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20 Deutsche Volkslieder

Song Cycle by Johannes Brahms (1833-1897)


1. Die Entführung

Language: German

Authorship


Auf, auf, auf!
Schätzelein, mach auf!
Tu mir auf und laß mich ein,
Ich will bei meinem Schätzchen sein!
Still, stille, still,
Rede nit zu viel!
Meine Mutter schläft allhier
Und der Hund liegt vor der Tür.
Still, stille, still,
Rede nit zu viel!
 
Wer, wer, wer,
Wer ist denn der?
Ists ein Schelm oder Dieb,
Der mir mein Mädchen liebt?
Spann, spann, spann,
Spann nur bald an!
Spann mir sechs Rösslein ein,
Ich will der Fuhrmann sein.
Spann, spann, spann,
Spann nur bald an!
Wo, wo, wo,
Wo willst du hin?
Ich will nach Sachsen hin,
Wo die schöne Mädchen sind!
Wo, wo, wo,
Wo willst du hin?
Ich will nach Hannover hin,
Wo die Junggesellen sind.
Da, da ,da,
Da will ich hin!
 
Hier, hier, hier,
Hier halte still!
Hier ist gut Bier und Wein,
Hier wollen wir lustig sein!
Kost, kost, kost,
Kost, was es will!
Kost mirs mein schönes Geld,
Schatz, wenn es dir gefällt.
Kost, kost, kost,
was es nur will!

Input by Ferdinando Albeggiani


2. Gang zur Liebsten

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


 Des Abends kann ich nicht schlafen gehn,
 Zu meiner Herzliebsten muß ich gehn,
 Zu meiner Herzliebsten muß ich gehn,
 Und sollt' ich an der Tür bleiben stehn,
 Ganz heimelig!

 »Wer ist denn da? Wer klopfet an,
 Der mich so leis aufwecken kann?«
 Das ist der Herzallerliebste dein,
 Steh auf, mein Schatz, und laß mich ein,
 Ganz heimelig!

 Wenn alle Sterne Schreiber gut,
 Und alle Wolken Papier dazu,
 So sollten sie schreiben der Lieben mein,
 Sie brächten die Lieb' in den Brief nicht ein,
 Ganz heimelig!

 Ach, hätt' ich Federn wie ein Hahn
 Und könnt' ich schwimmen wie ein Schwan,
 So wollt' ich schwimmen wohl über den Rhein,
 Hin zu der Herzallerliebsten mein,
 Ganz heimelig!


3. Schifferlied

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Dort in den Weiden steht ein Haus,
da schaut die Magd zum Fenster 'naus!
Sie schaut stromauf, sie schaut stromab:
ist noch nicht da mein Herzensknab'?
Der schönste Bursch am ganzen Rhein,
den nenn' ich mein, den nenn' ich mein!

Des Morgens fährt er auf dem Fluß,
und singt herüber seinen Gruß,
des Abends, wenn's Glühwürmchen fliegt,
sein Nachen an das Ufer wiegt,
da kann ich mit dem Burschen mein
[beisammen]1 sein, [beisammen]1 sein!

Die Nachtigall im Fliederstrauch,
was sie da singt, versteh' ich auch;
sie saget: übers Jahr ist Fest,
hab' ich, mein Lieber, auch ein Nest,
wo ich dann mit dem Burschen mein 
die Froh'st' am Rhein, die Froh'st' am Rhein!

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Note: Neither text nor melody is authentically from the lower Rhine. From Zuccalmaglio's collection Deutsche Volkslieder mit ihren Original-Weisen, Berlin, 1838-40, titled "Niederrheinisches Volkslied". Probably by Zuccalmaglio.
1 or "zusammen"


4. Erlaube mir, feins Mädchen

Language: German

Authorship

Available translations (or transliterations, if applicable):


Erlaube mir, feins Mädchen,
in den Garten zu gehn,
daß ich dort mag schauen,
wie die Rosen so schön.
Erlaube sie zu brechen,
es ist die höchste Zeit;
ihre Schönheit,
ihr Jugend hat mir mein Herz erfreut.

O Mädchen, o Mädchen,
du einsames Kind,
wer hat den Gedanken 
ins Herz dir gezinnt,
daß ich soll den Garten,
die Rosen nicht sehn?
Du gefällst meinen Augen,
das muß ich gestehn.


5. Schnitter Tod

Language: German

Authorship

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Available translations (or transliterations, if applicable):


Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,
Hat Gewalt vom höchsten Gott,
Heut wetzt er das Messer,
Es schneid't schon viel besser,
Bald wird er drein schneiden,
Wir [müssen]1 nur leiden.
Hüte dich schöns Blümelein! 

