
Wolln wir nach Hause gehn,
Brüderlein, Brüderlein, dann gehn wir nach Haus.«

Schwesterlein, Schwesterlein, wohl ist es Zeit.
»Mein Liebster tanzt mit mir,
Geh ich, tanzt er mit ihr,
Brüderlein, Brüderlein, laß du mich heut.«

Schwesterlein, Schwesterlein, was bist du blaß?
»Das macht der Morgenschein
Auf meinen Wängelein,
Brüderlein, Brüderlein, die vom Taue naß.«

Schwesterlein, Schwesterlein, du wankest so matt?
»Suche die Kammertür,
Suche mein Bettlein mir
Brüderlein, es wird fein unterm Rasen sein.«


2. Ich hörte ein Sichlein rauschen

Language: German

Authorship

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    * DUT Dutch (Lidy van Noordenburg)

Ich [hört]1 ein Sichlein rauschen,
Wohl rauschen durch das Korn,
Ich hört ein Mägdlein klagen,
Sie hätt ihr Lieb verlorn.

Laß rauschen Lieb, laß rauschen,
Ich acht nicht, wie es geh,
Ich tät mein Lieb vertauschen
In [Veilchen und im Klee.]2

[Du hast ein Mägdlein worben
In Veilchen und im Klee,]3
So steh ich hier alleine,
Tut meinem Herzen weh.

[ ... ]
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Note: often indicated as being from Des Knaben Wunderhorn
1 Brahms: "hörte"; Eggers: "hör"
2 Brahms: "Veiel und grünem Klee"
3 Brahms: "Hast du ein Buhlen erworben / In Veiel und grünem Klee"


3. Der Ritter und die Feine

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


 Es stunden drei Rosen auf einem Zweig,
 Schön ist der Sommer;
 Drauf sang eine Nachtigall anmutreich;
 Schön ist der Sommer!

 Und unter dem blühenden Rosenbaum,
 Schön ist der Sommer;
 Da lag eine Feine in tiefem Traum;
 Schön ist der Sommer!

 Der Ritter kam wohl durch den Wald,
 Schön ist der Sommer;
 Mein Rößlein, was machst du so plötzlich Halt?
 Schön ist der Sommer!

 Was schimmert Rotes durchs grüne Gras?
 Schön ist der Sommer;
 Als ob es Rosen in ihrer Pracht?
 Schön ist der Sommer!

 Was blinket daneben wie lichtes Gold?
 Schön ist der Sommer;
 Es sind wohl Locken krausgekrollt;
 Schön ist der Sommer!

 Die Feine liegt da ohn' Gewand -
 Schön ist der Sommer;
 Wie sie der Himmel erschaffen hat.
 Schön ist der Sommer!


4. Ich stand auf hohem Berge

Language: German

Authorship


 Ich stand auf hohem Berge,
 schaut' hin und schaut' her,
 und da sah ich ein schönes Mädchen,
 und da sah ich ein schönes Mädchen,
 zwei, drei wohl bei ihr steh'n.

 Der Erste war ein Maurer,
 der Zweite ein Zimmermann,
 und der Dritte, das war ein Husare,
 und der Dritte, das war ein Husare,
 den wollt' das Mädchen han.

 Er führt das schöne Mädchen
 in's Wirsthaus hinein,
 und das Mädchen hat schöne Kleider,
 und das Mädchen hat schöne Kleider,
 versoffen müssen sie sein.

 Versoffen sind die Kleider,
 kein Geld ist mehr da.
 Ei so muß das schöne Mädchen,
 ei so muß das schöne Mädchen
 bei der Nacht nach Hause geh'n.

 Ach Mutter, liebe Mutter,
 das war ja mein' Freud'.
 Denn die Bergischen Husaren,
 denn die Bergischen Husaren
 sind kreuzbrave Leut'!

 Geh'n Abend spät schlafen,
 stehn Morgens früh auf,
 und da trinken sie ihren Kaffee,
 und da trinken sie ihren Kaffee,
 Glas Branntwein darauf.


6. Der bucklichte Fiedler

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Es wohnet ein Fiedler zu Frankfurt am Main,
der kehret von lustiger Zeche heim;
und er trat auf den Markt, was schaut er dort?
Der schönen Frauen schmausten gar viel' an dem Ort.

"Du bucklichter Fiedler, nun fiedle uns auf,
wir wollen dir zahlen des Lohnes vollauf!
Einen feinen Tanz, behende gegeigt,
Walpurgis Nacht wir heuer gefeir't!"

Der Geiger strich einen fröhlichen Tanz,
die Frauen tanzten den Rosenkranz,
und die erste sprach: "mein lieber Sohn,
du geigtest so frisch, hab' nun deinen Lohn!"

Sie griff ihm behend' unter's Wams sofort,
und nahm ihm den Höcker vom Rücken fort:
"so gehe nun hin, mein schlanker Gesell,
dich nimmt nun jedwede Jungfrau zur Stell'."


9. Die Wohllust in den Maien

Language: German

Authorship

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    * DUT Dutch (Wim Reedijk)

Die Wollust in den Maien,
die Zeit hat Freuden bracht,
Die Blümlein mancherleien,
Ein jeglichs nach sein'r G'stalt,
Das sind die roten Röselein,
Der Feyl, der grüne Klee;
Von herzer Liebe scheiden
Das tut weh.

Der Vögelein Gesange,
Die Zeit hat Freuden bracht,
Ihr Lieb tät mich bezwingen,
Freundlich sie zu mir sprach:
Sollt, schönes Lieb, ich fragen dich,
Wollst fein berichten mich.
Genad mir, schöne Frauen,
So sprach ich.

Nach manchem Seufzer schwere,
Komm ich wohl wieder dar,
Nach Jammer und nach Leide
Seh ich dein Äuglein klar.
Ich bitt dich, Auserwählte mein,
Laß dir befohlen sein
Das treue, junge Herze,
Das Herze mein.


10. Trennung

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Da unten im Tale
Läuft's Wasser so trüb,
Und i kann dir's net sagen,
I hab' di so lieb.

Sprichst allweil von Liebe,
Sprichst allweil von Treu',
Und a bissele Falschheit
Is auch wohl dabei.

Und wenn i dir's zehnmal sag,
Daß i di lieb und mag,
Und du willst nit verstehn,
Muß i halt weitergehn.

Für die Zeit, wo du gliebt mi hast,
Da dank i dir schön,
Und i wünsch, daß dir's anderswo
Besser mag gehn.


11. Der Jäger

Language: German

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Bei nächtlicher Weil, an ein's Waldes Born,
Tat ein Jäger gar trauriglich stehen,
An der Hütte hängt stumm sein güldenes Horn,
Wild im Winde die Haare ihm wehen, ja wehen.

Die du dich im Träumen gezeiget mir,
Traute Nixe, schaff Ruh meiner Seelen,
Du meines Lebens alleinige Zier,
Was willst du mich ewiglich quälen, ja quälen?

So klagt er, und rauschend tönts hervor
Aus des Quelles tief untersten Gründen.
Wie ein Menschenlaut zu des Jägers Ohr:
Komm herein, so tust Ruhe du finden, ja finden.

Da stürzet der Jäger sich stracks hinein
In die Tiefe, bald ist er verschwunden,
Dort unten empfaht ihn das Liebchen fein,
Seine Ruh hat er endlich gefunden, ja funden.


12. Scheiden

Language: German

Authorship

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 Ach Gott, wie weh tut Scheiden,
 Hat mir mein Herz verwundt,
 So trab ich üb'r die Heiden
 Und traur zu aller Stund.
 Der Stunden, der sind allsoviel,
 Mein Herz trägt heimlich Leiden,
 Wiewohl ich oft fröhlich bin.

 Hat mir ein Gärtlein bauet,
 Von Veil und grünem Klee,
 Ist mir zu früh erfroren,
 Tut meinem Herzen weh.
 Ist mir erfrorn bei Sonnenschein,
 Ein Kraut jelängerjelieber,
 Ein Blümlein Vergißnichtmein.

 Das Blümlein, das ich meine,
 Das ist von edler Art,
 Ist aller Tugend reine,
 Ihr Mündlein, das ist zart,
 Ihr Äuglein, die sind hübsch und fein
 Wenn ich an sie gedenke,
 Wie gern ich bei ihr wollt sein!

 Mich dünkt in all mein Sinne
 und wenn ich bei ihr bin
 sie sei ein Kaiserinne
 kein lieber ich nie gewinn.
 Hat mir mein junges Herz erfreut
 wenn ich an sie gedenke
 verschwunden ist all mein Leid.

 Sollt mich meins Buhln erwehren
 Als oft ein Ander tut,
 Sollt führn ein fröhlichs Leben,
 Dazu ein'n leichten Mut?
 Das kann und mag doch nicht gesein,
 Gesegn dich Gott im Herzen,
 Es muß geschieden sein.

Note: Uhland apparently wrote a poem that begins with the same first line.


13. Zu Straßburg auf der Schanz

Language: German

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Zu Straßburg auf der Schanz,
Da ging mein Trauern an;
Das Alphorn hört' ich drüben wohl anstimmen,
Ins Vaterland mußt ich hinüberschwimmen,
Das ging ja nicht an.

Ein Stunde in der Nacht
Sie haben mich gebracht;
Sie führten mich gleich vor des Hauptmanns Haus,
Ach Gott, sie fischten mich im Strome auf,
Mit mir ist's aus.

Frühmorgens um zehn Uhr
Stellt man mich vor das Regiment;
Ich soll da bitten um Pardon,
Und ich bekomm doch meinen Lohn,
Das weiß ich schon.

Ihr Brüder allzumal,
Heut' seht ihr mich zum letztenmal;
Der Hirtenbub ist nur schuld daran,
Das Alphorn hat mir's angetan,
Das klag ich an.

Ihr Brüder alle drei,
Was ich euch bitt, erschießt mich gleich;
Verschont mein junges Leben nicht,
Schießt zu, daß das Blut rausspritzt,
Das bitt ich euch.

O Himmelskönig, Herr!
Nimm du meine arme Seele dahin,
Nimm sie zu dir in den Himmel ein,
Laß sie ewig bei dir sein
Und vergiß nicht mein!

Input by Jakob Kellner


16. Ständchen

Language: German

Authorship

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Wach auf meins Herzens Schöne
Herzallerliebste mein
Ich hör ein süß Getöne
von kleinen Waldvöglein
die hör ich so lieblich singen
ich mein, ich säh des Tages Schein
vom Orient her dringen.

Ich hör die Hahnen krähen
und spür den Tag dabei
die kühlen Windlein wehen
die Sternlein leuchten frei
singt uns Frau Nachtigalle
singt uns ein süße Melodei
sie neut den tag mit Schalle.

Der Himmel tut sich färben
aus weißer Farb in Blau
Die Wolken tun sich färben
aus schwarzer Farb in grau
die Morgenröt tut herschleichen
wach auf, mein Lieb, und mach mich frei
die Nacht will uns entweichen!


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