Was heut noch grün und frisch da steht,
Wird [morgen schon hinweggemäht]2:
Die edlen Narzissen,
Die Zierden der Wiesen,
Viel schön' Hyazinthen,
Die türkischen Binden.
Hüte dich schöns Blümelein! 

Viel hundert tausend ungezählt,
Das nur unter die Sichel fällt,
Ihr Rosen, ihr Lilien,
Euch wird er austilgen,
Auch die Kaiser-Kronen,
Wird er nicht verschonen.
Hüte dich schöns Blümelein!

Das himmelfarbe Ehrenpreis,
Die Tulpanen gelb und weiß,
Die silbernen Glocken,
Die goldenen Flocken,
Senkt alles zur Erden,
Was wird daraus werden?
Hüte dich schöns Blümelein! 

Ihr hübsch Lavendel, Roßmarein,
Ihr vielfärbige Röselein.
Ihr stolze Schwertlilien,
Ihr krause Basilien,
Ihr zarte Violen,
Man wird euch bald holen.
Hüte dich schöns Blümelein!

Trotz! Tod, komm her, ich fürcht dich nicht,
Trotz, eil daher in einem Schritt.
Werd ich nur verletzet,
So werd ich versetzet
In den himmlischen Garten,
Auf den alle wir warten.
Freu' dich, schönes Blümelein.

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1 Brahms: "müssen's nur"; Streicher: "müssens"
2 Brahms: "morgen schon weggemäht"; Mendelssohn: "schon morgen hinweggemäht"


6. Die Bernauerin

Language: German

Authorship


Es ritten drei Reuter zu München hinaus,
Sie ritten wohl vor der Bernauerin ihr Haus,
Bernauerin, bist du drinnen? Ja drinnen?
 
Bist du darinnen, so tritt du heraus,
Der Herzog ist draußen vor ihrem Haus,
Mit allem seinem Hofgesinde, ja Gesinde.
 
Sobald die Bernauerin vors Tor hinaus kam,
Drei Herren gleich die Bernauerin vernahm:
Bernauerin, was willst Du machen, ja machen?
 
Ei, willst du lassen den Herzog entwegn,
Oder willst du lassen dein jungfrisches Lebn
Ertrinken im Donauwasser? Ja Wasser?
 
Und als ich nicht will meinen Herzog entwegn,
So will ich lassen mein jungfrisches Lebn
Ertrinken im Donauwasser, ja Wasser.

Input by Ferdinando Albeggiani


7. Das Lied vom eifersüchtigen Knaben

Language: German

Authorship


Es stehen drei Sterne am Himmel,
Die geben der Lieb ihren Schein.
Gott grüß euch, schönes Jungfräulein,
Jungfräulein, wo bind ich mein Rösselein hin.
 
Nimm du es, dein Rößlein, beim Zügel, beim Zaum,
Binds an den Feigenbaum.
Setz dich eine kleine Weil nieder,
Mach mir eine kleine Kurzweil.
 
Ich kann und mag nicht sitzen,
Mag auch nicht lustig sein.
Mein Herz ist mir betrübet,
Feinslieb von wegen dein.
 
Was zog er aus seiner Tasche,
ein Messer, war scharf und spitz.
Er stachs seiner Lieben durchs Herze,
daß's rote Blut gegen ihn spritzt.
 
Und da er es wieder heraußer zog,
Von Blut war es so rot.
Ach reicher Gott vom Himmel,
Wie bitter wird mir der Tod.
 
Was zog er ihr aber vom Finger,
Ein rotes Goldringelein,
Er warfs in fließend Wasser,
Es gab einen klaren Schein!
 
Schwimme hin, schwimme hin, Goldringelein,
Bis an die tiefe See!
Mein Feinslieb ist mir gestorben,
Jetzt hab ich kein Feinslieb mehr.
 
So geht's, wen ein Mädel zwei Knaben lieb hat,
Tut wunderselten gut.
Das haben wir beid erfahren,
Was falsche Liebe tut.

Input by Ferdinando Albeggiani


8. Der Baum im Odenwald

Language: German

Authorship

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Es steht ein Baum im Odenwald, der hat viel grüne Äst,
da bin ich wohl viel tausendmal bei meinem Schatz gewest.
Da sitzt ein schöner Vogel drauf, der pfeift gar wunderschön;
ich und mein Schätzelein horchen auf, wenn wir mit'nander gehn.

Der Vogel sitzt in seiner Ruh' wohl auf dem höchsten Zweig,
und schauen wir dem Vogel zu, so pfeift er alsogleich.
Der Vogel sitzt in seinem Nest wohl auf dem grünen Baum.
Ach, Schätzel, bin ich bei dir g'west oder ist er nur ein Traum?

Und als ich wied'rum kam zu ihr, verdorret war der Baum;
ein andrer Liebster stand bei ihr, jawohl, es war ein Traum.
Der Baum, der steht im Odenwald und ich bin in der Schweiz,
da liegt der Schnee so kalt, so klar; mein Herz er mir zerreißt.

Input by Ferdinando Albeggiani


10. Die stolze Jüdin

Language: German

Authorship


Es war eine stolze Jüdin,
Ein wunderschönes Weib,
Die hatt eine schöne Tochter,
Ihr Haar war schön geflochten,
Zum Tanz war sie bereit.
 
"Ach, Tochter, liebste Tochter,
Das kann fürwahr nicht sein.
Es wär ja eine Schande
Im ganzen jüdschen Lande,
Wenn du zum Tanz wollst gehn."
 
Die Mutter tät ihr rufen,
Die Tochter nahm ein' Sprung,
Sie sprang wohl in die Straßen,
Wo Herrn und Schreiber saßen,
dem Schreiber sprang sie zu.
 
"Ach, Schreiber, liebster Schreiber,
Schreib meiner Mutter ein' Brief.
Schreib mich und dich zusammen,
Zusammen in Gottes Namen,
Daß in ein Christin bin."
 
Ach hübsch und feine Jüdin,
Das kann fürwahr nicht sein.
Du musst dich lassen taufen,
Marianchen sollst du heißen,
Herzallerliebste mein!

Input by Ferdinando Albeggiani


11. Der Zimmergesell

Language: German

Authorship


 Es war einmal ein Zimmergesell,
 War gar ein jung frisch Blut,
 Er baut dem jungen Markgraf ein Haus;
 Zweifle nicht, mein Schatz, mein Kind,
 Er baut dem jungen Markgraf ein Haus
 Sechshundert Laden hinaus.

 Und als das Haus gebauet war,
 Legt er sich nieder und schlief,
 Da kam des jungen Markgrafen Weib,
 Zum zweiten und dritten und rief:

 "Steh auf, steh auf, du Zimmergesell,
 Denn es ist an der Stund',
 Hast du so wohl gebauet das Haus,
 So küß mir meinen Mund!"

 Wenn dir der Wein zu sauer ist,
 So trink du Malvasier,
 Und wenn mein Mund dir süßer ist,
 So komme wieder zu mir!"


13. Heimliche Liebe

Language: German

Authorship

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Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß
Als heimliche Liebe, von der niemand nicht weiß.

Keine Rose, keine Nelke kann blühen so schön,
Als wenn zwei verliebte Seelen beieinander tun stehn.

Setz du einen Spiegel ins Herz mir hinein,
Damit du kannst sehen, wie so treu ich es mein'!


14. Altes Liebeslied

Language: German

Authorship

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 Mein Herzlein tut mir gar zu weh!
 Das macht, weil ich in Trauren steh'.
 Mein Herzlein tut mir weh,
 gleich wenn ich dich anseh',
 ach soll' ich dich verlassen,
 das tu' ich nimmermeh'.

 Mein Herzlein tut mir gar zu weh!
 Das macht, weil ich in Sorgen geh'.
 Wenn ich im Garten steh',
 meine süße Blum' nicht seh',
 um eine weiße Lilie
 tut mir mein Herz so weh.

Input by Bertram Kottmann


15. Dauernde Liebe

Language: German

Authorship


Mein Schatz, ich hab es erfahren,
Daß du willst scheiden von mir;
Tu mir die Ursache sagen,
Was ich getan hab dir?
 
Kann dir kein Ursache sagen,
weiß weder Zeit noch Stund;
komm ich in fremde Lande,
gar bald vergeß ich dein!
 
Und als er kam in die Fremde,
dacht er noch etliche Mal:
"Muß wied'r einmal nach Hause,
Muß halten mein ehrliches Wort!"
 
Und als er wieder nach Hause kam,
Feinsliebchen stand vor der Tür:
"Gott grüße dich, mein Schätzchen,
Sehn wir einander hier?"
 
Was tat er ihr bald schenken?
Ein schön Goldringelein.
Was schenket sie ihm bald wieder?
Ein schön Goldkränzelein.
 
Womit war es gebunden?
Mit lauter Liebesband.
Wohl mit Jelängerjelieber,
von Gottes Vaterhand.

Input by Ferdinando Albeggiani


16. Während die Trennung

Language: German

Authorship

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Available translations (or transliterations, if applicable):


Mein Schatz, [der]1 ist auf die Wanderschaft hin,
Ich weiß aber nicht, was ich so traurig bin;
Vielleicht ist er tot und liegt in guter Ruh,
Drum bring ich meine Zeit so traurig zu.

Als ich mit meinem Schatz in die Kirche wollt gehn,
Viel falsche, falsche Zungen unter der Türe stehn;
Die eine red't dies, die andere red't das,
Das macht mir gar oft die Äuglein naß.

Die Disteln und die Dornen, die stechen all so sehr,
Die falschen, falschen Zungen aber noch viel mehr.
Kein Feuer auf Erden, ach, brennet also heiß
Als die heimliche Liebe, die niemand nicht weiß.

Ach, herzliebster Schatz, ich bitte dich noch eins:
Du [möchtest]2 auch bei meinem Begräbnis sein,
Bei meinem Begräbnis [bis] ins kühle Grab,
Dieweil ich dich so treulich geliebet hab.

Ach Gott, was hat mein Vater und Mutter getan,
sie haben mich gezwungen zu einem ehrlichen Mann,
zu einem ehrlichen Mann, den ich nicht geliebt,
das macht mir ja mein Herz so betrübt.

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1 omitted by Brahms and Gade.
2 sometimes "wollest"

Input by John Glenn Paton


17. Morgen muß ich fort von hier

Language: German

Authorship

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 Morgen muß ich fort von hier
 Und muß Abschied nehmen.
 O du allerschönste Zier;
 Scheiden das bringt Grämen.
 Da ich dich so treu geliebt
 Überalle Maßen,
 Soll ich dich verlassen.

 Wenn zwei gute Freunde sind,
 Die einander kennen,
 Sonn' und Mond bewegen sich,
 Ehe sie sich trennen.
 Noch viel größer ist der Schmerz,
 Wenn ein treu geliebtes Herz
 In die Fremde ziehet.

 Küsset dir ein Lüftelein
 Wange oder Hände,
 Denke, daß es Seufzer sein,
 Die ich zu dir sende,
 Tausend schick' ich täglich aus,
 Die da wehen um dein Haus,
 Weil ich dein gedenke.


18. Scheiden

Language: German

Authorship

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 Sind wir geschieden,
 Und ich muß leben ohne dich,
 Gib dich zufrieden,
 Du bist mein einz'ges Licht.
 Bleib' mir beständig,
 Treu, unabwendig:
 Mein letzter Tropfen Blut
 Sei dir, mein Engel, gut.

 Ich will indessen,
 Mein Engel und mein Kind,
 Dein nicht vergessen,
 Du bleibest mir in dem Sinn.
 Die Zeit wird's fügen,
 Dass mein Vergnügen
 Nach überstand'ner Pein
 Wird desto größer sein.

 Weht, weht, ihr Winde,
 Und bringt mir einen Gruß
 Von meinem schönsten Kinde,
 Darum ich trauern muß.
 Küßt ihr die Wangen,
 Sagt mein Verlangen,
 Bringt ihr die Botschaft mein:
 Ich leb' und sterbe dein.

Input by Thomas Jaenicke


19. Vor dem Fenster

Language: German

Authorship

    * by Volkslieder (Folksongs) , from Karl Simrock's collection Die deutschen Volkslieder, Frankfurt am Main, published 1851

Available translations (or transliterations, if applicable):


 "Soll sich der Mond nicht heller scheinen,
 Soll sich die Sonn' nicht früh aufgahn,
 So will ich diese Nacht gehn freien,
 Wie ich zuvor auch hab' getan."

 Als er wohl auf die Gasse trat,
 Da fing er an ein Lied und sang,
 Er sang aus schöner, aus heller Stimme,
 Daß sein fein's Lieb zum Bett aussprang.

 "Steh still, steh still, mein feines Lieb,
 Steh still, steh still und rühr dich nicht,
 Sonst weckst du Vater, sonst weckst du Mutter,
 Das ist uns beiden nicht wohlgetan."

 "Was frag' ich nach Vater, was frag' ich nach Mutter,
 Vor deinem Schlaffenster muß ich stehn,
 Ich will mein schönes Lieb anschauen,
 Um das ich muß so ferne gehn."

 Da standen die zwei wohl beieinander
 Mit ihren zarten Mündelein,
 Der Wächter blies wohl in sein Hörnelein,
 Ade, es muß geschieden sein.

 Scheiden, Scheiden über Scheiden,
 Scheiden tut meinem jungen Herzen weh,
 Daß ich mein schön Herzlieb muß meiden,
 Das vergeß' ich nimmermehr.


20. Ständchen

Language: German

Authorship

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Available translations (or transliterations, if applicable):


Verstohlen geht der Mond auf,
Blau, blau Blümelein!
Durch Silberwölkchen führt sein Lauf;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

Er steigt die blaue Luft hindurch,
Blau, blau Blümelein!
Bis daß er scheint auf Löwenburg;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

O schaue Mond durchs Fensterlein,
Blau, blau Blümelein!
Schön Trude lockt mit deinem Schein;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!

Und siehst du mich und siehst du sie,
Blau, blau Blümelein!
Zwei treu're Herzen sahst du nie;
Rosen im Tal, Mädel im Saal, o schönste Rosa!


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